Inselradio Föhr Friesische Karibik für die Ohren
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Die Temperaturen steigen, die Sonne zeigt sich von ihrer besten Seite und viele Menschen genießen die warmen Sommertage auf Föhr. Doch mit der Hitze steigen auch die gesundheitlichen Risiken. Wie schützt man sich richtig? Worauf sollte man besonders achten? Und wann wird die Sonne gefährlich? Unsere Redaktion hat die Inselklinik Föhr-Amrum besucht und mit dem leitenden Oberarzt Dr. Thomas Wander über die wichtigsten Hitzetipps gesprochen. Seine Botschaft: Mit einfachen Maßnahmen lassen sich viele gesundheitliche Probleme vermeiden.
Während auf dem Festland vielerorts Temperaturen deutlich über 30 Grad erwartet werden, profitieren die nordfriesischen Inseln von ihrer besonderen Lage. Das Meer und der häufige Wind sorgen dafür, dass die Temperaturen auf Föhr meist etwas angenehmer bleiben. Für Dr. Thomas Wander ist das ein echter Standortvorteil. „Wir haben das Glück, dass wir auf der Insel nicht so stark betroffen sind wie das Festland. Das Wasser und die Windverhältnisse sorgen dafür, dass die Temperaturen deutlich niedriger sind.“ Trotzdem dürfe man die Sonne keinesfalls unterschätzen. Auch auf Föhr könne Hitze den Kreislauf stark belasten und zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen.
Der wichtigste Rat des Mediziners klingt zunächst einfach: direkte Sonne möglichst meiden. Besonders schwere körperliche Arbeiten oder sportliche Aktivitäten sollten nicht in der Mittagshitze stattfinden. Ebenso wichtig sei die Flüssigkeitszufuhr. „Normalerweise sollte ein gesunder Mensch etwa zwei Liter am Tag trinken. Bei großer Hitze oder körperlicher Belastung kann sich dieser Bedarf aber durchaus verdoppeln oder sogar verdreifachen.“ Dabei komme es nicht nur auf die Menge an, sondern auch auf den richtigen Zeitpunkt. „Wir Menschen sind keine Kamele“, sagt Dr. Wander schmunzelnd. Deshalb sei es wichtig, die Flüssigkeit über den gesamten Tag verteilt aufzunehmen. Wer erst trinkt, wenn der Durst groß ist, habe häufig bereits zu wenig Flüssigkeit im Körper.
Viele greifen bei hohen Temperaturen automatisch zu eiskalten Getränken. Aus medizinischer Sicht ist das jedoch nicht immer sinnvoll. „Gerade Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten auf sehr kalte Getränke verzichten, weil der starke Temperaturunterschied den Kreislauf zusätzlich belastet.“ Besser seien Getränke mit normaler oder leicht kühler Temperatur. Auch beim Alkohol mahnt der leitende Oberarzt zur Vorsicht. „Ein schön gekühltes alkoholisches Getränk gehört für viele zum Urlaub dazu. Alkohol verstärkt aber gerade bei hohen Temperaturen die Belastung für den Körper. Deshalb sollte man darauf möglichst verzichten.“
Neben ausreichend Flüssigkeit empfiehlt Dr. Wander, den Körper regelmäßig herunterzukühlen. Schon einfache Maßnahmen könnten dabei helfen. „Wenn man die Möglichkeit hat, sollte man Arme und Beine zwischendurch mit Wasser abkühlen. Das tut dem Kreislauf gut und hilft dem Körper, die Hitze besser zu regulieren.“ Ebenso wichtig sei eine Kopfbedeckung. Immer wieder beobachte er Menschen am Strand oder im Watt, die ohne Hut oder Kappe unterwegs seien. „Die direkte Sonneneinstrahlung auf den ungeschützten Kopf erhöht das Risiko für einen Hitzeschlag erheblich.“ Auch Sonnencreme und luftige Kleidung gehörten unbedingt dazu. Denn ein Sonnenbrand sei medizinisch betrachtet nichts anderes als eine Verbrennung der Haut. „Das belastet den Körper und erhöht langfristig unter anderem auch das Risiko für Hautkrebs.“
Obwohl die Temperaturen auf Föhr meist etwas niedriger liegen als auf dem Festland, ist die Inselklinik auf heiße Tage vorbereitet. Nach Angaben von Dr. Wander gebe es derzeit zwar keine außergewöhnlich hohe Zahl hitzebedingter Notfälle, dennoch sei man jederzeit einsatzbereit. Ein besonderes Merkmal der Inselklinik sind dabei die vollständig klimatisierten Patientenzimmer. „Wir gehören zu den ganz wenigen Krankenhäusern in Deutschland, in denen alle Patientenzimmer klimatisiert sind.“ Möglich gemacht habe das der Förderverein der Inselklinik, der diese Investition bereits vor vielen Jahren finanziert habe. Gerade für kranke Menschen seien angenehme Raumtemperaturen ein wichtiger Baustein für die Genesung.
Zum Abschluss gibt Dr. Thomas Wander allen Inselbewohnern und Urlaubsgästen noch einen beruhigenden Ausblick mit auf den Weg. Trotz der sommerlichen Temperaturen müsse niemand Angst vor der Hitze haben. Wer ausreichend trinkt, direkte Sonneneinstrahlung meidet, den Kopf schützt und den eigenen Körper nicht überfordert, könne die warmen Tage auf Föhr unbeschwert genießen. „Wir sind rund um die Uhr für unsere Patienten da. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir die heißen Tage auf unserer Insel gut überstehen werden.“
Foto: Stefan Gaul
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Geschrieben von: admin
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