Inselradio Föhr Friesische Karibik für die Ohren
Aus einer erfolgreichen Weihnachtsaktion wird ein ganzjähriges Hilfsprojekt: Die Gründungsmitglieder der Inselengel Föhr möchten künftig Familien, Kinder und Jugendliche auf der Insel unkompliziert unterstützen
Viele Föhrer kennen sie bereits: die Aktion „Weihnachtsgeschenke für Föhrer Familien“, die Annette Striewski gemeinsam mit Inselradio-Föhr-Moderator Stefan Gaul während der Corona-Zeit ins Leben gerufen hat. Jahr für Jahr konnten damit zahlreiche Kinderaugen zum Leuchten gebracht und Familien in schwierigen Lebenssituationen unterstützt werden. Doch schnell wurde den Beteiligten klar: Hilfe wird nicht nur an Weihnachten gebraucht. Aus dieser Erkenntnis entstand jetzt ein neuer Verein, der künftig das ganze Jahr über für Menschen auf Föhr da sein möchte – „Inselengel Föhr – Gemeinsam Helfen“. Die Eintragung als eingetragener Verein läuft derzeit noch, doch die Arbeit hat längst begonnen. Unsere Redaktion begrüßte alle sieben Gründungsmitglieder im Inselradio-Studio und sprach mit ihnen über ihre Idee, ihre Ziele und ihre Herzensangelegenheit.
Dass das Studio an diesem Tag bis auf den letzten Platz gefüllt war, zeigte bereits, wie viel Herzblut hinter dem neuen Projekt steckt. Neben der ersten Vorsitzenden Annette Striewski gehören Björn Maar als zweiter Vorsitzender, Angelika Maar als Schriftführerin, Bianca Hansen als Kassenwartin sowie Paulina Steffen, Bärbel Kunkel, Angelika Rathje und Ole Asmussen zu den Gründungsmitgliedern. Die Idee entstand nicht von heute auf morgen. Seit vielen Jahren engagiert sich Annette Striewski für Kinder, Jugendliche und Familien auf Föhr. Während der Corona-Pandemie wurde gemeinsam mit Inselradio Föhr die Aktion „Weihnachtsgeschenke für Föhrer Familien“ ins Leben gerufen. Doch irgendwann stellte sich die entscheidende Frage: Warum eigentlich nur zu Weihnachten helfen? „Der Bedarf ist das ganze Jahr da“, brachte es Annette Striewski im Gespräch auf den Punkt. Genau daraus entstand der Wunsch, Hilfe dauerhaft und unkompliziert möglich zu machen.
Der neue Verein möchte Familien, Kinder und Jugendliche unterstützen, die sich in schwierigen Lebenssituationen befinden. Dabei geht es bewusst nicht immer um große Summen oder spektakuläre Projekte. Oft sind es die kleinen Dinge des Alltags, die für Betroffene zu einer großen Belastung werden. Ein neuer Schulranzen zur Einschulung, fehlendes Geld für Klassenfahrten, ein kaputtes Fahrrad, zu kleine Schuhe oder ein Roller für den Schulweg – genau hier möchten die Inselengel künftig helfen. Ebenso freuen sie sich über gut erhaltene Sachspenden wie Fahrräder oder Roller, die andernorts vielleicht nicht mehr benötigt werden, auf Föhr aber einem Kind eine große Freude bereiten können. Wichtig ist den Gründungsmitgliedern dabei eines ganz besonders: Unterstützt werden sollen Familien, die sich tatsächlich in einer schwierigen finanziellen oder persönlichen Lebenssituation befinden.
Der Name „Inselengel“ kam Annette Striewski schon vor längerer Zeit in den Sinn. Sie stellte sich bildlich einen Engel vor, der über Föhr wacht, hinsieht und erkennt, wo Hilfe benötigt wird. Genau dieses Bild beschreibt auch die Philosophie des Vereins. Die Mitglieder möchten mit offenen Augen und Ohren durchs Inselleben gehen. Gleichzeitig hoffen sie aber auch auf Hinweise aus der Bevölkerung. Denn niemand kann überall sein. Wer weiß, dass eine Familie Unterstützung benötigt oder jemanden kennt, der sich vielleicht nicht traut, selbst um Hilfe zu bitten, darf sich jederzeit vertrauensvoll an die Inselengel wenden.
