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Die Schlitten mit Gewichten sind eine der acht Stationen. (Archivbild) Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
Hamburg (dpa) – Nicht mal zehn Jahre alt, voll im Trend und wenn es nach den Machern geht, in absehbarer Zeit bei Olympia. Hyrox – eine Form von Hybrid Racing. Laufen wird mit Kraftübungen kombiniert, im Falle von Hyrox bedeutet das: Achtmal einen Kilometer Laufen, dazwischen stehen die Übungen mit den Namen SkiErg, Sled Push, Sled Pull, Burpee Broad Jumps, Rowing, Farmers Carry, Sandbag Lunges und Wall Balls an.
Längst ist die Serie global, Englisch ist die Sprache der Hyrox-Welt. Allein im August stehen Rennen in Chengdu und Shenzen in China, im japanischen Chiba, in der türkischen Metropole Istanbul, in Thailands Hauptstadt Bangkok, in Kapstadt in Südafrika und im australischen Perth an. Im September geht es mit der US-Hauptstadt Washington weiter.
«Die Entwicklung in dieser Form haben wir uns damals auch nur erträumen können, aber nicht erahnen», sagt Moritz Fürste der Deutschen Presse-Agentur. Der Hockey-Olympiasieger von 2008 in Peking und 2012 in London gründete Hyrox 2017 zusammen mit Christian Toetzke, einem Sporteventmanager. Was man über Hyrox wissen muss:
Fürste und Toetzke wollten für die diejenigen, die in Fitness-Studios gehen und dort trainieren, die Möglichkeit eines hybriden Wettkampfs über Bodybuilding hinaus geben. «Unsere These war: Genau dort gibt es in der Welt des Sports eine Lücke», betonte Fürste. Es ging darum, für diese Zielgruppe eine Bühne zu schaffen, die Kraft- und Cardiosport miteinander vereint.
Zu absolvieren sind – ein bisschen wie einst beim Zirkeltraining – acht Stationen, vor denen jeweils ein Kilometer gelaufen wird: Ski-Ergometer (1000 Meter), einen Schlitten mit Gewichten nach vorn schieben (50 Meter), einen Schlitten mit Gewichten an einem Seil ziehen (50 Meter), aus dem Liegestütz mit Ablegen der Brust auf dem Boden Weitsprünge mit beiden Beinen nach vorn (80 Meter), ein Rudergerät (1000 Meter), mit Gewichten links und rechts gehen (200 Meter), Ausfallschritte mit einem Sandsack auf den Schultern (100 Meter) und aus der Hocke heraus einen Medizinball in einen bestimmten Bereich einer Wand werfen (100 Wiederholungen). Ein Zeitlimit gibt es nicht. Die Stundenmarke gilt als Schallmauer.
Hyrox ist bisher ein reiner Hallensport. Es werden auch Weltmeistertitel vergeben, in einer Elite-Klasse für Profis und in verschiedenen Altersklassen, für die man sich aber qualifizieren muss.
Die Geräte werden gestellt, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer benötigen nur Sportschuhe sowie Sportkleidung.
Die Anmeldungsgebühr für Hyrox-Wettkämpfe liegt etwa zwischen 89 und 130 Euro. Hinzu gebucht werden kann ein Foto-Paket – professionelle Fotografen begleiten die Events.
Laut Hyrox werden in diesem Jahr mehr als 100 Wettkämpfe weltweit angeboten. Bei der Premiere 2017 in Hamburg waren 650 Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Start. In diesem Jahr rechnet Fürste mit einer Gesamtzahl von 1,8 Millionen, für 2027 planen die Hyrox-Verantwortlichen mit 2,5 Millionen. Es gibt für verschiedene Divisionen: Open (Männer/Frauen), Pro (Männer/Frauen), Doubles (Männer/Frauen/Mixed), Pro Doubles (Männer/Frauen), Staffel (Männer/Frauen/gemischt), Adaptiv (Männer/Frauen). Für die Wertungen geht es dann auch nach Altersklassen.
Fürste spricht von einem Produkt, bei dem viele Faktoren sehr gut in die Zeit passen. Dazu gehört aus seiner Sicht auch das Indoor-Konzept. Die Wettkämpfe sind nicht abhängig vom Wetter, in der Halle können die Hyrox-Macher das Event zudem nach ihren Vorstellungen umsetzen, dazu gehören ein DJ oder auch entsprechende Beleuchtung – alles auch für die Dramaturgie.
Längst sind Hyrox-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer auch zu einer Community geworden, verstärkt und beschleunigt auch durch die Sozialen Netzwerke. Davon wiederum profitieren auch die Hyrox-Macher enorm.
«Wenn Menschen weltweit Fotos von HYROX auf Social Media posten, sind sie natürlich auch unsere Multiplikatoren und unser Marketing», erklärte Fürste.
Wenn einer weiß, was Olympia für Sportler bedeutet, dann Fürste. Zweimaliger Hockey-Olympiasieger, dazu noch Dritter bei den Spielen 2016 in Rio, eine Ikone seiner Sportart. Hyrox nun zu Olympia zu führen, «wäre schon ein Full-Circle-Moment», sagt er, aber das stehe für ihn nicht im Vordergrund.
«Wir glauben, dass Hybrid Racing, wozu Hyrox gehört, ein zeigbarer und Zuschauerspektakel-Sport ist, den Olympische Spiele brauchen – gerade in der neuen Zeit, wo doch viele Sportarten auch bei Olympia auch zu Recht hinterfragt werden.» Entsprechend würden sie ihre Bemühungen weiter vorantreiben. «Wir haben das klare Ziel, für die Spiele 2032 erstmals bei der Bewerbungsperiode mitzumachen.» Seit Oktober vergangenen Jahres gehört Hyrox dem Triathlon-Weltverband an.
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