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POL-KI: 260628.1 Kiel: Abschlussmeldung Kieler Woche 2026​

todayJuni 28, 2026

Hintergrund
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POL-KI: 260628.1 Kiel: Abschlussmeldung Kieler Woche 2026

Kiel (ots)

Gemeinsame Pressemitteilung der Bundespolizeiinspektion Kiel und der Polizeidirektion Kiel

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Mit dem heutigen Sonntag endet die 132. Kieler Woche. Rund drei Millionen Besucherinnen und Besucher feierten friedlich auf den Veranstaltungsflächen und entlang der Förde. Die Polizeidirektion Kiel und die Bundespolizeiinspektion Kiel ziehen eine positive Gesamtbilanz. Optimierte Einsatz- und Sicherheitskonzepte haben dazu beigetragen, dass die Kieler Woche 2026 sicher verlief.

Bilanz in Zahlen

Das zweite Mal in Folge registrierte die Landespolizei weniger Straftaten als in den Vorjahren im Bereich der Veranstaltungsflächen. Obwohl rund drei Millionen Gäste die zehntägige Veranstaltung besuchten, wurden bislang lediglich 283 Straftaten bekannt.
Im Vergleichszeitraum des Vorjahres lag die Zahl der Delikte mit 356 Taten auf einem höheren Niveau, im Jahr 2024 lag sie bei 365. Gemessen an der Besucherzahl bewegt sich das Straftatenaufkommen weiterhin auf einem niedrigen Niveau.

Den größten Anteil davon machten mit 107 (2025: 115) die Rohheitsdelikte aus, bei denen es sich überwiegend um Körperverletzungen (101) handelte. Raubstraftaten gab es lediglich 2 an der Zahl (Vorjahr 10). Bei den 9 (Vorjahr 10) bekannt gewordenen Sexualdelikten handelte es sich ganz überwiegend um sexuelle Belästigungen verbaler Art oder unerwünschte Berührungen. Es kam lediglich zu 13 registrierten Taschendiebstählen.

Zu größeren Auseinandersetzungen beziehungsweise Taten, bei denen Personen schwere Verletzungen erlitten, kam es nach bisherigen Erkenntnissen nicht.

Von Freitag, 19.05.26 bis Sonntag, 28.06.26, 06:00 Uhr fielen im bundespolizeilichen Zuständigkeitsbereich (Hauptbahnhof und Hafenanlagen) ca. 6400 polizeiliche Maßnahmen an (2025: ca. 4800). Hierbei handelte es sich überwiegend um Identitätsfeststellungen 1699 und präventive Durchsuchungen 1593, Gefährderansprachen 1287 und Kontrollen im Rahmen der erlassenen Allgemeinverfügung (AGV) an den Wochenenden 1287. Diese Allgemeinverfügung erweitert die bereits bestehenden Mitführverbote von Waffen und Messern im öffentlichen Personenverkehr um sogenannte gefährliche Gegenstände, wie Küchenmesser, Reizstoffsprühgeräte, Scheren,Schraubendreher, etc.

Das Straftatenaufkommen zog zum Veranstaltungsende hin mit 81 Delikten etwas an und verdoppelte sich knapp zum Vorjahresniveau (2025:48). Hierzu zählten im Schwerpunkt die Deliktsarten: Körperverletzungen 16 (8), Widerstände/ tätliche Angriffe gegen Bundespolizeibeamte 8 (4), Diebstähle 11 (8) und Beleidigungen 5 (5).
Die Qualität und Ausprägung der jeweiligen Delikte sind jedoch vergleichsweise gering. Ein hoher Alkoholisierungsgrad war hierbei des Öfteren zu verzeichnen. Ebenso vereinten einzelne Personen gleich mehrere Delikte auf sich (z. B. Widerstand, Beleidigung,Körperverletzung).
Die Bundespolizeiinspektion Kiel verzeichnete in ihrem Zuständigkeitsbereich auch zum Ende der Kieler Woche 2026 einen weitgehend friedlichen Verlauf mit fröhlich feiernden Besucherinnen und Besuchern. Ein großer Teil des Millionenpublikums nutzte das Verkehrsmittel Bahn zur An-und Abreise. Auch am finalen Wochenende waren täglich wieder weit über 100 Bundespolizistinnen und -polizisten im bahnpolizeilichen Einsatz. Die Bundespolizeiinspektion Kiel wurde zum großen Teil durch Einsatzkräfte der Mobilen Kontroll- und Überwachungseinheit der Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt, der Bundespolizeiabteilung Ratzeburg und durch Diensthundeführer unterstützt.

