Inselradio Föhr Friesische Karibik für die Ohren
CDU-Bundestagsabgeordneter Leif-Erik Bodin bei seinem Besuch im Studio vom Inselradio Föhr im Februar 2025. Im aktuellen Interview spricht er sich für den Erhalt einer 24/7-Notfallversorgung auf Föhr aus und setzt auf eine Ausnahmeregelung für die Inselklinik Föhr-Amrum. Foto: Stefan Gaul
Die Zukunft der Inselklinik Föhr-Amrum bleibt ungewiss. Während ab 2028 die Umwandlung in eine sektorenübergreifende Versorgungseinrichtung vorgesehen ist, wächst auf beiden Inseln die Sorge um den Erhalt der bisherigen Notaufnahme. Im Interview mit unserer Redaktion spricht sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Leif-Erik Bodin klar für eine medizinische Notfallversorgung rund um die Uhr aus. Er setzt auf eine gesetzliche Ausnahmeregelung und kündigt weitere politische Gespräche an. Eine verbindliche Zusage für den Erhalt der Notaufnahme kann er allerdings nicht geben.
Wie lässt sich eine zuverlässige Notfallversorgung auf einer Insel gewährleisten, wenn der Weg zum nächsten Krankenhaus auf dem Festland von Fährverbindungen, Wetter und Tageszeit abhängt? Diese Frage steht im Mittelpunkt der Diskussion um die Zukunft der Inselklinik Föhr-Amrum. Nachdem sich bereits der SPD-Bundestagsabgeordnete Truels Reichardt gegenüber unserer Redaktion geäußert hatte, hat nun auch Leif-Erik Bodin Stellung bezogen. Der direkt gewählte CDU-Abgeordnete für Nordfriesland und Dithmarschen-Nord sieht dringenden Handlungsbedarf.
„Ich halte das für ein Riesenproblem für die Insel in der Versorgung der Bevölkerung“, sagt Bodin mit Blick auf den möglichen Wegfall der bisherigen Notaufnahme. Dabei gehe es nicht allein um die medizinische Infrastruktur, sondern um Daseinsvorsorge, Sicherheit und Lebensqualität. Seine Position formuliert er unmissverständlich: „Die Insel braucht eine 24/7 Notversorgung aus meiner Sicht.“
Nach der derzeit vorgesehenen Krankenhausplanung soll die Inselklinik ab 2028 als sektorenübergreifende Versorgungseinrichtung weitergeführt werden. Damit steht insbesondere die bisherige Notfallversorgung in den Abend- und Nachtstunden sowie an Wochenenden infrage.
Bodin verweist auf die gesetzlichen Möglichkeiten, bei besonderen regionalen Gegebenheiten Ausnahmen von allgemeinen Vorgaben zuzulassen. Gerade die Insellage müsse bei der Entscheidung berücksichtigt werden. Allerdings könne der Bundestag eine solche Sonderlösung nicht allein beschließen. Erforderlich sei eine Abstimmung mit dem Land Schleswig-Holstein und den beteiligten Trägern.
Auf die ausdrückliche Nachfrage, ob er sich persönlich für eine Sonderregelung einsetzen werde, verweist Bodin auf bereits laufende Kontakte. Unter anderem stehe er mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Manfred Uekermann im Austausch. Auch mit Vertretern der Landespolitik und Fachpolitikern im Gesundheitsausschuss des Bundestages wolle er die besondere Situation erörtern. „Ich bin auch zuversichtlich, dass man da eine Regelung erreichen kann“, erklärt Bodin. Ob die bestehenden gesetzlichen Möglichkeiten tatsächlich ausreichen, bleibt allerdings offen. Sollten sie sich als unzureichend erweisen, müsse über weitere Anpassungen gesprochen werden. Deren Erfolgsaussichten könne er derzeit nicht abschätzen.
Im Gespräch macht Bodin deutlich, dass die Diskussion nicht allein Föhr betrifft. Die Inselklinik versorgt auch Patientinnen und Patienten von Amrum. Für sie sind die Wege zur medizinischen Behandlung auf dem Festland noch aufwendiger. „Amrum würde es wahrscheinlich noch härter treffen als Föhr, weil die Wege natürlich noch weiter sind von der Insel“, sagt der Bundestagsabgeordnete. Gleichzeitig räumt er ein, nicht in alle Einzelheiten der schleswig-holsteinischen Krankenhausplanung eingebunden zu sein.
