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Mit Leidenschaft, Teamgeist und ganz viel Herzblut haben Petra und Dierk Clausen den FöhrRing in den vergangenen zehn Jahren zu einer festen Größe auf Föhr gemacht.
Vor genau zehn Jahren rollten auf Föhr zum ersten Mal die Elektrokarts über die Strecke des FöhrRings. Was damals mit einer spontanen Idee während eines Familienausflugs begann, hat sich längst zu einer der beliebtesten Freizeitattraktionen der Insel entwickelt. Ob Urlauber oder Insulaner – unzählige Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben hier in den vergangenen Jahren spannende Rennen erlebt, Freundschaften geschlossen und vor allem jede Menge Spaß gehabt. Für Petra und Dierk Clausen ist das bevorstehende zehnjährige Jubiläum deshalb weit mehr als nur ein Geburtstag ihrer Kartbahn. Es ist der perfekte Anlass, auf viele bewegende Momente zurückzublicken, Danke zu sagen und gleichzeitig voller Vorfreude in die Zukunft zu schauen.
Dass es den FöhrRing heute überhaupt gibt, begann mit einem Familienausflug. Gemeinsam mit ihren Kindern besuchten Petra und Dierk Clausen regelmäßig Kartbahnen, wenn sie im Urlaub unterwegs waren. 2011, bei einem Ausflug nach Schleswig, entstand schließlich die entscheidende Idee. Während die Kinder ihre Runden drehten, saßen die beiden in der Sonne und fragten sich: Warum gibt es so etwas eigentlich nicht auf Föhr? Aus diesem Gedanken wurde schnell ein konkreter Plan. Unterstützt vom damaligen Bürgermeister Heinz Lorenzen begann der lange Weg durch Genehmigungen und Planungen. Fünfeinhalb Jahre dauerte es schließlich, bis der FöhrRing Wirklichkeit wurde.
Nicht jeder glaubte damals an den Erfolg. Immer wieder hörten die beiden, dass eine Kartbahn auf Föhr niemand brauche. Strand, Meer und Watt seien schließlich Freizeitangebot genug. Petra und Dierk ließen sich davon jedoch nicht beirren. Sie waren überzeugt, dass gerade Familien mit älteren Kindern und Jugendlichen sich über ein zusätzliches Freizeitangebot freuen würden. Zehn Jahre später zeigt sich: Sie sollten Recht behalten.
An die letzten Stunden vor der Eröffnung erinnern sich beide noch heute mit einem Schmunzeln. Bis tief in die Nacht verlegten sie selbst noch den Fußboden, weil die ursprünglich gelieferten Materialien beschädigt waren. Als endlich alles fertig war, bemerkten sie ausgerechnet fehlende Türen – improvisiert wurde kurzerhand mit Vorhängen. Schlaf gab es in dieser Nacht kaum. Für einen unvergesslichen Moment sorgte schließlich der allererste Gast. Er kaufte direkt eine Zehnerkarte, fuhr zum ersten Mal überhaupt mit einem Elektrokart und kam wenig später mit leuchtenden Augen zurück in die Boxengasse. Sein erstes Fazit: „Nie wieder Verbrenner.“ Für Dierk Clausen fiel in diesem Augenblick ein riesiger Stein vom Herzen. Der Start war geglückt.
Schon in den ersten Wochen zeigte sich, dass der Andrang deutlich größer war als erwartet. Statt ruhiger Anfangszeiten mussten Nummernsysteme eingeführt werden, weil sich die Besucher fast darum stritten, wer als Nächstes fahren durfte. Bereits im zweiten Jahr wurde deshalb die Kartflotte erweitert, kurze Zeit später kamen weitere Fahrzeuge hinzu. Existenzängste oder Zweifel? Die gab es rückblickend kaum. Ganz im Gegenteil – der FöhrRing entwickelte sich von Jahr zu Jahr weiter.
