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Mehr Informationen direkt online: Das Amt Föhr-Amrum hat unter anderem einen neuen Baustellenfinder gestartet, der über angemeldete Sperrungen und Verkehrseinschränkungen informiert.
Wo wird gesperrt und wie lange dauert die Baustelle? Das Amt Föhr-Amrum hat einen neuen Online-Baustellenfinder gestartet. Zusätzlich gibt es einen digitalen Genehmigungsleitfaden und ein Informationsportal für Bauleitplanverfahren.
Wo wird eine Straße gesperrt, wie lange dauern die Arbeiten und was wird dort eigentlich gemacht? Wer auf Föhr oder Amrum von einer Baustelle überrascht wurde, musste sich solche Informationen bislang häufig selbst zusammensuchen. Das Amt Föhr-Amrum will genau das jetzt einfacher machen und hat gleich mehrere neue digitale Service-Angebote freigeschaltet. Herzstück ist ein neuer Online-Baustellenfinder, der einen Überblick über angemeldete Arbeiten und damit verbundene Verkehrseinschränkungen geben soll. Dazu kommen ein digitaler Leitfaden für häufig benötigte Genehmigungen sowie ein Informationsportal zu laufenden Bauleitplanverfahren.
Die neuen Angebote sollen Bürgerinnen und Bürgern einige Wege und vor allem die Suche nach den richtigen Informationen erleichtern. Gerade der Baustellenfinder dürfte dabei im Inselalltag interessant sein: Statt erst vor einer Absperrung festzustellen, dass die gewohnte Strecke nicht passierbar ist, lässt sich künftig vorab nachschauen, welche Einschränkungen angekündigt sind. Allerdings gibt es dabei eine wichtige Einschränkung: Längst nicht jede kurzfristige Baustelle wird in der Übersicht auftauchen.
Der neue Baustellenfinder ist auf der Internetseite des Amtes Föhr-Amrum zu finden und bündelt die dem Amt vorliegenden Informationen zu Einschränkungen im öffentlichen Verkehrsraum. In einer Übersicht lässt sich unter anderem erkennen, wo eine Baustelle eingerichtet wird, wann die Einschränkung beginnt, wie lange sie voraussichtlich dauert und welche Arbeiten der Grund dafür sind. Damit richtet sich das Angebot nicht nur an Autofahrer. Auch Eltern schulpflichtiger Kinder, Taxiunternehmen oder andere Verkehrsteilnehmer können beispielsweise frühzeitig prüfen, ob auf einer regelmäßig genutzten Strecke Behinderungen zu erwarten sind.
Wie konkret die Angaben sein können, zeigt ein aktueller Eintrag aus Wyk: In der Hafenstraße ist in Höhe der Hausnummer 32 für den Zeitraum vom 14. bis 18. September eine Vollsperrung angekündigt. Als Grund wird das Einbringen von Stahlstreben genannt. Solche Informationen sollen künftig zentral abrufbar sein, anstatt dass Nutzer verschiedene Stellen nach möglichen Einschränkungen durchsuchen müssen.
Eine lückenlose Baustellenkarte darf man allerdings nicht erwarten. Das Amt weist selbst darauf hin, dass eine vollständige Erfassung sämtlicher Baustellen nicht gewährleistet werden kann. Insbesondere kurzfristige Tagesbaustellen können fehlen, weil Tiefbauunternehmen für solche Arbeiten teilweise über bereits bestehende Jahresgenehmigungen verfügen und die einzelnen Maßnahmen dann nicht noch einmal separat erfasst werden. Wer auf eine nicht aufgeführte Baustelle stößt, kann das Amt darauf aufmerksam machen. Für entsprechende Hinweise auf Föhr ist Jörg Becker unter 04681 5004831, auf Amrum Anke Delius unter 04682 941120 erreichbar.
