Inselradio Föhr Friesische Karibik für die Ohren
Louis Lemke ist der jüngste Torschütze in der Geschichte des Hamburger SV. Foto: Friso Gentsch/dpa
Verl (dpa/lno) – Vieles drehte sich nach dem lockeren Pokal-Erfolg des Hamburger SV nur um einen: Der 16-jährige Louis Lemke hatte gegen den Drittligisten SC Verl gerade einen Uralt-Rekord von Uwe Seeler geknackt. Der Teenager schoss beim 3:0-Sieg des Fußball-Bundesligisten den dritten Treffer des Tages – und machte sich damit zum jüngsten Pflichtspiel-Torschützen in der langen HSV-Historie.
Durch seinen Premieren-Treffer im Alter von 16 Jahren, zehn Monaten und 16 Tagen löste Lemke die HSV-Ikone Uwe Seeler als jüngsten Torschützen der Vereinsgeschichte ab. Der Ehrenspielführer der Nationalmannschaft und spätere Ehrenbürger von Hamburg hatte 1954 im Alter von 17 Jahren, neun Monaten und zehn Tagen ebenfalls im Pokal gegen Eintracht Trier getroffen.
«Er ist ein fleißiger Arbeiter und hat trotzdem wegen seines Alters eine große Freude am Fußballspielen», sagte HSV-Trainer Merlin Polzin über Lemke. «Louis ist seit Jahresbeginn bei der U21 und auch schon bei uns dabei und hat seitdem ehrlicherweise einfach richtig gute Leistungen gezeigt.»
In Verl beackerte der im Oktober 2009 geborene Lemke in Polzins System mit drei Innenverteidigern die gesamte linke Außenbahn. Lob für seinen Auftritt gab es auch vom neuen Abwehrchef Sebastiaan Bornauw: «Für einen 16-Jährigen macht er es wirklich gut», sagte der Belgier. «Er fragt nach dem Ball, er fordert den Ball, er hat keine Angst.»
Neben dem 16-jährigen Lemke machte ein weiterer HSV-Akteur in diesem Erstrunden-Spiel auf sich aufmerksam: Der Däne Albert Grönbaek, den die Hamburger nach einer Leihe im Sommer fest verpflichtet hatten, schnürte in Ostwestfalen einen Doppelpack und wurde nach Abpfiff zum «Man of the Match» gekürt.
«Ich fühle mich gut und bin in guter Form», sagte Grönbaek, stellte aber die Teamleistung in den Vordergrund. «Wir sind derzeit in einer Lage, in der wir länger mit hoher Intensität spielen können als der Gegner. Das ist natürlich nur positiv für uns.»
HSV-Trainer Polzin nahm den Dänen trotz seiner zwei Treffer in die Pflicht. «Albert weiß, was ich von ihm erwarte. Albert weiß auch, wie er der Mannschaft helfen kann. Das ist für uns ganz elementar, dass die Jungs diese besondere Stärke, die sie haben, dann auch einfach in die gesamte Leistung der Mannschaft bringen.» Bereits in der Saisonvorbereitung machte Grönbaek – unter anderem durch seinen Siegtreffer im Testspiel beim FC Toulouse – mit guten Auftritten auf sich aufmerksam.
Nach der Auswärtspartie im beschaulichen Verl steht für den HSV beim Bundesliga-Auftakt am Wochenende ein Kontrastprogramm an: Im Topspiel am Samstagabend (18.30 Uhr/Sky) treten die Rothosen auswärts vor rund 80.000 Fans beim Vizemeister Borussia Dortmund an. «Eines der schwierigsten Auswärtsspiele», sagte Bornauw, der bereits für den VfL Wolfsburg und den 1. FC Köln in Dortmund auflief. «Das sind gleichzeitig aber auch die geilsten Spiele, ich freue mich auf die Partie!»
Die Entwicklungen von Lemke und Grönbaek lassen den HSV jedenfalls deutlich gelassener auf das Ende der Transferfrist nur drei Tage nach dem Bundesliga-Auftakt schauen. Der Däne ist im offensiven Mittelfeld eine Art Versicherung für den Fall, dass die ersehnte Rückkehr von Fabio Vieira (FC Arsenal) nicht klappt. Und auch wegen Lemke suchen die Hamburger in den nächsten Tagen nur noch einen zweiten Rechts-, aber keinen neuen Linksverteidiger mehr. Den haben sie ja längst in den eigenen Reihen gefunden.
Deutschland DFB-Pokal Fußball Hamburg Hamburger SV Nordrhein-Westfalen SC Verl
Ob Hammer oder Papier, Werkstatt oder Büro – wir begleiten euch mit guter Musik durch den Arbeitstag und schaffen kleine Urlaubsinseln für die Ohren.
close
Beitrags-Kommentare (0)