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todayJuli 8, 2026 142 1 5
Fast sieben Monate lang blieben die Türen der Confiserie Föhr am Wyker Sandwall geschlossen. Nach einem schweren Wasserschaden im vergangenen Dezember herrschte dort plötzlich Stille, wo sonst Urlauber, Insulaner und Reha-Gäste bei Kaffee, Eis oder einem Kaltgetränk zusammensaßen. Für viele war die Confiserie – vielen bis heute noch als „Arko“ bekannt – weit mehr als nur ein Geschäft. Sie war ein Treffpunkt direkt an der Promenade. Am vergangenen Freitag endete die lange Zwangspause: Die Confiserie startete in ihr großes Wiedereröffnungswochenende. Unsere Redaktion war dabei und sprach mit Inhaberin Sylke Ryczek-Steier sowie zahlreichen Gästen über einen Tag, auf den viele monatelang gewartet hatten.
Schon beim Betreten der Confiserie fällt ein Satz auf den Servietten ins Auge: „Heute ist ein guter Tag, glücklich zu sein.“ Passender hätte das Motto für diesen Tag kaum sein können. „Einfach großartig“, beschreibt Sylke Ryczek-Steier ihre Gefühle. „Ich freue mich riesig, nicht nur unsere Gäste wiederzusehen, sondern auch die Einheimischen. Ich freue mich jeden Tag aufs Neue, wieder hier stehen zu dürfen.“ Dass dieser Moment tatsächlich gekommen ist, kann sie selbst noch immer kaum glauben. „Sechs Monate sind eine lange Zeit. Ich hatte zwischendurch wirklich Angst, dass ich es nicht schaffe.“ Schon wenige Stunden nach der Wiedereröffnung ist der Laden wieder voller Leben. Stammgäste schauen vorbei, Urlauber bleiben stehen und viele nutzen die Gelegenheit, Sylke persönlich zur Rückkehr zu gratulieren. Für sie ist genau das der schönste Beweis dafür, wie sehr die Confiserie den Menschen gefehlt hat.
Die Erinnerungen an die Nacht des 16. Dezember sind bis heute präsent. Mehrfach klingelte damals ihr Telefon. Erst beim neunten Anruf ging Sylke schließlich genervt ans Handy. Zunächst dachte sie, Freunde wollten sie einfach noch zum Feiern überreden. Doch der Grund war ein ganz anderer. Freunde hatten bemerkt, dass unter der Eingangstür Wasser auf den Sandwall lief. Sie schickten ihr ein Foto. Wenige Minuten später stand Sylke bereits selbst im Geschäft – und konnte kaum fassen, was sie dort sah. „Ich habe einfach gedacht: Das kann doch nicht sein.“ Zu diesem Zeitpunkt ahnte noch niemand, welche Folgen der Wasserrohrbruch tatsächlich haben würde. „Ich habe immer gedacht, zwei oder drei Wochen, dann ist alles wieder gut.“ Aus wenigen Wochen wurden am Ende fast sieben Monate voller Baustelle, Geduld und Ungewissheit.
Dass die Confiserie nun wieder öffnen konnte, ist für Sylke vor allem eines: das Ergebnis einer großen Gemeinschaftsleistung. Sie bedankt sich ausdrücklich bei zahlreichen Handwerksbetrieben und Helfern, die in den vergangenen Monaten mit angepackt haben. Auch Tochter Emma nutzte den Eröffnungstag, um den beteiligten Firmen noch einmal ausdrücklich Danke zu sagen. „Man musste eigentlich nur anrufen – und sofort war Hilfe da“, erzählt Sylke dankbar. Für sie ist genau dieses Miteinander etwas, das Föhr ausmacht und ihr in den vergangenen Monaten unglaublich viel Kraft gegeben hat.