Die Auslastung der Züge und Lenkung der Reisendenströme stellte sich grundsätzlich problemlos dar. Auch wenn Züge an den Wochenenden in Spitzenzeiten teilweise zu 200% ausgelastet waren, kam es zu keinen nennenswerten Zwischenfällen. Abfahrtmöglichkeiten im Halbstundentakt, insbesondere Richtung Hamburg, trugen dazu bei. Kurzfristige Absperrungen von Bahnsteigen waren nur am Holstenbummel erforderlich, da die Kapazitäten der Bahnsteige erschöpft waren. Durch das überwiegend besonnene und verständnisvolle Verhalten der Reisenden und die schnelle Bereitstellung von Schienenersatzverkehr und Sammeltaxen, stellte auch der Ausfall des Bahnfunks am späten Dienstagabend kein größeres Problem dar. Am zweiten Samstag konnte eine ungewöhnlich späte Anreise zur Kieler Woche verzeichnet werden, die mutmaßlich auf die tropisch heißen Temperaturen zurückzuführen ist.

Kein Ort für Messer – Klare Kante gegen Klinge
Gewalt- und Rohheitsdelikte mit Waffen, Messern oder gefährlichen Gegenstände, aber auch schon das bloße Mitführen, sind deutlich im polizeilichen Alltag präsent und beeinflussen die Sicherheit von der Bürgerinnen und Bürger.
Die Einsatzkräfte der Landespolizei haben zum Teil gemeinsam mit Kräften der Stadt Kiel, dem Kommunalen Ordnungsdienst, an allen Veranstaltungstagen rund 350 Personen bezüglich des Mitführens von Messern kontrolliert und lediglich vier Verstöße gegen das Waffengesetz registriert. Das ist erneut ein sehr erfreuliches Ergebnis.

Die hohe Kontrollzahl im Verhältnis zu den festgestellten Verstößen lässt erkennen, dass die erlassene Allgemeinverfügung in Kombination mit der Landesverordnung S.-H. zum Mitführverbot von Waffen und Messern im ÖPNV sowie dem Mitführverbot von Waffen und Messern im ÖPFV gem. § 42b WaffG Wirkung zeigt.

Die Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt hat an beiden Wochenenden der Kieler Woche für den Kieler Bahnhof eine Allgemeinverfügung erlassen.
„Ziel war es auch in diesem Jahr wieder, auffälliges Verhalten schon im Ansatz mit Gefährderansprachen zu begegnen und somit Straftaten und Ordnungswidrigkeiten zuverhinden. Die konsequenten Personenkontrollen u. a. auch im Rahmen der erlassenenen Allgemeinverfügung zum Mitführverbot von gefährlichen Gegenständen unterstützten hierbei erfolgreich“, so der Leiter der Bundespolizeiinspektion Kiel, Sven-Lars Marienfeld.
1287 (899) Personen wurden aufgrund ihres Verhaltens ermahnt und bei 1546 (894) Personenkontrollen wurden insgesamt 27 (30) Verstöße festgestellt und mit Folgemaßnahmen belegt. Den Schwerpunkt bildeten Messer aller Art und Reizstoffsprühgeräte. Aber auch ein verbotener Schlagring wurde festgestellt und zur Anzeige gebracht.

Verkehrskontrollen der Landespolizei im Umfeld der Veranstaltungsflächen
Die Einsatzkräfte führten während der Kieler Woche diverse Verkehrskontrollen durch. Sie unterzogen mehr als 260 Fahrzeugführerinnen und -führern einer Verkehrskontrolle.
Ein Schwerpunkt lag auf der Überprüfung der Fahrtauglichkeit von Nutzerinnen und Nutzern sogenannter E-Scooter (Elektrokleinstfahrzeuge). Hier stellten Einsatzkräfte besonders im Verlauf der ersten Hälfte der Kieler Woche eine hohe Anzahl an Verstößen fest.
Insgesamt 14 der E-Scooter-Fahrer standen unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen. In drei dieser Fälle kam es zudem zu Unfällen. Der Spitzenwert lag bei 1,89 Promille.
Darüber hinaus verunfallten zwei Nutzer von Elektrokleinstfahrzeugen, ohne unter dem Einfluss von Drogen- Alkohol- oder Medikamenten gestanden zu haben.

Zudem kontrollierten die Kolleginnen und Kollegen eine Radfahrerin, die mit 2,44 Promille im Bereich der Brunswiker Straße auf dem Heimweg von der Kieler Woche nach Hause unterwegs war. Ein Arzt entnahm ihr im Anschluss eine Blutprobe. Sie wird sich in einem Strafverfahren verantworten müssen.

Zweimal kam es zu Verkehrsunfällen mit Pkw-Fahrern, die ebenfalls unter dem Einfluss von Alkohol am Straßenverkehr teilnahmen. In zwei weiteren Fällen blieb es bei folgenlosen Trunkenheitsfahrten. Hier lag der Spitzenwert bei 2,79 Promille. Auch hier leiteten die Kräfte entsprechende Strafanzeigen ein.
In allen Fällen verletzten sich die Verkehrsteilnehmer glücklicherweise nur leicht.