Dass aus der Idee mehr werden sollte als eine einzelne Hilfsaktion, war auch Björn Maar schnell klar. Der stellvertretende Vorsitzende unterstützt die Weihnachtsaktion bereits seit Jahren und musste nicht lange überlegen, als Annette Striewski ihn fragte. „Natürlich bin ich dabei“, erzählt er im Gespräch mit unserer Redaktion. Sein Wunsch: Dass die Inselengel dort helfen können, wo Unterstützung dringend gebraucht wird – schnell, unkompliziert und gemeinsam.
Fast alle Gründungsmitglieder verbindet eine persönliche Geschichte mit dem Thema Helfen. Manche sind selbst mit wenig Geld aufgewachsen, andere kennen schwierige familiäre Situationen oder hätten sich früher selbst Unterstützung gewünscht. Gerade diese Erfahrungen sorgen dafür, dass sich alle mit großer Überzeugung engagieren. Ihnen geht es nicht um Anerkennung oder große Schlagzeilen. Viel wichtiger ist ihnen das gute Gefühl, einem Menschen ein Stück Lebensqualität zurückgeben zu können. Ihr gemeinsames Ziel: Dass sich Betroffene künftig trauen, Hilfe anzunehmen und wissen, dass sie auf Föhr nicht allein sind.
Mit der Vereinsgründung möchten die Inselengel ihre Arbeit auf eine langfristige und verlässliche Grundlage stellen. Auch Bianca Hansen, die künftig die Kasse des Vereins führen wird, sieht in der Gründung einen wichtigen Schritt. „Als gemeinnütziger Verein haben wir ganz andere Möglichkeiten – beispielsweise können wir später Spendenquittungen ausstellen und viele Dinge einfacher organisieren“, erklärt sie. Dadurch könne die Hilfe langfristig auf eine stabile Grundlage gestellt werden. Neue Mitglieder werden deshalb derzeit bewusst noch nicht aufgenommen. Sobald der Verein offiziell eingetragen ist, soll sich das ändern. Geplant sind dann Mitgliedschaften für 10 Euro Jahresbeitrag für aktive Mitglieder sowie 20 Euro pro Jahr für Fördermitglieder, die die Arbeit finanziell unterstützen möchten.
Noch bevor die Eintragung offiziell abgeschlossen ist, präsentieren sich die Inselengel bereits der Öffentlichkeit. Beim Namine’s Deli in Süderende sind mehrere Gründungsmitglieder am Sonntag vor Ort und freuen sich auf Gespräche mit Interessierten. Mit dabei ist auch ein gespendetes Glücksrad von Martina Nicolaus mit vielen kleinen Preisen, darunter Kinderrucksäcke, Wasserspielzeug und weitere Überraschungen. Gleichzeitig besteht bereits jetzt die Möglichkeit, den Verein mit einer Spende zu unterstützen. Spenden dürfen selbstverständlich schon jetzt angenommen werden – lediglich Spendenbescheinigungen können erst nach der offiziellen Eintragung als eingetragener Verein ausgestellt werden.
Für Annette Striewski und ihr Team wäre der größte Erfolg nicht eine möglichst hohe Mitgliederzahl oder ein prall gefülltes Spendenkonto. Viel wichtiger ist ihnen, dass Menschen den Mut finden, sich zu melden, wenn sie Unterstützung benötigen. Die Inselengel möchten zuhören, helfen und Hoffnung schenken – unbürokratisch, menschlich und direkt. Aus einer erfolgreichen Weihnachtsaktion ist damit ein Projekt entstanden, das künftig das ganze Jahr über für Familien, Kinder und Jugendliche auf Föhr da sein möchte.
Bis der Verein offiziell als eingetragener Verein (e.V.) anerkannt ist und die Social-Media-Kanäle an den Start gehen können, sind die Inselengel bereits per E-Mail erreichbar. Wer Hilfe benötigt, auf unterstützungsbedürftige Familien aufmerksam machen möchte oder den Verein unterstützen will, kann sich jederzeit unter inselengel@web.de melden. Nach der offiziellen Eintragung sollen dann auch eigene Auftritte in den sozialen Netzwerken folgen.
Geschrieben von: admin
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Familie Aschau am Juli 4, 2026
Das ist ja eine schöne Sache für die gesamte Insel Föhr 🙂 Glückwunsch
DieterW am Juli 4, 2026
Schöne Idee und viel Erfolg