Besonders emotional wird das Gespräch, als es um ihr Team geht. Für einen Moment kämpft Sylke mit den Tränen. „Meine Mitarbeiter sind auch tatsächlich meine Familie.“ Sie erzählt von Britta, Levke, Elke, Yvonne und Nicole, die sie seit vielen Jahren begleiten. Besonders stolz ist sie auch auf ihre Tochter Emma, die inzwischen ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen und zusätzlich ihr Fachabitur in der Tasche hat. „Ich glaube, wir sind ein verrücktes, aber auch ein sehr liebevolles Team.“ Ohne diesen Zusammenhalt wäre die vergangene Zeit kaum zu bewältigen gewesen. Man spürt in jedem Satz, wie wichtig ihr nicht nur der Laden, sondern vor allem die Menschen dahinter sind.
Wer die Confiserie nach der Wiedereröffnung betritt, merkt schnell: Vieles wirkt heller, moderner und freundlicher als zuvor. Neben einem frischen Erscheinungsbild wurden auch neue Ideen umgesetzt. So entsteht derzeit eine gemütliche Sitzecke im Innenbereich, die besonders in den Herbst- und Wintermonaten zum Verweilen einladen soll. Auch das Getränkeangebot wurde erweitert – unter anderem mit alkoholfreien Cocktails wie „Nixenzauber“ oder „Limonello“. Eines soll sich jedoch trotz aller Veränderungen nicht ändern. „Ich möchte weiterhin Familien ansprechen und ein Ort bleiben, an dem sich jeder wohlfühlt.“ Genau dieses vertraute Arko-Gefühl soll auch künftig erhalten bleiben – unkompliziert, herzlich und für Einheimische genauso wie für Urlaubsgäste.
Wie sehr die Confiserie gefehlt hat, zeigte sich schon wenige Stunden nach der Wiedereröffnung. Immer wieder kamen Stammgäste vorbei, begrüßten Sylke herzlich oder blieben einfach auf einen kleinen Schnack stehen. „Das kann man gar nicht in Worte fassen“, erzählt eine Insulanerin. „Kein Laden ist so toll wie die Confiserie. Das Personal ist einfach großartig.“ Eine andere Besucherin bringt es noch deutlicher auf den Punkt: „Der Sandwall war wirklich tot, als hier geschlossen war.“ Viele Urlauber hätten sie in den vergangenen Monaten gefragt, warum die Confiserie geschlossen sei und wo man sich nun stattdessen treffen könne. „Jeder kennt die Confiserie Föhr und jeder hat sie vermisst.“ Auch Gäste vom Festland, die die Confiserie zum ersten Mal besuchen, zeigen sich begeistert von der lockeren Atmosphäre direkt an der Promenade und genießen die besondere Stimmung am Sandwall.
Zum Wiedereröffnungswochenende warteten auf die Gäste nicht nur viele süße Leckereien, sondern auch ein Glücksrad mit zahlreichen Gewinnen und besondere Eröffnungsangebote. Die Stimmung hätte kaum besser sein können. Während die einen sich über eine Flasche Kräuterrum oder eine Pfeffermühle freuten, genossen andere bei Caipirinha, Aperol Spritz oder einem Kaffee die ersten gemeinsamen Stunden auf der Terrasse. Es wurde gelacht, geschnackt und gemeinsam auf den Neustart angestoßen. Genau dieses Miteinander hatte vielen in den vergangenen Monaten gefehlt. Für Sylke Ryczek-Steier ist das die schönste Bestätigung, dass die Confiserie auch nach fast sieben Monaten Schließung wieder genau das ist, was sie immer sein wollte: ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen.
Nach Monaten voller Unsicherheit beginnt für Sylke Ryczek-Steier jetzt ein neues Kapitel. Was sie sich für die Zukunft wünscht, ist dabei erstaunlich bescheiden. „Ich wünsche mir einfach wieder ein bisschen mehr Fröhlichkeit. Mir hat der Alltag gefehlt. Mir haben die Menschen gefehlt.“ Wenn man am Eröffnungstag die vielen lachenden Gesichter, die herzlichen Umarmungen und die ausgelassene Stimmung erlebt hat, wird schnell klar: Mit der Wiedereröffnung der Confiserie Föhr ist am Wyker Sandwall weit mehr zurückgekehrt als nur ein Geschäft. Ein Stück Inselleben hat endlich wieder seinen festen Platz gefunden.
Fotos: Stefan Gaul
Geschrieben von: admin
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