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Geschicklichkeit und Präzision im Galopp: Beim Bundesringreiten in Oldsum messen sich die Föhrer Ringreitervereine miteinander.
Beim Bundesringreiten auf Föhr sind die vier Ringreitvereine der Insel in Oldsum gegeneinander angetreten. Die Westerlandföhrer gewannen die Vereinswertung, während Norbert Clausen mit 16 Ringen den Einzelsieg holte.
Vier Vereine, vier Farben und eine jahrhundertealte Tradition: Beim Bundesringreiten auf Föhr sind am Samstag, 8. August 2026, die vier Ringreitvereine der Insel in Oldsum gegeneinander angetreten. Auf dem Platz am Stig ging es bei strahlendem Sonnenschein für die Reiterinnen und Reiter um Geschicklichkeit, Präzision und natürlich um möglichst viele Ringe. Am Ende setzte sich der Westerlandföhrer Ringreiterverein in der Vereinswertung durch. In der Einzelwertung ging der erste Platz an einen Mitteldörfer: Norbert Clausen sicherte sich mit 16 Ringen den Tagessieg.
Schon anhand der Jacken lässt sich beim Ringreiten auf Föhr erkennen, für welchen Verein die Teilnehmerinnen und Teilnehmer antreten. Die Westerlandföhrer tragen Weiß, die Osterlandföhrer Grün, die Mitteldörfer Schwarz und die Mitglieder des Frauenringreitvereins Rot. Beim Bundesringreiten kommen die vier Vereine zusammen und treten nicht nur einzeln, sondern auch in der gemeinsamen Vereinswertung gegeneinander an. In diesem Jahr hatte dabei Westerlandföhr die Nase vorn: Mit insgesamt 850 Ringen sicherten sich die Westerlandföhrer den ersten Platz. Dahinter folgte Osterlandföhr mit 805 Ringen, den dritten Platz belegten die Mitteldörfer mit 793 Ringen. Der Frauenringreitverein kam mit 679 Ringen auf Platz vier.
Damit stand nach einem sportlichen Nachmittag in Oldsum der Sieger des diesjährigen Föhrer Bundesringreitens fest. Entscheidend ist dabei nicht allein Schnelligkeit: Die Reiter müssen ihr Pferd im Galopp durch den sogenannten Galgen führen und gleichzeitig mit einer etwa zwei Meter langen Lanze einen kleinen Ring treffen. Die verwendeten Messingringe haben lediglich einen Durchmesser von rund 12 bis 25 Millimetern. Das Pferd muss vor und nach dem Stechen mindestens drei Galoppsprünge machen – gefragt sind also Konzentration, eine ruhige Hand und das richtige Zusammenspiel zwischen Pferd und Reiter.
Auch in der Einzelwertung ging der Sieg an einen Mitteldörfer: Norbert Clausen zeigte in Oldsum die beste Leistung des Tages und setzte sich mit 16 Ringen an die Spitze. Dahinter folgten Martin Hansen mit 14 Ringen auf Platz zwei und Svenja Jensen ebenfalls mit 14 Ringen auf Platz drei. Damit komplettierten sie das Podium beim diesjährigen Bundesringreiten.
Für die Föhrer Ringreiter ist der Wettbewerb weit mehr als ein sportlicher Wettkampf. Wenn im Sommer die Pferde über die Ringreiterplätze der Insel galoppieren, wird eine Tradition fortgeführt, deren Wurzeln weit zurückreichen. Das Ringreiten entwickelte sich aus mittelalterlichen Turnierspielen und lebte später als reiterliche Geschicklichkeitsübung weiter. Seit Ende des 18. Jahrhunderts schlossen sich die Wettkämpfer zunehmend zu Ringreitergilden zusammen und gaben sich feste Regeln und Satzungen.
Auf Föhr reicht die organisierte Geschichte des Ringreitens ebenfalls weit zurück. Der Osterlandföhrer Ringreiterverein wurde 1919 gegründet und ist damit der älteste der heutigen Vereine auf der Insel. 1923 folgte der Westerlandföhrer Ringreiterverein, 1948 kam der Mitteldörfer Ringreiterverein hinzu. Seit 1989 gibt es außerdem den Frauenringreitverein. Schon in den Statuten der Westerlandföhrer hieß es bei der Gründung 1923, der Verein solle „Ordnung und System“ in das Ringreiten bringen und das Reiten nach dem Ring in kameradschaftlicher Weise ausüben.
Mehr als ein Jahrhundert später lebt genau diese Mischung aus sportlichem Ehrgeiz, Gemeinschaft und Tradition weiter. Das Bundesringreiten in Oldsum brachte am Samstag alle vier Föhrer Vereine auf einem Platz zusammen – in Grün, Weiß, Schwarz und Rot und mit einem gemeinsamen Ziel: den kleinen Ring im Galopp möglichst oft mit der Lanze zu treffen. 2026 gelang das in der Mannschaftswertung den Westerlandföhrern am besten, während Norbert Clausen mit seinen 16 Ringen die Einzelwertung für sich entschied.
Fotos: Stefan Gaul u. Privat
Geschrieben von: admin
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