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Ein wichtiger Schritt für die Krisenvorsorge: Landrat Florian Lorenzen übergab ein neues Notstromaggregat, das künftig den Katastrophenschutz auf Föhr weiter stärken soll.
Was passiert, wenn auf einer Insel plötzlich der Strom ausfällt? Diese Frage ist auf Föhr spätestens seit Orkantief „Zeynep“ im Februar 2022 keine theoretische mehr. Damals kam es zu einem Blackout, wichtige Infrastruktur musste teilweise von Hand wieder in Betrieb genommen werden und auch das Mobilfunknetz fiel aus. Die Ereignisse haben deutliche Spuren hinterlassen – und zahlreiche Veränderungen angestoßen. Mit der Übergabe eines neuen leistungsstarken Notstromaggregats wurde jetzt ein weiterer wichtiger Baustein für den Katastrophenschutz auf Föhr geschaffen. Unsere Redaktion war bei der Übergabe dabei und sprach mit Landrat Florian Lorenzen sowie Wyks Bürgermeister Uli Hess.
Für Landrat Florian Lorenzen steht fest: Die Inseln haben die richtigen Konsequenzen aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre gezogen. Besonders beeindruckt zeigt er sich davon, wie früh Föhr und Amrum begonnen haben, sich intensiv mit dem Thema Bevölkerungsschutz auseinanderzusetzen. Viele Maßnahmen seien nicht erst durch gesetzliche Vorgaben entstanden, sondern aus eigener Initiative entwickelt worden. Genau dieses vorausschauende Handeln habe Vorbildcharakter – nicht nur für den Kreis Nordfriesland, sondern weit darüber hinaus. Der Kreis unterstütze die Inseln zwar mit Technik und Ausstattung, doch ein großer Teil der Vorbereitung müsse direkt vor Ort stattfinden. Dass dies auf Föhr und Amrum bereits seit Jahren mit großem Engagement geschehe, verdiene höchste Anerkennung. Für Lorenzen zeigt sich hier eindrucksvoll, wie gute Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Ehrenamt und Kreisverwaltung funktionieren kann.
Neben moderner Technik richtet Florian Lorenzen einen klaren Appell an die Bevölkerung. Im Ernstfall könnten Einsatzkräfte nicht überall gleichzeitig sein. Deshalb sei es wichtig, dass sich jeder Haushalt frühzeitig mit der eigenen Vorsorge beschäftige. Genau dafür wurde auch die Kampagne „Hest allens paraat?“ ins Leben gerufen, die auf Föhr und Amrum besonders gut angenommen worden sei. Wer Lebensmittel, Trinkwasser, Taschenlampen oder Batterien für einige Tage bereithalte und sich mit Nachbarn gegenseitig unterstütze, leiste einen wichtigen Beitrag zum Bevölkerungsschutz. Gleichzeitig wirbt der Landrat dafür, sich selbst ehrenamtlich zu engagieren. Ob Feuerwehr oder andere Hilfsorganisationen – überall würden Menschen gebraucht. Vorkenntnisse seien dafür nicht erforderlich. Entscheidend sei die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und im Ernstfall anderen zu helfen.
Auch Wyks Bürgermeister Uli Hess sieht in dem neuen Notstromaggregat eine wichtige Investition in die Zukunft der Insel. Die Erinnerung an den Stromausfall während des Orkans „Zeynep“ sei noch immer präsent. Damals habe sich gezeigt, wie abhängig viele Bereiche des täglichen Lebens von einer funktionierenden Stromversorgung seien. Das jetzt übergebene Aggregat werde auf der Wache der Freiwilligen Feuerwehr Wyk stationiert, stehe aber im Bedarfsfall der gesamten Insel zur Verfügung. Besonders wichtig sei es, kritische Infrastruktur auch bei einem länger andauernden Stromausfall weiterhin betreiben zu können. Dazu zählen unter anderem Tankstellen, die Einsatzfahrzeuge der sogenannten Blaulichtfamilie mit Kraftstoff versorgen müssen. Hess betont, dass das Aggregat ausdrücklich für den Bevölkerungsschutz vorgesehen sei und im Ernstfall dazu beitrage, lebenswichtige Abläufe aufrechtzuerhalten.
Für Uli Hess ist die Übergabe deshalb nur ein weiterer Schritt in einer langfristigen Entwicklung. Schon seit Jahren werde kontinuierlich in die Ausstattung der Feuerwehren investiert. Moderne Fahrzeuge, neue Technik und zeitgemäße Unterkünfte gehörten genauso dazu wie die regelmäßige Erneuerung der Ausrüstung. So kündigte der Bürgermeister an, dass die Stadtvertretung noch in diesem Jahr die Beschaffung einer neuen Drehleiter auf den Weg bringen wolle – ein Investitionsvolumen von mehr als einer Million Euro. All diese Maßnahmen hätten ein gemeinsames Ziel: Die Feuerwehren auf Föhr bestmöglich auf zukünftige Herausforderungen vorzubereiten. Denn auch wenn alle hoffen, dass das neue Notstromaggregat möglichst nie gebraucht wird, gibt es den Verantwortlichen das gute Gefühl, für den Ernstfall besser gerüstet zu sein als noch vor wenigen Jahren.
Fotos: Stefan Gaul
Geschrieben von: admin
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