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todayAugust 10, 2026 498 92 5
Wein, Tapas und Föhrer Produkte mit Blick über die Weinberge bis zum Wattenmeer: Marcio Norte da Silva und sein Team sorgen seit Mitte Juli für das kulinarische Abendangebot auf Waalem.
Wer auf dem Weingut Waalem sitzt, bekommt zum Essen eine Kulisse gleich mitgeliefert, die sich nur schwer übertreffen lässt. Vor den Tischen liegen die Weinberge, dahinter reicht der Blick bis zum Wattenmeer. Seit Mitte Juli kommt am Abend ein weiteres Argument für einen Besuch hinzu: „Wein & Tapas“. Verantwortlich für die Küche ist Marcio Norte da Silva, der auf Föhr längst kein Unbekannter mehr ist. Gemeinsam mit seinem Team möchte er keine klassische Menü-Gastronomie schaffen, sondern einen unkomplizierten Abend, bei dem Essen, Wein und gemeinsames Genießen im Mittelpunkt stehen. Unsere Redaktion durfte Marcio in der Küche besuchen – und anschließend natürlich auch selbst probieren.
Die Idee hinter dem Konzept beschreibt Marcio mit einem Begriff, der während unseres Gesprächs immer wieder fällt: „Family Style“. Verschiedene Gerichte kommen auf den Tisch, jeder kann probieren, teilen und von unterschiedlichen Tellern naschen. „Für uns war einfach wichtig, das Weingut oder unseren Wein gut zu begleiten“, erklärt er. Tapas seien dafür genau das Richtige. Statt dass jeder ausschließlich sein eigenes Gericht vor sich stehen hat, soll die Mitte des Tisches gefüllt sein. „Man kann überall naschen, mal da reinlangen, mal da reinlangen. Die Gespräche finden statt, es wird gelacht am Tisch – das ist das, was für mich Gastronomie ist.“ Natürlich spielt dabei auch der Föhrer Wein eine entscheidende Rolle, auf den die Gerichte abgestimmt werden.
Während unseres Gesprächs wird nebenbei weitergekocht. In der Pfanne landen unter anderem Garnelen mit Knoblauch und Chili, die für Marcio schon aufgrund seiner portugiesischen Wurzeln auf einer solchen Karte kaum fehlen dürfen. „Ich bin halber Portugiese. Für mich sind Garnelen einfach ein Must-have“, erzählt der 31-Jährige. Und wer sie isst, darf sich seiner Meinung nach ruhig die Finger schmutzig machen. Daneben werden Kartoffeln vorbereitet, Käse geschnitten und die nächsten Teller angerichtet. Die Karte beschränkt sich dabei keineswegs ausschließlich auf klassische Tapas, sondern wird durch weitere Angebote ergänzt.
Besonders wichtig ist dem Koch, möglichst auch mit Produkten von Föhr zu arbeiten. So stammt der Käse für das Käsebrett von Jens Hartmann, beim Brot setzt das Team unter anderem auf Inselbrot von Bäcker Hansen. Je nach Angebot kommen beispielsweise Sauerteigbrot oder Pfefferbaguette auf den Tisch. „Ich liebe es, Produkte von der Insel zu holen“, sagt Marcio. Ihm gehe es dabei nicht allein um kurze Wege und Frische, sondern auch darum, andere Betriebe auf Föhr zu unterstützen und miteinander eine Gemeinschaft zu bilden.
Dass er großen Wert auf gute Produkte legt, hängt auch mit seinem bisherigen Weg auf der Insel zusammen. 2018 kam Marcio nach Föhr und begann zunächst im Upstalsboom. Anschließend arbeitete er drei Jahre im Restaurant „Saimons“, wo er nach eigener Aussage noch einmal viele neue Produkte kennenlernte und sich sein eigener Kochstil weiterentwickelte. Die Grundlage dafür wurde allerdings schon wesentlich früher gelegt. „Das Kochen selber habe ich von meiner Mama gelernt. Die ist die größte Köchin, die ich kenne, und die hat mir das Zaubern beigebracht“, erzählt Marcio.
Mindestens genauso wichtig wie gute Zutaten ist für ihn das Team hinter den Kulissen. Eine gute Küche könne nur entstehen, wenn die Menschen darin miteinander funktionieren. Und genau damit sei er auf Waalem sehr zufrieden. Für Marcio gehört zur Gastronomie aber noch mehr: Er möchte erleben, dass Gäste miteinander reden, lachen, verschiedene Gerichte probieren und einen gemeinsamen Abend verbringen. Genau deshalb passt das Konzept mit den vielen kleinen Tellern für ihn so gut zum Weingut.
Dazu kommt die besondere Lage. „Weinberge und man hat sogar noch das Wattenmeer im Hintergrund. Einen besseren Ausblick als hier bei uns im Weingut kann man nicht haben“, sagt Marcio. Gerade diese Kombination macht „Wein & Tapas“ zu einem ungewöhnlichen gastronomischen Angebot: Föhrer Wein wird dort getrunken, wo er entsteht, dazu kommen verschiedene Gerichte und Produkte von der Insel – und wenige Meter weiter öffnet sich der Blick über die Landschaft bis zur Nordsee.
Nach dem Besuch in der Küche blieb es für unsere Redaktion nicht beim Zuschauen. Wir durften uns anschließend selbst durch das Angebot probieren – und können nach unserem Besuch ein durchweg positives Fazit ziehen. Der Service war hervorragend, das Essen hat uns ausgesprochen gut geschmeckt und spätestens mit dem Blick vom Tisch über die Weinberge bis hinaus zum Meer entsteht eine Atmosphäre, die den Abend besonders macht. Für uns war der Besuch auf Waalem deshalb nicht nur ein Reportertermin, sondern auch kulinarisch eine echte Entdeckung.
Wer selbst vorbeischauen möchte, kann dies aktuell dienstags bis samstags tun. Die Küche für „Wein & Tapas“ ist laut Marcio von 18 bis 20 Uhr geöffnet, gegen 21 Uhr klingt der Abend langsam aus. Eine Reservierung wird derzeit nicht angeboten – Gäste können einfach vorbeikommen und sich einen freien Platz suchen. Darüber hinaus gibt es im Café unter anderem ein Käsebrett, Winzerbrot, Kuchen, Kaffee und natürlich die Waalem-Weine. Das Café ist während der Saison dienstags bis sonntags ab 13 Uhr geöffnet.
Fotos: Benjamin Lehmann
Geschrieben von: admin
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