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Zahlreiche Wehrtechnik-Unternehmen rechnen mit einem Umsatzplus. (Symbolbild) Foto: picture alliance / dpa
Kiel (dpa/lno) – Schleswig-Holsteins Rüstungsindustrie ist weiter auf Wachstumskurs. «Der Wehrtechnik-Boom in Schleswig-Holstein hält an», sagte der Vorsitzende des Arbeitskreises Wehrtechnik, Dieter Hanel, bei der Vorstellung des Jahresberichts. «Die wirtschaftliche Situation der Branche hat sich im Vorjahresvergleich noch einmal deutlich verbessert.» Auch die Umsatzerwartungen seien bis zum Jahresende positiv.
Beides schlägt sich laut Hanel in vermehrten Investitionen und in Neueinstellungen nieder. «Trotz der Probleme, die es bei der Personalbeschaffung gibt, stehen die Wehrtechnik-Unternehmen in Schleswig-Holstein bereit, die aus dem Anstieg der Verteidigungsausgaben erwachsenden Aufträge abzuarbeiten», betonte er.
So arbeiteten in der Rüstungsindustrie des nördlichsten Bundeslandes so viele Menschen wie nie zuvor. Die rund 10.500 Beschäftigen und 46 Wehrtechnik-Unternehmen im Land seien ein «Höchststand», sagte Hanel mit Blick auf Zahlen für 2025. Ein Jahr zuvor waren es knapp 9.000 Beschäftigte.
Die Branche setzt im Norden jährlich zwischen zwei bis drei Milliarden Euro um. Hanel verwies auch auf die Börsengänge von Wehrtechnik-Unternehmen wie TKMS, Vincorion oder der Gabler Group. Zudem gebe es weiter starke Investitionen der Unternehmen. So baut etwa die Flensburger Fahrzeugbau-Gesellschaft (FFG) ein drittes Werk in Handewitt im Kreis Schleswig-Flensburg.
Gerade in der Landeshauptstadt Kiel hat die Rüstungsindustrie den Angaben zufolge eine außerordentlich hohe wirtschaftliche und industriepolitische Bedeutung. Während die Zahl der Beschäftigten im Verarbeitenden Gewerbe in der Landeshauptstadt demnach auf rund 12.800 im Jahr 2025 zurückging, verzeichneten die 23 Rüstungsunternehmen einen Anstieg auf rund 7.400 Beschäftigte in der Wehrtechnik, 12,4 Prozent mehr als im Vorjahr.
Insgesamt blickten die Wehrtechnik-Unternehmen des Landes zuversichtlich in die Zukunft, sagte Hanel und verwies auf die «außerordentlich positiven» Investitions- und Personalplanungen. Besonders ermutige das politisch und gesellschaftlich unterstützende Umfeld im Norden. «Die Wehrtechnik-Unternehmen prägen zusehend den Industriestandort Schleswig-Holstein.»
Laut einer Blitzumfrage des Arbeitskreises, an der sich 23 Unternehmen aus der Rüstungsindustrie mit 7.827 Beschäftigten beteiligten, schätzten 16 Betriebe mit knapp 77 Prozent der insgesamt erfassten Beschäftigten die gegenwärtige Situation besser ein als vor Jahresfrist. 7, vor allem mittlere und kleinere Unternehmen bewerteten ihre Lage dagegen als gleich oder schlechter. 17 Unternehmen rechnen mit einem Umsatzplus gegenüber dem Vorjahr.
Eine besondere Rolle für die Rüstungsunternehmen spielten neben der Ausrüstung der Bundeswehr die umfangreichen Unterstützungsleistungen für die Ukraine. Laut Hanel sind dabei vor allem die größeren Systemanbieter im Landfahrzeugbereich gefragt. Wie schon in den Vorjahren sei vor allem der Export der Wachstumsmotor für die Wehrtechnik in Schleswig-Holstein.
Rüstungsindustrie Schleswig-Holstein Verbände Verteidigung
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