Auch wasserseitig kontrollierten unsere Kolleginnen und Kollegen der Wasserschutzpolizei den Schiffsverkehr. Freitag fiel den Einsatzkräften ein Motorboot auf, welches von Wendtorf in die Kieler Förde fuhr. Der Bootsführer ankerte im Fahrwasser direkt vor dem Dienstgebäude der Wasserschutzpolizei an der Kiellinie. Nachdem die Kräfte den 23-jährigen Mann auf sein Fehlverhalten hingewiesen hatten, stellten sie einen süßlichen Geruch fest. Im Rahmen der Kontrolle unterzogen sie dem Mann einem Drogenvortest, der positiv auf THC (Cannabis) reagierte. Ein Arzt entnahm dem 23-Jährigen eine Blutprobe. Die Beamtinnen und Beamten leiteten eine Ordnungswidrigkeitenanzeige ein.

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Veranstaltungsverlauf

Eine besondere Herausforderung stellte in diesem Jahr die außergewöhnliche Hitze dar. Neben der klassischen Polizeiarbeit gehörte deshalb auch das Kümmern und Helfen vielerorts zum Einsatzalltag.

Einsatzschwerpunkte waren die Kiellinie sowie der Innenstadtbereich. Haupteinsatztage waren einerseits der erste Freitag mit dem Soundcheck sowie der Freitag am zweiten Kieler Woche Wochenende. In vier Fällen (2025:11) kam es zum Widerstand gegen Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamte.

Die Einsatzkräfte sprachen gegenüber 90 Personen (Vorjahr 63), die sich aggressiv oder störend verhielten, Platzverweise aus. Zehn Personen kamen aus gefahrenabwehrenden Gründen ins Polizeigewahrsam, weil sie mindestens uneinsichtig waren.

Die Zahl der polizeilich bekannt gewordenen alkoholbedingten hilflosen Personen ist im Vergleich zu 2024 und 2025 weiterhin stark gesunken. Drei Personen kamen zur Ausnüchterung in Gewahrsam. Die geringe Anzahl ist dem im vorletzten Jahr eingeführten Konzept der Behandlungsplätze vor Ort, den so genannten „Liegeplätzen,“ zu verdanken.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landeshauptstadt Kiel kontrollierten auch in diesem Jahr gemeinsam mit der Polizei Kinder und Jugendliche auf der Kieler Woche. Die Jugendschutzstreifen sprachen diese gezielt auf ihren Alkohol- und Zigarettenkonsum an. Besondere Auffälligkeiten gab es in Bezug auf Alkohol nicht.

Samstag Mittag kam es zu einem Zwischenfall auf einem Segelboot, welches an der Reventloubrücke festgemacht hatte. Eine unsachgemäß gewartete Rettungsinsel explodierte an Bord des Segelschiffes, umherfliegende Teile beschädigten zwei Veranstaltungsbuden im Bereich der Kiellinie. Verletzte gab es glücklicherweise nicht. Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr sperrten den Bereich weiträumig ab und fertigten eine Strafanzeige wegen einer fahrlässigen Gefährdung des Schiffsverkehrs.

Resümee

Das polizeiliche Einsatzkonzept in Verbindung mit dem Sicherheitskonzept der Landeshauptstadt Kiel und der positiven Stimmung der Besucherinnen und Besucher sorgten für ein großartiges und entspanntes Sommer- und Segelfest.
Die Rückmeldungen der Besucherinnen und Besucher sowie der eingesetzten Kräfte zeigen, dass die hohe Polizeipräsenz, die intensiven Präventionsmaßnahmen und das Einsatz- und Sicherheitskonzept auf breite Akzeptanz gestoßen sind. Das gemeinsame Ziel aller Beteiligten, den Menschen eine fröhliche, sichere und unbeschwerte Kieler Woche zu ermöglichen, wurde erreicht.

„Eine Kieler Woche dieser Größenordnung ist nur möglich, weil viele Menschen Hand in Hand arbeiten. Mein besonderer Dank gilt allen Einsatzkräften, die bei teils großer Hitze mit hoher Professionalität, Augenmaß und großem Engagement für die Sicherheit der Besucherinnen und Besucher gesorgt haben. Gleichzeitig danke ich den Millionen Gästen, die unsere Maßnahmen überwiegend mit Verständnis begleitet und durch ihr verantwortungsbewusstes Verhalten ihren Teil zu einer friedlichen Kieler Woche beigetragen haben“ so der leitende Kriminaldirektor Mathias Engelmann, Leiter der Polizeidirektion Kiel.

* Alle genannten Zahlen beziehen sich auf den Zeitraum von Freitag, 19.06.26, 12:00 Uhr, bis Sonntag, 28.06.26, 06:00 Uhr. Es handelt sich um vorläufige Zahlen, die sich durch spätere Anzeigen erfahrungsgemäß noch leicht erhöhen können. Aufgrund dessen sind die genannten Zahlen aus dem Jahr 2025 etwas höher als in der Abschlussbilanz 2025 angegeben.

Stephanie Lage / Polizeidirektion Kiel

André Fischer / Bundespolizeiinspektion Kiel

Rückfragen bitte an:

Polizeidirektion Kiel

Pressestelle
Gartenstraße 7
24103 Kiel

Tel. +49 (0) 431 160 2010
E-Mail pressestelle.kiel.pd@polizei.landsh.de

Original-Content von: Polizeidirektion Kiel, übermittelt durch news aktuell

 

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Geschrieben von: admin

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