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Die Zukunft der Notfallversorgung auf Föhr und Amrum steht auf dem Spiel: Die Wyker Stadtvertretung fordert einstimmig den Erhalt der 24/7-Notaufnahme an der Inselklinik. Foto: Stefan Gaul
Einstimmiger Beschluss, Applaus und ein ungewöhnlicher Protestvorschlag: Die Wyker Stadtvertretung fordert den Erhalt der 24/7-Notaufnahme an der Inselklinik Föhr-Amrum. Für den 18. November ist eine große Demonstration geplant. Sogar ein einstündiger Stillstand der Insel wurde ins Gespräch gebracht.
Mit deutlichen Worten hat sich die Wyker Stadtvertretung am Mittwochabend, 28. Oktober, gegen einen möglichen Wegfall der bisherigen 24/7-Notaufnahme an der Inselklinik Föhr-Amrum gestellt. Nach einer eindringlichen Debatte verabschiedeten die Stadtvertreter einstimmig eine Resolution zum Erhalt der Notfallversorgung rund um die Uhr. Aus den Zuschauerreihen gab es Applaus.
Hintergrund ist die geplante Umwandlung der Inselklinik in eine sektorenübergreifende Versorgungseinrichtung (SÜV) zum 1. Januar 2028. Bürgermeister Uli Hess warnte vor den Folgen, sollte die bisherige Notfallversorgung insbesondere nach 16:30 Uhr und an Wochenenden nicht mehr zur Verfügung stehen. Angesichts der Insellage sei das „der blanke Hohn“.
Hess verwies auf die ältere Bevölkerung, zahlreiche Urlaubsgäste und Einrichtungen wie das Haus Schöneberg. Bei mehreren gleichzeitigen Notfällen könnten die Rettungsmittel schnell an ihre Grenzen geraten. Hubschrauber und Seenotretter seien keine jederzeit verfügbare Alternative. Gerade bei schwierigen Wetterbedingungen könne die Insellage zum Problem werden.
Besonders eindringlich äußerte sich Thomas Strelow (CDU), der nach eigenen Angaben 20 Jahre im Rettungsdienst auf Föhr tätig war. Er warnte davor, dessen personelle und organisatorische Möglichkeiten zu überschätzen: „Weil das betrifft hier alle, und wenn das Ding weg ist, ist es weg. Das dürfen wir alle nicht vergessen.“
Strelow appellierte an die Menschen auf Föhr und Amrum, sich an der Demonstration am 18. November zu beteiligen. Es dürften nicht nur 150 oder 200 Teilnehmer werden; er hoffe auf mehrere Tausend. Dass zur Sitzung lediglich acht Zuschauer gekommen waren, sprach er ebenfalls an.
Volker Stoffel (KG) brachte einen ungewöhnlichen Vorschlag ins Spiel: Die Insel könne für eine Stunde symbolisch stillstehen. Schulen, Geschäfte und weitere Einrichtungen könnten sich beteiligen und so über Föhr hinaus Aufmerksamkeit schaffen. Beschlossen wurde ein solcher Schritt nicht. Auch Silke Ofterdinger-Daegel (KG) warb dafür, möglichst viele Menschen und Einrichtungen, darunter das Haus Schöneberg, einzubeziehen.
Organisiert wird die Demonstration vom Aktionsbündnis Inselklinik Föhr-Amrum. Nach dessen Angaben haben sich bereits Menschen aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen sowie Institutionen und Vereine angeschlossen. Die Kundgebung soll gegen Mittag oder am frühen Nachmittag stattfinden; Einzelheiten zum Ablauf stehen noch aus. Aufgerufen sind Menschen von Föhr und Amrum ebenso wie Gäste und Unterstützer der Inselklinik.
Die Forderungen der Stadtvertretung gehen über eine geöffnete Notaufnahme hinaus. In der einstimmig beschlossenen Resolution verlangt sie einen gesicherten 24/7-Dienst für akute Notfälle mit einem Internisten, einem Chirurgen und einem Anästhesisten sowie Zugriff auf die Radiologie. Eine Ausnahmeregelung sei dafür unabdingbar. Die Resolution soll an das zuständige Landesministerium und den Kreis Nordfriesland als Krankenhausträger geschickt werden. Auch der Kreis soll sich mit einer eigenen Resolution positionieren. Eine entsprechende Entscheidung ist für die Kreistagssitzung am 13. November vorgesehen.
