Inselradio Föhr Friesische Karibik für die Ohren
Gewaltige Wellen überspülen Teile der Hafenmole in Dagebüll. Mit Orkantief „Manja“ droht Föhr, Amrum und der nordfriesischen Festlandsküste ein stürmisches Wochenende mit gefährlich hohen Wasserständen. Archivfoto: Bettina Bohne-Gudereit
Erst Sturmtief „Luise“, dann Orkan „Manja“: Föhr, Amrum und Dagebüll stehen vor einem turbulenten Wochenende. Unser Wetterexperte Markus Mösser rechnet mit Böen von bis zu 117 Kilometern pro Stunde, örtlich sogar mehr. In der Nacht zu Montag droht eine Sturmflut. Die Hafenstöpen in Wyk sind bereits geschlossen, auch die W.D.R. warnt vor Einschränkungen im Fährverkehr.
Auf Föhr und Amrum wird es ungemütlich – und das gleich über mehrere Tage. Zwei aufeinanderfolgende Sturmtiefs bestimmen das Wetter am Wochenende vom 24. und 25. Oktober. Während die ersten kräftigen Böen bereits am Samstagmorgen erwartet werden, könnte sich die Lage in der Nacht zum Sonntag erheblich verschärfen. Besonders kritisch wird es nach derzeitigen Berechnungen beim Hochwasser in der Nacht zu Montag. „Die Lage verändert sich aktuell ständig“, erklärt Inselradio-Wetterexperte Markus Mösser. Dennoch zeichnet sich für die nordfriesische Küste eine Entwicklung ab, auf die sich Inselbewohner, Gäste und Fährreisende vorbereiten sollten.
Den Anfang macht am Samstag Tief „Luise“. Dessen Zugbahn hat sich nach Angaben von Mösser leicht verändert. Statt weiter südlich könnte das Sturmtief nun direkt über Nordfriesland hinwegziehen. Bereits am frühen Morgen werden deshalb Windstärken von 8 bis 9 erwartet. Das entspricht stürmischen Böen bis hin zu Sturmböen mit Geschwindigkeiten zwischen etwa 60 und 90 Kilometern pro Stunde.
Doch „Luise“ ist nur der Auftakt. Ab Samstagabend gegen 20 Uhr sollen die ersten Ausläufer von Orkantief „Manja“ die Region erreichen. Anschließend nimmt der Wind weiter zu. „Für die nordfriesischen Inseln und das Festland gilt Windstärke 11 mittlerweile als sicher“, sagt Mösser. Damit wären orkanartige Böen von bis zu 117 Kilometern pro Stunde möglich. Örtlich könnten sogar Orkanböen der Stärke 12 auftreten. Besonders an ungeschützten Küstenabschnitten, auf den Hafenmolen und in offenen Lagen ist deshalb mit erheblichen Windbelastungen zu rechnen.
Neben dem Wind bereitet vor allem der erwartete Wasserstand Sorgen. Orkantief „Manja“ drückt Wassermassen in die Deutsche Bucht. Weil der Wind auf westliche Richtungen dreht, wird das Wasser gegen die nordfriesische Küste gedrückt und kann sich dort aufstauen. Nach den bislang vorliegenden Berechnungen wird die Sturmflut für das Hochwasser in der Nacht von Sonntag, 25. Oktober, auf Montag, 26. Oktober, erwartet.
Besonders hohe Wasserstände könnten an der Festlandsküste auftreten. Für Dagebüll werden vorläufig 1,80 bis 2,20 Meter über dem mittleren Hochwasser prognostiziert. Am Pegel Wittdün auf Amrum liegen die bisherigen Erwartungen bei 1,50 bis 1,80 Metern über dem mittleren Hochwasser „Besonders eng wird es an der Festlandsküste“, erklärt Mösser. Dort könne der Wind das Wasser in die flachen Buchten drücken. Die mögliche Höhe erinnert an die Sturmflut durch Sturmtief „Joshua“ im Oktober 2025.
Die genannten Werte sind noch keine endgültigen Pegelvorhersagen. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hatte zunächst eine Vorabinformation veröffentlicht. Genauere stationsbezogene Warnungen werden im weiteren Verlauf erwartet. Die Entwicklung kann sich bis zum Eintreffen des Hochwassers noch verändern.
Auf Föhr wurden bereits erste Schutzmaßnahmen umgesetzt. Die Stadt Wyk ließ die Hafenstöpen am Freitagmittag vorsorglich schließen. Die Schutztore sollen verhindern, dass bei stark erhöhten Wasserständen Nordseewasser vom Hafen in die tiefer gelegenen Bereiche der Innenstadt gelangt.
Besonders dringend ist der Aufruf an Fahrzeughalter: Wer sein Auto, Motorrad oder Fahrrad noch im gefährdeten Hafengebiet abgestellt hat, soll es umgehend entfernen. Bei einer Überflutung drohen erhebliche Schäden. Zur Gefahrenabwehr können Fahrzeuge außerdem kostenpflichtig abgeschleppt werden. Geschäfte und Gastronomiebetriebe im Hafenbereich bleiben grundsätzlich erreichbar. Fußgänger können unter anderem die Treppe über den Deich am Amtsgebäude nutzen. Wegen der erwarteten Wetterlage ist dort allerdings besondere Vorsicht geboten.
Auch für Reisende zwischen Dagebüll, Föhr und Amrum könnte das Wochenende schwierig werden. Die Wyker Dampfschiffs-Reederei (W.D.R.) hat ihre Kunden bereits über mögliche Beeinträchtigungen informiert. Demnach kann es am Sonntag, 25. Oktober, und Montag, 26. Oktober, sowohl zu Fahrplanänderungen als auch zu Problemen bei der Fahrzeugabfertigung auf den Hafenmolen kommen. Ursache sind der vorhergesagte Sturm und die erwarteten hohen Wasserstände.
Konkrete Ausfälle wurden in der vorliegenden Mitteilung noch nicht angekündigt. Wer an diesen Tagen mit der Fähre reisen möchte, sollte die weitere Entwicklung deshalb aufmerksam verfolgen und sich vor Fahrtantritt über mögliche Änderungen informieren. Aktuelle Hinweise veröffentlicht die Reederei auf faehre.de
Eine erste Entspannung erwartet Markus Mösser zum Wochenbeginn. Am Montag soll der Wind wieder auf südliche Richtungen drehen. Dadurch könnte das zuvor aufgestaute Wasser besser aus der Deutschen Bucht abfließen. „Eine zweite Sturmflut am Montag gilt aktuell als sehr unwahrscheinlich“, erklärt der Wetterexperte. Vollständig überstanden ist die unruhige Wetterphase damit allerdings noch nicht. Bis einschließlich Mittwoch könnte es in Schleswig-Holstein weiterhin stürmisch bleiben.
Für Bewohner und Gäste auf Föhr und Amrum gilt deshalb: Lose Gegenstände im Freien sichern, gefährdete Hafenbereiche meiden und die aktuellen Wetter- und Sturmflutwarnungen verfolgen. Gerade an den Küsten können sich die Bedingungen innerhalb kurzer Zeit deutlich verschlechtern.
Die offiziellen Wasserstandsvorhersagen und Warnungen veröffentlicht das BSH unter wasserstand.bsh.de
Geschrieben von: admin
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todayOktober 24, 2026 119 75
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