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Mitten in der Nacht wurde die Glastür des Juweliergeschäfts in der Wyker Mittelstraße eingeschlagen. Die Kriminalpolizei Niebüll ermittelt und sucht nach Zeugen.
Zwei Täter brechen in der Nacht in ein Juweliergeschäft in der Mittelstraße in Wyk auf Föhr ein. Goldschmiedemeisterin Ilke Engeland schätzt den Schaden auf 10.000 bis 15.000 Euro. Besonders der Verlust von Opalschmuck trifft sie.
Mitten in der Nacht zerbricht in der Wyker Mittelstraße eine Glastür. Die Geräusche sind so laut, dass Anwohner aus dem Schlaf gerissen werden und aus ihren Fenstern schauen. Was sie dort beobachten, ist ein Einbruch, der innerhalb kürzester Zeit abläuft: Zwei Personen befinden sich vor einem Juweliergeschäft, eine davon gelangt nach dem Einschlagen der Scheibe in den Verkaufsraum. Wenig später sind beide zu Fuß verschwunden.
Gegen 3.30 Uhr am Donnerstagmorgen, 10. September, ist in das Juweliergeschäft der Goldschmiedemeisterin Ilke Engeland in Wyk auf Föhr eingebrochen worden. Die Polizeidirektion Flensburg spricht von einem Blitzeinbruch. Goldschmuck im Wert von mehreren Tausend Euro wurde gestohlen. Engeland selbst schätzt den entstandenen Schaden nach einem ersten Überblick gegenüber dem Inselradio Föhr auf etwa 10.000 bis 15.000 Euro. Eine endgültige Summe kann sie wenige Stunden nach der Tat noch nicht nennen.
Doch der finanzielle Verlust ist für die Goldschmiedemeisterin nur ein Teil dessen, was sie an diesem Morgen beschäftigt. Engeland war im Gespräch mit unserer Redaktion noch immer deutlich geschockt. Besonders der Verlust von Schmuckstücken mit Opalsteinen trifft sie – denn hinter den Arbeiten stecken für sie nicht nur Material und Verkaufswert, sondern viel eigenes Herzblut.
Nach Angaben der Polizeidirektion Flensburg wurden Bewohner der Mittelstraße durch Schlaggeräusche auf das Geschehen aufmerksam. Beim Blick aus dem Fenster konnten sie zwei Personen beobachten, die gegen die Glastür des Juweliergeschäfts schlugen. Schließlich zerbrach die Scheibe. Einer der beiden Täter betrat daraufhin das Geschäft, während sich die zweite Person vor dem Laden aufhielt. Anschließend flüchtete das Duo zu Fuß in Richtung Große Straße. Auch Engeland selbst bekam das Geschehen mit. Die Goldschmiedemeisterin wohnt im selben Haus und konnte die beiden Personen während der Tat noch von oben sehen. Dass ein Einbruch in das eigene Geschäft stattfindet, während man sich nur wenige Meter entfernt im Gebäude befindet, macht den Vorfall für die Inhaberin umso einschneidender.
Nach den bislang vorliegenden Informationen nahmen die Einbrecher vor allem Goldschmuck mit. Weniger wertvoller Silberschmuck blieb dagegen zurück. Die Polizei nennt in ihrer ersten Bilanz mehrere gestohlene Goldringe und beziffert deren Wert auf mehrere Tausend Euro. Nach Engelands bisherigem Überblick befinden sich unter den entwendeten Schmuckstücken außerdem zwei Anhänger mit Opalsteinen.
Für Engeland haben diese Schmuckstücke eine besondere Bedeutung. Sie arbeitet als Goldschmiedemeisterin mit viel persönlichem Einsatz an ihren Stücken – entsprechend schwer fällt ihr die Vorstellung, was mit den gestohlenen Arbeiten nun möglicherweise geschieht. Im Gespräch mit dem Inselradio Föhr erzählte sie, dass ihr gerade bei dem entwendeten Opalschmuck „das Herz blutet“. Ihre Befürchtung: Die Schmuckstücke könnten nicht als Arbeiten erhalten bleiben, sondern lediglich wegen der darin verarbeiteten Steine beziehungsweise Materialien zerlegt werden. Gerade bei einem handwerklich gefertigten Schmuckstück geht damit weit mehr verloren als nur dessen reiner Materialwert.
Wie hoch der Gesamtschaden tatsächlich ist, muss nun noch genau ermittelt werden. Engeland kann ihn unmittelbar nach dem Einbruch noch nicht abschließend beziffern, geht nach ihrer ersten Einschätzung aber von 10.000 bis 15.000 Euro aus. Damit könnte der Schaden im fünfstelligen Bereich liegen. Die Polizei selbst spricht zunächst von mehreren Goldringen im Wert von mehreren Tausend Euro.
Von den beiden Tatverdächtigen liegt inzwischen eine Beschreibung vor. Nach Angaben der Polizei soll die erste Person etwa 1,80 bis 1,85 Meter groß und sehr schlank sein. Sie war mit dunkler Oberbekleidung, einer dunklen Hose und dunklen Schuhen bekleidet. Das Gesicht war vermummt, außerdem trug die Person eine Kapuze oder Mütze. Auch die zweite Person wird auf ungefähr 1,80 bis 1,85 Meter geschätzt und als dünn beschrieben. Sie trug vermutlich eine graue Jacke und eine dunkle Hose sowie ebenfalls eine Kapuze oder Mütze. Während des Einbruchs sprachen die beiden Personen nach Angaben von Zeugen in einer unbekannten Sprache miteinander. Rückschlüsse auf ihre Herkunft sind daraus nicht möglich.
Die weiteren Ermittlungen hat die Kriminalpolizei in Niebüll übernommen. Für die Ermittler könnten nun auch Beobachtungen wichtig werden, die für Zeugen zunächst möglicherweise völlig alltäglich wirkten. Die Polizei fragt deshalb ausdrücklich danach, ob in der Nacht beziehungsweise am frühen Donnerstagmorgen verdächtige Personen oder Fahrzeuge in der Nähe der Mittelstraße aufgefallen sind. Auch Beobachtungen vor oder nach der eigentlichen Tat können für die Ermittlungen von Bedeutung sein. Wer Hinweise zu den beiden beschriebenen Personen, zu möglicherweise auffälligen Fahrzeugen oder zum Einbruch selbst geben kann, wird gebeten, sich bei der Kriminalpolizei zu melden.
Für Ilke Engeland beginnt unterdessen neben der Aufarbeitung des Schadens auch die Verarbeitung eines Erlebnisses, das weit über eine eingeschlagene Scheibe hinausgeht. Nur wenige Stunden nach dem Einbruch sitzt der Schock noch tief. Und gerade bei den verschwundenen Opalstücken zeigt sich, warum sich der Verlust für eine Goldschmiedemeisterin nicht allein in Euro beziffern lässt: An den Schmuckstücken hängt auch ein Teil ihrer eigenen Arbeit und Leidenschaft.
Fotos: Stefan Gaul
Geschrieben von: admin
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