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Inselnews

Tankrabatt auf Föhr gestartet: Lange Schlange an Containertankstelle in Wyk und deutlich niedrigere Spritpreis

todayOktober 2, 2026 247 69 4

Hintergrund
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Mit zwölf Kilometern Restreichweite zur Zapfsäule: So lief der Start des Tankrabatts auf Föhr

Der Tankrabatt ist gestartet – und auf Föhr nutzten viele Autofahrer direkt die niedrigeren Spritpreise. Kurz vor zwölf bildete sich an der Containertankstelle in Wyk eine lange Schlange.

Die einen hatten ihren Tank ganz bewusst fast leer gefahren, andere drehten beim Blick auf die Preisanzeige spontan noch eine Runde – und kurz vor zwölf wurde es an der Containertankstelle in Wyk richtig voll. Der Start des Tankrabatts war am Donnerstag auch auf Föhr unmittelbar zu spüren. Die Preise an den Zapfsäulen waren deutlich gesunken – und viele Autofahrer wollten die Gelegenheit nutzen.

Unser Reporter war kurz vor zwölf an der Containertankstelle in Wyk dabei und hat mit Autofahrern und Betreiberin Benthe Herpich gesprochen. Das Bild vor Ort passte zum ersten Eindruck: Es bildete sich eine lange Schlange. Einer der Autofahrer hatte es mit seinem Diesel dabei ziemlich genau abgepasst – gerade einmal zwölf Kilometer Restreichweite zeigte sein Fahrzeug noch an. „Mit dem letzten Tropfen Diesel hier noch an die Säule gerollt“, erzählte er lachend. Dass sich das Warten für ihn gelohnt hatte, stand außer Frage. Gegenüber den zuvor aufgerufenen Preisen machte er eine Ersparnis von rund 30 bis 40 Cent pro Liter aus. Gleichzeitig hat die Entwicklung der Kraftstoffpreise bei ihm bereits etwas verändert: Auf Föhr versucht er inzwischen häufiger, das Auto stehen zu lassen. „Ich versuche aufs Fahrrad auszuweichen. Gerade hier auf der Insel wird alles mit dem Rad gemacht.“

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Extra eine Runde gedreht und hinten angestellt

Auch Annette Striewski, die wir kurz vor zwölf an der Tankstelle trafen, hatte auf den Start des Rabatts gewartet. Ihr Auto war bereits seit ein oder zwei Tagen auf Reserve. Als sie am Kreisverkehr die günstigeren Preise auf der Anzeigetafel entdeckte, war die Entscheidung schnell gefallen: „Da bin ich gleich noch eine Runde gefahren und habe mich hinten angestellt.“ Ob der Tankrabatt die Menschen langfristig tatsächlich spürbar entlasten wird, beurteilt sie allerdings zurückhaltender. Für sie sei die Entlastung eher ein „Tropfen auf den heißen Stein“.

Dass viele Föhrer ähnlich gerechnet hatten, bemerkten Benthe Herpich und ihr Mann Markus Herpich, die die Containertankstelle in Wyk und die Tankstelle in Nieblum betreiben, schon am Vormittag. „Es war schon ordentlich mehr zu tun, definitiv“, berichtet Benthe Herpich. Zeitweise habe die Schlange in Wyk bis auf die Straße gereicht. Anders als bei früheren besonders starken Andrangssituationen sei der Kreisverkehr diesmal jedoch nicht betroffen gewesen. Neben zahlreichen Pkw kamen nach Angaben der Betreiberin auch Busse und Trecker zum Tanken. Gerade bei solchen Fahrzeugen verschwinden schnell mehrere hundert Liter aus den Vorratstanks. Das macht die Planung an einem außergewöhnlich nachfragestarken Tag schwieriger. In Nieblum wurde der Kraftstoff deshalb zwischenzeitlich knapper, Nachschub war aber bereits unterwegs. Sorgen vor Versorgungsengpässen müsse sich deshalb niemand machen, betonte Herpich. Auch in Wyk sei durchgehend Kraftstoff vorhanden gewesen.

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Punkt zwölf verändert sich die Anzeige

Besonders interessant wurde es schließlich unmittelbar nach zwölf Uhr. Während des Gesprächs mit unserem Reporter sprang die Preisanzeige sichtbar nach oben. Für Herpich war das keine Überraschung – dahinter steckt die inzwischen geltende Regelung für Preisänderungen an Tankstellen. Ab zwölf Uhr kann der Kraftstoffpreis erhöht werden. Danach sind bis zum folgenden Mittag nur noch Preissenkungen zulässig. Entsprechend kann es direkt nach zwölf zunächst einen deutlicheren Sprung nach oben geben, bevor der Preis anschließend wieder sinkt. „Ab 12 Uhr schnell einmal ordentlich nach oben, bis er sich dann die ersten 15 bis 20 Minuten wieder einpendelt“, beschreibt Herpich den Ablauf. Genau deshalb konzentriere sich der Andrang häufig auf die Zeit zwischen 11 und 12 Uhr, wenn Autofahrer auf einen besonders günstigen Preis hoffen.

Wie sich die Nachfrage nach dem Auftakt entwickelt, lässt sich für die Betreiberin noch schwer einschätzen. Sie rechnet zunächst mit einigen arbeitsreichen Tagen. Viele hätten ihre Tanks vor dem Start bewusst weit leer gefahren und nun aufgefüllt. Danach dürfte sich die Lage ihrer Einschätzung nach wieder etwas normalisieren. Der Donnerstagmittag zeigte jedenfalls bereits, wie genau viele Autofahrer die Preise beobachten. Für den Fahrer mit seinen letzten zwölf Kilometern Restreichweite ging die Rechnung auf – und auch Annette Striewski schaffte es noch rechtzeitig in die Schlange. Zum Auftakt des Tankrabatts war die Freude über die niedrigeren Preise auf Föhr jedenfalls nicht zu überhören.

Fotos: Stefan Gaul

Über den Autor

Porträt von Stefan Gaul

Stefan Gaul

Reporter & Redaktion | Inselradio Föhr

Stefan Gaul berichtet für Inselradio Föhr und in Kooperation als freier Mitarbeiter für den Insel-Boten über das Leben auf der Insel. Ob aktuelle Ereignisse, Veranstaltungen, Interviews oder Fotoreportagen – er ist dort unterwegs, wo Geschichten entstehen. Mit einem Gespür für Menschen und besondere Momente macht er das Inselleben in seinen Beiträgen erlebbar.

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Geschrieben von: admin

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