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Marco „Gacko“ Thoms und Anja Rappen vom Luftsportclub Föhr freuen sich auf das große Familienfest zum 100-jährigen Bestehen des Flugplatzes Wyk.
Es gibt Orte, die gehören einfach zu einer Insel. Der Leuchtturm in Nieblum, die Mühle in Wrixum oder die Promenade in Wyk – und eben auch der Flugplatz. Seit mittlerweile 100 Jahren verbindet der Flugplatz Wyk auf Föhr die Insel mit dem Festland, bringt Urlauber auf die Insel, ermöglicht Rettungsflüge und schreibt bis heute Luftfahrtgeschichte. Dieses besondere Jubiläum wird am Samstag, 1. August, mit einem großen Familienfest gefeiert. Doch wer mit den Menschen spricht, die den Flugplatz seit Jahren mit Herzblut begleiten, merkt schnell: Dieses Jubiläum ist weit mehr als eine Geburtstagsfeier. Es ist eine Liebeserklärung an einen Ort, der für viele Föhrer längst zur Heimat geworden ist.
Die Geschichte des Flugplatzes beginnt sogar schon vor seiner offiziellen Gründung. Bereits 1913 landete mit der berühmten „Rumpler Taube“ das erste Flugzeug auf Föhr. 1926 wurde der Flugplatz schließlich offiziell gegründet – der Beginn einer Entwicklung, die die Insel nachhaltig prägen sollte.
Schon in den 1930er-Jahren gehörte Wyk zum Streckennetz der Lufthansa. Linienmaschinen flogen regelmäßig von Berlin und Hamburg nach Föhr. Für das Jubiläum hat der Luftsportclub gemeinsam mit der Ferring Stiftung, dem Dr.-Carl-Häberlin-Friesen-Museum und zahlreichen Unterstützern historische Fotos, alte Anflugkarten und Dokumente zusammengetragen, die zeigen, wie anders Föhr damals aussah. Wälder, Golfplatz oder viele heutige Gebäude gab es noch nicht – dafür landeten bereits Flugzeuge dort, wo heute seit Generationen Luftfahrtgeschichte geschrieben wird.
Marco „Gacko“ Thoms, 1. Vorsitzender vom Luftsportclub Föhr, beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit dieser Geschichte. Besonders faszinieren ihn die vielen Persönlichkeiten, die im Laufe der Jahrzehnte auf Föhr gelandet sind. Bundespräsident Karl Carstens war ebenso zu Gast wie Otto Waalkes, Roland Kaiser oder Schauspieler Klausjürgen Wussow. Auch historische Filmaufnahmen aus den 1950er-Jahren sowie Erinnerungen an große Flugtage und Fliegerrallyes lassen die Vergangenheit beim Jubiläum wieder lebendig werden.
Ein Blick auf 100 Jahre Flugplatzgeschichte auf Föhr – direkt im Beitrag ansehen.
Für Marco „Gacko“ Thoms und Anja Rappen ist der Flugplatz längst weit mehr als ein Hobby. Beide verbinden ganz persönliche Geschichten mit diesem Ort. Während „Gacko“ noch heute von den ersten Navigationsflügen ohne GPS erzählt und die technische Entwicklung der Luftfahrt mit großer Begeisterung verfolgt, erinnert sich Anja Rappen an den Moment, der ihr Leben veränderte.cEin Rundflug mit Oluf Lange brachte sie damals dazu, selbst den Pilotenschein zu machen. „Das war eine der besten Entscheidungen meines Lebens“, erzählt sie rückblickend. Seitdem gehört der Flugplatz für sie zu ihrer persönlichen Heimat.
Wer an den Flugplatz denkt, hat häufig zuerst Urlauber oder Sportflugzeuge im Kopf. Tatsächlich erfüllt der Flugplatz heute aber eine weit wichtigere Aufgabe. Für Rettungshubschrauber und Ambulanzflüge gehört er zur unverzichtbaren Infrastruktur der Insel. Marco „Gacko“ Thoms weiß das aus eigener Erfahrung. Seit vielen Jahren sorgt er gemeinsam mit weiteren Ehrenamtlichen dafür, dass auch nächtliche Rettungsflüge sicher abgewickelt werden können. Wenn der Meldeempfänger klingelt, geht es oft um jede Minute. Dann werden Landebahn und Beleuchtung vorbereitet, damit schwer verletzte oder erkrankte Menschen schnell ausgeflogen oder Patienten sicher auf die Insel gebracht werden können.