Beim zweiten neuen Angebot geht es weniger um die Frage, was auf der Straße passiert, sondern darum, welche Genehmigung für ein eigenes Vorhaben überhaupt benötigt wird. Denn die Bandbreite möglicher Fälle ist groß: Darf eine Drohne über Strand- und Wattbereiche fliegen? Was muss beachtet werden, wenn mit einem Metalldetektor nach Gegenständen am Strand gesucht werden soll? Welche Voraussetzungen gelten für eine private Veranstaltung ohne Alkoholausschank? Und wie lässt sich eine Genehmigung beantragen, wenn die Wyker Fußgängerzone mit einem Fahrzeug befahren werden muss? Für solche und weitere häufig auftretende Fälle hat das Amt einen neuen Genehmigungsleitfaden zusammengestellt. Er soll Nutzerinnen und Nutzer gezielt zu den benötigten Informationen und Antragsmöglichkeiten führen und damit die Suche nach dem richtigen Ansprechpartner oder Formular vereinfachen. Zu finden ist das Angebot auf der Internetseite des Amtes im Bereich Bürgerservice unter den Genehmigungsverfahren. Damit verfolgt die Verwaltung einen ziemlich praktischen Ansatz: Bürgerinnen und Bürger sollen nicht erst wissen müssen, welches Sachgebiet innerhalb des Amtes für ihr Anliegen verantwortlich ist. Ausgangspunkt ist stattdessen die konkrete Frage oder das geplante Vorhaben – von der Veranstaltung bis zum Befahren einer ansonsten gesperrten Verkehrsfläche.
Ein drittes neues Angebot richtet sich an alle, die sich über laufende Bauleitplanverfahren auf Föhr und Amrum informieren möchten. Das Amt hat dafür ein eigenes Informationsportal eingerichtet. Dort sollen Mandatsträgerinnen und Mandatsträger den aktuellen Verfahrensstand in einer tabellarischen Übersicht nachvollziehen können. Erfasst werden Informationen zu den Bauleitplanverfahren der Gemeinden auf Föhr und Amrum sowie der Stadt Wyk auf Föhr. Für den Zugriff auf diesen Bereich ist ein vom Planungsamt mitgeteiltes Passwort erforderlich. Die drei Angebote unterscheiden sich damit deutlich in ihrer Zielgruppe und Funktion: Der Baustellenfinder liefert Informationen über Verkehrseinschränkungen, der Genehmigungsleitfaden hilft bei konkreten Anliegen und Anträgen, während das Bauleitplanportal den Stand laufender Planungsverfahren transparenter und zentral zugänglich machen soll.
Die neuen Online-Angebote stehen zugleich in einem größeren Zusammenhang. Das Amt Föhr-Amrum arbeitet seit 2024 als digitale Modellverwaltung mit dem Land Schleswig-Holstein zusammen. Ende April 2024 unterzeichneten Schleswig-Holsteins Digitalisierungsminister Dirk Schrödter und Amtsdirektor Christian Stemmer einen Kooperationsvertrag. Über einen Zeitraum von drei Jahren bis 2027 soll gemeinsam an einer Strategie für die digitale Transformation der Verwaltung gearbeitet werden. Mit den jetzt gestarteten Angeboten wird diese Entwicklung für Bürgerinnen und Bürger an ganz konkreten Stellen sichtbar. Denn Digitalisierung in einer Verwaltung muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass ein komplett neuer Verwaltungsprozess entsteht. Manchmal beginnt sie schon damit, Informationen, die ohnehin vorhanden sind, so aufzubereiten, dass sie leichter gefunden werden.
Für den Inselalltag dürfte vor allem der Baustellenfinder schnell interessant werden. Er wird zwar nicht jede kurzfristig aufgestellte Absperrbake vorhersehen können. Bei angemeldeten und eingetragenen Maßnahmen kann ein kurzer Blick auf die Internetseite künftig aber möglicherweise verhindern, dass die nächste Straßensperrung tatsächlich erst dann auffällt, wenn man schon direkt davorsteht.
Fotos: Andreas Hansen/Amt Föhr-Amrum
Geschrieben von: admin
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