Geeske Eisersdorff (KG) warnte vor zusätzlichen Patiententransporten per Hubschrauber: Würden mehr Patienten ausgeflogen, könnten Maschinen bei anderen Notfällen fehlen – auch auf dem Festland. Hess verwies auf Berechnungen, nach denen sich die Zahl der Hubschraubereinsätze möglicherweise verdreifachen könnte.
Auch politische und rechtliche Wege wurden diskutiert. Till Müller (Grüne) regte an, die Bundespolitik einzubeziehen. Peter Schaper (SPD) verwies auf mögliche Ausnahmeregelungen im Sozialgesetzbuch V und schlug vor, gemeinsam mit Helgoland für inselspezifische Lösungen einzutreten. Jörg Brodersen (KG) nannte Ministerpräsident Daniel Günther und dessen Vorgänger Peter Harry Carstensen als mögliche Unterstützer.
Am 18. November wird auch Schleswig-Holsteins Gesundheitsstaatssekretär Olaf Tauras auf Föhr erwartet. Nach einem offenen Brief des Amtes Föhr-Amrum und niedergelassener sowie an der Klinik tätiger Ärzte hatte das Gesundheitsministerium Gesprächsbereitschaft signalisiert. In der Wyker Amtsverwaltung sollen Vertreter des Landes, des Kreises Nordfriesland, der Verwaltung, des Krankenhauses und der Ärzteschaft über eine Lösung beraten.
Am 18. November soll der Protest für die Inselklinik auf Föhr und Amrum sichtbar werden. Nach dem einstimmigen Beschluss der Wyker Stadtvertretung steht damit die nächste Frage im Raum: Wie geschlossen stehen die Menschen beider Inseln hinter ihrer Notfallversorgung? Die Demonstration wird zeigen, wie viele bereit sind, dafür gemeinsam auf die Straße zu gehen.

Reporter & Redaktion | Inselradio Föhr
Stefan Gaul ist mit Mikrofon, Kamera und Notizblock auf Föhr unterwegs. Als Gründer und Betreiber vom Inselradio Föhr berichtet er als Radiomoderator und Reporter über das Leben auf der Insel. Besonders am Herzen liegen ihm die Menschen und ihre Geschichten – von den kleinen Momenten des Alltags bis zu den großen Themen, die Föhr bewegen. Ein besonderes Interesse gilt auch der Blaulichtberichterstattung und der Arbeit von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten. Seit 2026 schreibt er als freier Mitarbeiter für den Insel-Boten. Er ist überzeugt, dass sich durch die journalistische Zusammenarbeit noch aktueller und vielfältiger über das Geschehen auf den Inseln berichten lässt.
Geschrieben von: admin
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todayOktober 30, 2026 3143 122
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Thomas Dahle am Oktober 30, 2026
Föhr und auch Amrum müssen zusammen kämpfen für dieses Krankenhaus. Die Demonstration ist ein gutes Zeichen.
Der Bericht liebes Radio von Föhr ist sehr gut geschrieben und bewegt hoffentlich die Leute aufzustehen.
Anja Lorenz am Oktober 30, 2026
Hoffentlich hat der Shz deinen Bericht auch gedruckt sehr emotional verfasst Stefan
Inselkind am Oktober 30, 2026
Eine bodenlose Frechheit was die Politik sich erlaubt und gut das unsere Stadtvertretung jetzt klare Worte findet
Konnte an diesem Abend leider nicht vor Ort dabei sein aber auf das Inselradio ist mal wieder Verlass mit einem Artikel. Tollen Job macht ihr
Jetzt alle auf die Straßen an diesem Tag
Inselkind am Oktober 30, 2026
Und fragt doch mal unseren Landesvater oder seinen Herausforderer