Auch Anja Rappen berichtet von bewegenden Schicksalen, die ihr gezeigt haben, wie wichtig der Flugplatz für Föhr ist. Menschen, die dringend zu ihren Angehörigen gelangen mussten oder auf schnelle Hilfe angewiesen waren, hätten ihr deutlich gemacht, welchen Stellenwert eine funktionierende Luftverbindung für Inselbewohner und Gäste besitzt. Gerade deshalb setzt der Luftsportclub große Hoffnungen in die Zukunft der sogenannten Bedarfsfliegerei, damit solche Verbindungen künftig wieder einfacher möglich werden.
Beim großen Jubiläumsfest am Samstag, den 1. August, erwartet die Besucher weit mehr als eine Ausstellung. Sofern das Wetter mitspielt, werden mehrere historische Flugzeuge aus den 1930er- und 1940er-Jahren erwartet – darunter außergewöhnliche Maschinen, von denen europaweit nur noch wenige flugfähig sind.
Auch Northern Helicopter hat sein Kommen mit dem Rettungshubschrauber zugesagt – selbstverständlich nur, sofern keine Einsätze Vorrang haben. Der Oldtimer Club Föhr präsentiert klassische Fahrzeuge und ergänzt damit die Zeitreise durch 100 Jahre Mobilitätsgeschichte.
Für Familien gibt es eine 22 Meter lange Hüpfburg in Form eines Traktors, ein großes Glücksrad mit hochwertigen Preisen sowie zahlreiche weitere Angebote. Für Essen und Getränke ist selbstverständlich ebenfalls gesorgt. Das Jubiläum soll ausdrücklich kein klassisches Fly-In werden, sondern ein Fest für die gesamte Insel.
Beeindruckt zeigt sich der Luftsportclub von der enormen Unterstützung aus der Bevölkerung. Ob Unternehmen, Vereine oder Privatpersonen – die Bereitschaft, das Jubiläum zu unterstützen, sei überwältigend gewesen. Sachspenden für das Glücksrad, Hilfe bei der Organisation oder historische Fotos: Viele Föhrerinnen und Föhrer haben ihren Teil dazu beigetragen, dass dieses Fest überhaupt möglich wird.
Trotz aller Geschichte richtet sich der Blick des Luftsportclubs bewusst in die Zukunft. Themen wie Elektrofliegerei und nachhaltige Luftfahrt spielen bereits heute eine wichtige Rolle. Gerade Grasflugplätze wie Wyk bieten nach Ansicht des Vereins ideale Voraussetzungen dafür. Hinzu kommt eine Besonderheit, die vielen gar nicht bewusst ist: Der Flugplatz ist gleichzeitig ein wertvolles Biotop. Weil nur Start- und Landebahnen regelmäßig gemäht werden, hat sich auf den übrigen Flächen eine außergewöhnliche Tier- und Pflanzenwelt entwickelt. Für den Luftsportclub gehören Natur- und Artenschutz deshalb ebenso selbstverständlich zum Flugplatz wie die Luftfahrt selbst.
Und wenn Marco „Gacko“ Thoms sich einen Moment aus den vergangenen 100 Jahren aussuchen dürfte, den er gerne selbst erlebt hätte, wäre es der erste Linienflug nach Föhr. Menschen in feinen Anzügen, die damals in einer Ju F13 auf die Insel flogen – für ihn ein Bild, das die Faszination der frühen Luftfahrt bis heute widerspiegelt.
Wer am kommenden Samstag, den 1. August nicht den ganzen Tag auf dem Flugplatz verbringen kann oder die Veranstaltung von außerhalb verfolgen möchte, muss trotzdem nichts verpassen. Das Inselradio Föhr begleitet das große Jubiläumsfest mit einer achtstündigen Livesendung direkt vom Flugplatz.
Von 10 bis 18 Uhr melden wir uns mit spannenden Gästen, Interviews, Eindrücken vom Festgelände und natürlich den schönsten Momenten des Tages. Den Livestream hört ihr ganz einfach über die Inselradio Föhr App, auf unserer Internetseite, über Amazon Alexa, den Radioplayer sowie viele weitere Streaming-Plattformen. So könnt ihr das 100-jährige Jubiläum des Flugplatzes Wyk überall live miterleben.
Fotos: Stefan Gaul
Geschrieben von: admin
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Jens am Juli 31, 2026
Schön das ihr dieses Ereignis live übertragen werdet am Samstag. Sind auf dem Festland und hören gerne euren Sender 🙂