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Wie geht es mit dem traditionsreichen Flugplatz Wyk weiter? Am Donnerstag stellt die Wyker Aviation GmbH ihr Konzept für die Zukunft des Standorts öffentlich vor.
Wie kann der Flugplatz Wyk erhalten, modernisiert und langfristig in die Zukunft geführt werden? Auf diese Frage will die Wyker Aviation GmbH am Donnerstagabend erstmals öffentlich ausführliche Antworten geben. Die Investorengruppe um Prof. Dr. Frederik Paulsen, Dirk Lehmann und Dr. Matthias Redlefsen stellt am 20. August ab 19 Uhr im Kurgartensaal in Wyk ihr Konzept für die Zukunft des traditionsreichen Verkehrslandeplatzes vor. Nach Monaten der Diskussionen und Verhandlungen dürfte der Abend damit zu einem wichtigen Termin in der Debatte um einen Standort werden, der gerade erst seinen 100. Geburtstag gefeiert hat.
Die Veranstaltung ist öffentlich, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Neben der Präsentation des Konzepts soll ausdrücklich auch Raum für Fragen aus der Bevölkerung sein. Welche konkreten Pläne die mögliche künftige Betreiberin für das Gelände verfolgt, welche Investitionen vorgesehen sind und wie sich der Flugplatz in den kommenden Jahren entwickeln könnte, soll am Donnerstag ausführlich vorgestellt werden. Fest steht bislang vor allem die grundsätzliche Richtung: Der bestehende Flugbetrieb soll erhalten und der Standort schrittweise weiterentwickelt werden.
Hinter der Wyker Aviation GmbH stehen Prof. Dr. Frederik Paulsen, Dirk Lehmann und Dr. Matthias Redlefsen. Die Investorengruppe möchte den Flugplatz pachten, modernisieren und langfristig sichern. Über ihre Pläne wird bereits seit Monaten gesprochen – am Donnerstag sollen sie nun gebündelt der Öffentlichkeit präsentiert werden. Dirk Lehmann hatte beim großen Flugplatzjubiläum am 1. August gegenüber dem Inselradio bereits einen ersten Einblick in die grundsätzliche Ausrichtung gegeben. Zu viele Details wollte er damals bewusst noch nicht verraten. „Wir wollen erst mal weitermachen, so wie es bisher ist“, sagte Lehmann. Man wolle „aufbauen auf dem, was hier ist, nicht zu viel verändern und dann langsam sehen, wie wir das hier in die Zukunft bringen“. Die Gespräche mit der Stadt beschrieb er dabei als „sehr gut“ und „sehr konstruktiv“. Entsprechend optimistisch zeigte er sich, dass die weiteren Schritte gelingen können. Die öffentliche Vorstellung am Donnerstag sieht Lehmann dabei ausdrücklich auch als Möglichkeit zum direkten Austausch. „Da freue ich mich auch sehr auf den Termin, wo wir einfach über die Zukunft reden können“, sagte er.
Wie emotional die Diskussion um den Flugplatz geführt wird, wurde erst Anfang August deutlich. Beim großen Familienfest zum 100-jährigen Bestehen des Flugplatzes und zum 75-jährigen Jubiläum des Luftsportclubs Föhr kamen zahlreiche Besucher auf das Gelände. Historische Flugzeuge und Oldtimer trafen auf moderne Luftfahrttechnik, persönliche Erinnerungen auf Zukunftsthemen wie Elektrofliegerei. Für die Investorengruppe war die Resonanz zugleich ein Signal. Dr. Matthias Redlefsen zeigte sich im Gespräch mit dem Inselradio beeindruckt von der Besucherzahl. So viele Menschen auf dem Flugplatz habe er selbst noch nie erlebt. Für ihn gehört der Standort fest zur Insel: „Dieser Flugplatz gehört zu Föhr wie das Watt, wie der Manhattan.“ Das Jubiläumsmotto „100 Jahre Wyk auf Föhr – wir starten durch“ bekam vor dem Hintergrund der laufenden Zukunftsdebatte damit eine zusätzliche Bedeutung. Redlefsen sprach von „richtig Rückenwind“ für das, was derzeit rund um den Flugplatz laufe. Ob der 100. Geburtstag tatsächlich als Startschuss für die nächsten 100 Jahre verstanden werden könne, bezeichnete er zwar selbst als mutiges Statement – fügte aber hinzu: „So kann man das sagen.“
Die Bedeutung des Areals beschränkt sich dabei längst nicht auf Sport-, Privat- und Geschäftsfliegerei. Besonders sichtbar wird das bei der Luftrettung. Nach einer von der Stadt veröffentlichten Statistik wurden zwischen Juli 2024 und November 2025 insgesamt 513 Rettungshubschraubereinsätze auf Föhr disponiert. Von 438 Einsätzen in Wyk führten demnach 405 Landungen auf den Flugplatz. Die Stadt bezeichnet den dortigen Hubschrauberlandeplatz deshalb als unabdingbar für die Insel. Dabei muss zwischen dem eigentlichen Verkehrslandeplatz und seiner Funktion für Rettungs- und Ambulanzflüge differenziert werden. Die Zahlen machen dennoch deutlich, welche infrastrukturelle Bedeutung das Flugplatzgelände für eine Insel hat, bei der schnelle medizinische Transporte auf das Festland im Ernstfall eine entscheidende Rolle spielen können. Auch deshalb geht die Diskussion weit über die Frage hinaus, wo Sport- und Privatflugzeuge künftig starten und landen. Es geht um einen Standort mit unterschiedlichen Funktionen – und gleichzeitig um die Frage, wie diese in Zukunft organisiert und finanziert werden können.