Den Einsatz der Kommunalpolitik auf beiden Inseln bewertet Bodin als wichtig. Er verweist unter anderem auf Gespräche mit Wyks Bürgermeister Uli Hess. Die besonderen geografischen Bedingungen müssten bei der weiteren Planung stärker berücksichtigt werden. Bodin sieht vor allem das Land in der Verantwortung, die bestehenden Ausnahmemöglichkeiten zu prüfen und eine tragfähige Lösung zu entwickeln.
Neben der Inselklinik ging es im Interview auch um die angespannte Situation in der ambulanten Pflege. Bodin sieht die Pflegeversicherung bundesweit unter erheblichem finanziellen Druck. Reformen müssten deshalb sowohl die langfristige Finanzierung als auch eine verlässliche Versorgung im Blick behalten.
Auf Föhr kämen zusätzliche Schwierigkeiten hinzu: die Gewinnung von Fachkräften, hohe Lebenshaltungskosten, fehlender bezahlbarer Wohnraum und die eingeschränkte Erreichbarkeit der Insel. Bodin spricht sich deshalb für einen umfassenderen Ansatz aus, bei dem auch Wohnungsbau und Verkehrsanbindungen berücksichtigt werden.
Ein weiterer Schwerpunkt ist für ihn der Abbau bürokratischer Belastungen. Pflegekräfte verbrächten zu viel Zeit mit Dokumentation und Verwaltungsaufgaben, die ihnen bei der unmittelbaren Betreuung der Patienten fehle. Digitalisierung müsse Abläufe tatsächlich vereinfachen, statt zusätzliche Strukturen zu schaffen.
Zum Abschluss des Interviews wollte unser Reporter von Bodin wissen, worauf sich die Menschen auf Föhr und Amrum konkret verlassen können. Seine Antwort ist eine politische Selbstverpflichtung, jedoch keine Garantie für den Fortbestand der bisherigen Notaufnahme. „Ich kann zusagen, dass ich mich mit meiner ganzen Kraft dafür einsetze, zu einer Lösung zu kommen bei der Sicherstellung der Notfallversorgung auf der Insel und dass wir im nächsten Jahr dann auch eine Klarheit haben, wie es weitergeht.“
Damit nennt Bodin 2027 als Ziel für Klarheit über die künftige Versorgung. Er kündigt an, seine Gespräche mit der Landespolitik und den zuständigen Fachpolitikern in Berlin fortzusetzen. Zugleich betont er, dass der politische Druck aufrechterhalten werden müsse.
Ob die Inselklinik Föhr-Amrum ihre bisherige Notaufnahme über 2028 hinaus behalten kann, ist damit weiterhin nicht entschieden. Bodin hält eine Sonderlösung für möglich und will sich dafür einsetzen. Die entscheidende Frage bleibt jedoch, ob aus den politischen Gesprächen rechtzeitig eine verbindliche Regelung für Föhr und Amrum entsteht.

Reporter & Redaktion | Inselradio Föhr
Stefan Gaul ist mit Mikrofon, Kamera und Notizblock auf Föhr unterwegs. Als Gründer und Betreiber vom Inselradio Föhr berichtet er als Radiomoderator und Reporter über das Leben auf der Insel. Besonders am Herzen liegen ihm die Menschen und ihre Geschichten – von den kleinen Momenten des Alltags bis zu den großen Themen, die Föhr bewegen. Ein besonderes Interesse gilt auch der Blaulichtberichterstattung und der Arbeit von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten. Seit 2026 schreibt er als freier Mitarbeiter für den Insel-Boten. Er ist überzeugt, dass sich durch die journalistische Zusammenarbeit noch aktueller und vielfältiger über das Geschehen auf den Inseln berichten lässt.
Geschrieben von: admin
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todayNovember 4, 2026 51 56
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Feierabend. Durchatmen. Musik genießen. Mit dem passenden Soundtrack und einem Hauch Nordsee begleiten wir euch entspannt durch den Abend. Träumt euch nach Föhr.
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SusanneHeide am November 4, 2026
Gutes Interview 🙂