Besonders stolz sind Petra und Dierk Clausen jedoch nicht nur auf ihre Kartbahn, sondern vor allem auf die Menschen, die sie begleiten. Von Anfang an gehört auch Neffe Kai Clausen zum Team. Seit zweieinhalb Jahren unterstützt außerdem Sohn Malte Clausen den Familienbetrieb. Hinzu kommen langjährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Studenten, die in ihren Semesterferien regelmäßig zurückkehren, und sogar Freunde, die extra ihren Jahresurlaub nehmen, um im Sommer auf Föhr mitzuhelfen. „Wir sind eine große Familie“, sagt Petra Clausen. Dieser Satz gilt längst nicht nur für das Team, sondern auch für viele Stammgäste.
Über die Jahre ist rund um den FöhrRing etwas entstanden, womit anfangs niemand gerechnet hatte. Viele Familien steuern die Kartbahn inzwischen direkt nach ihrer Ankunft auf Föhr an – noch bevor sie überhaupt ihre Ferienwohnung beziehen. Andere drehen vor der Heimreise noch schnell ein paar letzte Runden. Manche Kinder kamen einst gerade groß genug, um über die Streckenbegrenzung schauen zu können. Heute stehen sie als junge Erwachsene wieder auf der Strecke.
Immer wieder entstehen daraus Freundschaften, die weit über den Urlaub hinausreichen. Gäste begrüßen Petra und Dierk mit einer herzlichen Umarmung, schicken Fotos und Collagen oder freuen sich jedes Jahr auf das Wiedersehen. Besonders bewegend sind für Petra die Momente, wenn schüchterne Kinder über sich hinauswachsen und nach ihrer ersten Fahrt voller Stolz aus dem Kart steigen. „Dann weiß man einfach, warum man das alles macht“, erzählt sie.
Auch nach zehn erfolgreichen Jahren denken Petra und Dierk Clausen längst weiter. Neue Veranstaltungsformate wie ein „Sundowner Race“ sollen künftig vor allem wieder mehr Insulaner auf die Strecke locken. Außerdem möchten sie beliebte Eventideen wie das frühere Mario-Kart-Event gemeinsam mit der Föhr Tourismus GmbH (FTG) wieder aufleben lassen. Auch Firmenveranstaltungen, Vereinsrennen oder private Gruppen gehören inzwischen fest zum Angebot. Selbst das Catering dafür wird bis heute komplett im eigenen Haus vorbereitet – von den Salaten bis zum Grillbuffet.
Für Petra steht fest: „Stillstand ist tot.“ Deshalb beobachten beide ständig neue Entwicklungen und überlegen, wie sich der FöhrRing weiterentwickeln kann. Würden sie heute noch einmal ganz von vorne anfangen? Die Antwort kommt bei beiden ohne zu zögern: Ja. Vielleicht sogar noch ein paar Jahre früher.
Gefeiert wird das zehnjährige Bestehen am Freitag, 10. Juli, von 11 bis 19 Uhr auf dem Gelände des FöhrRings. Besucher dürfen sich auf Gegrilltes – selbstverständlich auch in einer veganen Variante –, Getränke, eine Hüpfburg, Bobbycars für die Kleinsten, Tattoo-Aktionen sowie viele persönliche Gespräche mit dem gesamten FöhrRing-Team freuen.
Ein besonderes Highlight wird außerdem der Besuch von Rieke Clausen, die extra aus Schweden anreist. Sie stellt ihr neues Buch „Full Speed Disaster“ vor, das perfekt zum Jubiläum und zum Motorsport passt. Natürlich können Besucher das Buch direkt vor Ort erwerben und sich persönlich signieren lassen.
Zum Jubiläum möchten Petra und Dierk Clausen vor allem eines sagen: Danke. Danke an ihr Team, an ihre Familien, an alle Unterstützer und vor allem an die vielen Gäste, die den FöhrRing in den vergangenen zehn Jahren zu dem gemacht haben, was er heute ist.
Nach einem Jahrzehnt steht fest: Der FöhrRing ist längst mehr als nur eine Kartbahn. Er ist ein Treffpunkt für Familien, Freunde und Generationen geworden – und eine echte Erfolgsgeschichte, die auf Föhr wohl noch lange nicht zu Ende erzählt ist.
Fotos: Stefan Gaul
Geschrieben von: admin
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