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todayJuli 25, 2026 41 7 5
Mit Trompete, Saxophon und spannenden Geschichten nehmen Sonja und Karlheinz Höflich ihr Publikum in Wyk mit auf eine musikalische Reise auf den Spuren Wolfgang Amadeus Mozarts.
Mozart einmal nicht nur als weltberühmter Komponist, sondern als neugieriger 13-jähriger Junge auf einer abenteuerlichen Reise durch Italien – genau diesen Blick eröffnet das Duo „Duopoli“ seinem Publikum. Für ihr neues Programm „Roadtrip Mozart“ haben Sonja und Karlheinz Höflich etwas getan, was wohl nur wenige Musiker wagen würden: Sie sind den Originalspuren der ersten Italienreise Wolfgang Amadeus Mozarts gefolgt. Aus den Briefen der Familie Mozart, eigenen Reiseeindrücken und eigens arrangierter Musik ist ein Konzert entstanden, das klassische Musik und spannende Geschichten miteinander verbindet. Unsere Redaktion hat das Musikerpaar einen Tag vor dem Konzert bei den letzten Proben in der St. Nicolai-Kirche in Wyk getroffen.
Die Idee für „Roadtrip Mozart“ entstand nicht am Schreibtisch, sondern auf der Straße. Im vergangenen Jahr machten sich Sonja und Karlheinz Höflich mit ihrem Tourbus auf den Weg, um genau jene Route nachzufahren, die Wolfgang Amadeus Mozart gemeinsam mit seinem Vater Leopold zwischen 1769 und 1771 zurücklegte. Während die Mozarts damals rund 15 Monate unterwegs waren, absolvierte das Duo die Reise in rund 80 Tagen.
Ausgangspunkt war dabei nicht die Musik, sondern die Originalbriefe der Familie Mozart. Immer wieder lasen die beiden Musiker die historischen Zeilen und wollten wissen, wie die Orte heute aussehen, an denen Mozart als Jugendlicher Station machte. „Da müssen wir auch hin“, war schließlich der Entschluss. So entstand aus einer historischen Reise ein ganz persönliches Abenteuer.
Wer bei Mozart ausschließlich an den genialen Komponisten denkt, erlebt im Konzert eine überraschend andere Perspektive. Die Briefe erzählen von einem 13-jährigen Jungen, der gemeinsam mit seinem Vater durch Italien reist, Konzerte gibt und auf eine Anstellung hofft. Die Reise führte von Salzburg bis nach Neapel und wieder zurück. Ziel war es, Kontakte zu knüpfen und dem jungen Mozart eine berufliche Zukunft zu ermöglichen. Doch nicht alle Hoffnungen erfüllten sich. Gerade diese menschliche Seite faszinierte Sonja und Karlheinz Höflich besonders. Sie wollten Mozart nicht nur als musikalisches Genie zeigen, sondern auch als jungen Menschen, der unterwegs staunte, lernte und Erfahrungen sammelte. Besonders bewegend war für die beiden Musiker der Besuch einer Kirche in Verona, in der Mozart selbst einst konzertierte. Dort die historische Orgel zu sehen und den Ort mit eigenen Augen zu erleben, sei ein ganz besonderer Moment gewesen.
Musikalisch geht das Duo ebenfalls ungewöhnliche Wege. Statt Orchester oder Klavier erklingen Mozarts Werke ausschließlich mit Trompete und Saxophon – ohne weitere Begleitung. Eine Kombination, die nach Aussage der Musiker nahezu einzigartig ist. Damit das funktioniert, schreiben Sonja und Karlheinz Höflich sämtliche Arrangements selbst. Grundlage sind die bekannten Melodien Mozarts, die für ihre besondere Instrumentenbesetzung völlig neu interpretiert werden. Ergänzt wird das Programm durch Werke seiner Zeitgenossen Christoph Willibald Gluck und Ludwig van Beethoven. Mit einem Augenzwinkern erzählt Karlheinz Höflich dabei auch eine kleine Anekdote: Mozart habe als Kind großen Respekt vor Trompetern gehabt und sich sogar vor dem lauten Klang gefürchtet. Deshalb wolle er das Instrument beim Konzert lieber etwas sanfter erklingen lassen – ganz im Sinne des Komponisten.
Nicht nur ihr Konzertprogramm ist außergewöhnlich – auch ihr Alltag unterscheidet sich von dem vieler Musiker. Seit drei Jahren leben Sonja und Karlheinz Höflich dauerhaft in ihrem Van und reisen damit quer durch Europa. Im Winter zieht es sie in wärmere Regionen wie Spanien, Italien oder Portugal, im Sommer sind sie deutschlandweit auf Konzerttour unterwegs. Das Leben auf weniger als zehn Quadratmetern bedeute zwar Verzicht auf viel Platz, schenke ihnen aber gleichzeitig große Freiheit. „Wir sind moderne Nomaden“, beschreibt Karlheinz Höflich ihren Lebensstil. Deshalb blieb vor dem Konzert auf Föhr natürlich auch noch Zeit für einen Spaziergang durch Wyk und entlang der Promenade – schließlich gehört das Entdecken neuer Orte für die beiden genauso zum Leben wie die Musik selbst.
Beim heutigen Konzert um 17 Uhr in der St. Nicolai-Kirche erwartet die Besucher weit mehr als ein klassischer Konzertabend. Zwischen den Musikstücken erzählen Sonja und Karlheinz Höflich von ihrer Reise und schlagen immer wieder die Brücke zu Mozarts eigener Italienfahrt. So entsteht eine Mischung aus Konzert, Reiseerzählung und musikalischer Zeitreise. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten. Für das Duo steht dabei vor allem eines im Mittelpunkt: Die Besucher sollen die Kirche mit einem Lächeln verlassen und Mozart anschließend vielleicht mit ganz anderen Augen sehen.
Fotos: Stefan Gaul
Geschrieben von: admin
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