Wie eine Weiterentwicklung aussehen könnte, deutete sich beim Jubiläumsfest zumindest in einem Bereich bereits an. Dort war auch ein Elektroflugzeug zu Gast. Dirk Lehmann, selbst Pilot, sieht in dieser Technologie eine Perspektive für leisere und umweltbewusstere Luftfahrt. Noch stehe die Entwicklung am Anfang und derzeit sei die Auswahl zugelassener Flugzeugtypen äußerst begrenzt. Trotzdem wolle man sich mit der Frage beschäftigen, wie der Flugplatz auf neue Formen der Luftfahrt vorbereitet werden kann. Prominenter Gast des Jubiläums war der frühere schleswig-holsteinische Ministerpräsident Peter Harry Carstensen. Er kam selbst mit einem Elektroflugzeug von Neumünster nach Föhr. Möglich geworden seien solche Streckenflüge unter anderem durch verfügbare Lademöglichkeiten in Wyk, Husum und Rendsburg. Carstensen verband seinen Besuch mit einem klaren Plädoyer für den Erhalt des Standorts. „Ich kann mir das nicht vorstellen“, sagte er auf die Frage nach einem Föhr ohne Flugplatz. Dabei verwies er auch auf die aktuelle Sicherheitslage und warnte davor, bestehende Landebahnen leichtfertig aufzugeben: „Überall dort, wo Landebahnen dicht gemacht werden, werden wir nie wieder eine bekommen.“ Vom Konzept der möglichen Investoren zeigte sich der frühere Ministerpräsident angetan. Gleichzeitig nannte er aus seiner Sicht bestehende Defizite – etwa die fehlende Möglichkeit, Flugzeuge direkt auf Föhr zu betanken, und eine fehlende Gastronomie am Platz.
Dass die eigene Gruppe beim Jubiläumsfest vollständig vertreten war, hob Dirk Lehmann am Ende des Tages ausdrücklich hervor. Gleichzeitig fand er deutliche Worte dafür, dass andere nicht vor Ort gewesen seien. „Ich find’s nicht so schön, dass die anderen nicht hier waren“, sagte er, ohne in dem Gespräch näher zu benennen, wen er damit konkret meinte. Zum 100-jährigen Jubiläum hätte man sich seiner Ansicht nach durchaus „mal blicken lassen können und 100 Jahre mitfeiern“. Vor allem die große Resonanz des Tages blieb bei Lehmann hängen. Zahlreiche Besucher, Fliegerfreunde, Familien sowie Vertreter aus Politik und Wirtschaft waren auf das Gelände gekommen. Sein Fazit fiel entsprechend knapp aus: „Es war geil.“
Für die Entscheidung über die Zukunft des Flugplatzes ist ein gut besuchtes Jubiläumsfest allein allerdings noch kein Maßstab. Am Donnerstag geht es deshalb weniger um Rückblicke und Emotionen als um konkrete Vorstellungen: Wie soll der Betrieb künftig aussehen? Was soll erhalten bleiben, was verändert werden? Welche Investitionen sind vorgesehen? Und welche Perspektive sieht die Wyker Aviation GmbH langfristig für das Gelände?
Genau diese Fragen machen die Veranstaltung im Kurgartensaal zu einem wichtigen nächsten Schritt. Nach Monaten, in denen über mögliche Modelle und die Zukunft des Verkehrslandeplatzes diskutiert wurde, legt die Investorengruppe ihre Vorstellungen nun öffentlich auf den Tisch. Dabei soll es nicht bei einer reinen Präsentation bleiben. Die Bürgerinnen und Bürger sollen die Möglichkeit bekommen, ihre Fragen direkt an die Verantwortlichen zu richten. Für Dirk Lehmann steht dabei schon vor dem Abend fest, was zunächst Priorität haben soll: erhalten, was vorhanden ist, darauf aufbauen und anschließend Schritt für Schritt weiterentwickeln.
Hundert Jahre nach der Eröffnung des Flugplatzes geht es damit weniger denn je nur um dessen Vergangenheit. Am Donnerstag, 20. August, ab 19 Uhr im Kurgartensaal in Wyk soll es vor allem um die Frage gehen, wie seine Zukunft aussehen könnte. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Fotos: Stefan Gaul u. Privat
Geschrieben von: admin
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