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Die alten Grundschulbauten in Süderende sollen nach Willen des Schulausschusses abgerissen werden. Foto: Jörg Brökel
Für die Grundschule in Süderende auf Föhr empfiehlt der Schulausschuss einen kompletten Neubau. Doch wie stellt sich der Amtsausschuss zu dieser teuren Empfehlung?
Der Schulausschuss des Amtes Föhr-Amrum will die ganz große Lösung für die Grundschule Föhr-Land. Auf der Sitzung des Ausschusses am Montag, 2. November, sprach sich die große Mehrheit des Gremiums für einen kompletten Neubau der Grundschule Föhr-Land am Standort Süderende aus. Diese Empfehlung geht nun an den Amtsausschuss, der diese Entscheidung final beschließen wird. Oder eben auch nicht.
Würde es zu dieser Maximallösung kommen, wäre auch das Schicksal des ehemaligen Schulbaus in Süderende besiegelt. Er würde – ebenso wie die Turnhalle und die angrenzende Kita – abgerissen. „Wichtig ist für die Öffentlichkeit, dass kommuniziert wird, dass in diesem Paket auch die neue Turnhalle und die neue Kita enthalten sind“, wandte sich Schulausschussmitglied Andrea Arftsen nach dem Beschluss direkt an die anwesende Presse.
Das alles hat natürlich seinen Preis. Denn diese Variante, die das Architekturbüro „JF Architekten“ vor der öffentlichen Sitzung dem Ausschuss vorstellte, ist mit 25,22 Millionen Euro für Neubau der Schule, Turnhalle, Kita, die Errichtung einer provisorischen Kita und die Abrisskosten die teuerste Lösung. Und dies alles könnte am Ende sogar noch ein ganzes Stück teurer werden. Denn der Schulausschuss votierte in einem nachgeschalteten Beschluss dafür, einen Generalunternehmer für den Neubau zu beauftragen.
Eine Lösung, der auch der anwesende Amtsdirektor Christian Stemmer positive Seiten abgewinnen konnte. „Der große Vorteil ist die Termintreue“, sagte Stemmer in der Runde. Käme es zu Ausfällen, wäre dies nicht mehr die Sache der Verwaltung. „Wir bekommen einen Zeitpunkt für eine schlüsselfertige Übergabe.“ Offensichtlich schreckten die anwesenden Politiker davor zurück, in einem formalen Vergabeverfahren für öffentliches Planen und Bauen (VgV-Verfahren) die einzelnen Gewerke einzeln zu vergeben.
Dabei muss man noch nicht einmal an das Chaos bei der Errichtung des Berliner Flughafens denken. In einem Bürgerbeitrag in der Fragestunde erinnerte Eberhard Schaefer von der Kommunalen Gemeinschaft (KG) an die zweifelhafte Historie beim Umbau des Schulzentrums in Wyk. Hier sei aus Kostengründen die Ertüchtigung peu à peu erfolgt. „Mit dem Ergebnis, dass Schüler jahrelang improvisiert unterrichtet werden mussten. Und es tropft immer noch in den Chemieraum herein“, so Schaefer. Ein teurer Neubau sei finanziell schmerzhaft, aber letztendlich vielleicht doch günstiger.
Die spannende Frage dürfte nun sein, wie sich der final entscheidende Amtsausschuss zu der teuren Empfehlung des Schulausschusses stellen wird. Denn in der Sitzung des Amtsausschusses am 25. Juni auf Amrum hat sich breiter Widerstand gegen die 23,25 Millionen teure Lösung eines Neubaus bei gleichzeitigem Erhalt des alten Schulgebäudes geregt. „Es ist unverantwortlich, 23 Millionen Euro in die Zukunft eines solchen Projektes zu investieren“, erklärte seinerzeit der Bürgermeister von Alkersum, Johannes Siewertsen. Wyks Bürgermeister Uli Hess brachte die Idee auf, eine Grundschule vor allem über eine Ausschreibung zu bekommen, „die unsere örtlichen Handwerker fordert“.
Euphorie machte sich im Juni im Ausschuss breit. „Von der Insel für die Insel“, erklärte damals Amtsvorsteherin Heidi Braun. Und Peter Schaper (SPD) ergänzte: „Diese neue Denkweise könnte auch eine Blaupause für weitere Projekte auf der Insel sein.“ Flugs wurde das Amt und die Lenkungsgruppe beauftragt, weitere Untersuchungen durchzuführen. Ziel: die Kosten für die neue Schule auf 12 bis 15 Millionen zu senken.
Was möglicherweise in der damaligen Begeisterung übersehen wurde: Die Kosten für die Baumaßnahme auf Föhr-Land liegen so hoch, dass alle Liefer-, Dienst- und Bauleistungen EU-weit ausgeschrieben werden müssen. Der Schulausschuss hat jedenfalls von einer Minimallösung, bei der ein Schulteil neu gebaut wird und Kita, Turnhalle und alte Schule nur minimal saniert werden – Kostenpunkt: 14,95 Millionen Euro –, Abstand genommen. Ganz im Gegenteil: die jetzige Lösung liegt höher, als der ursprüngliche Plan.

Reporter des Insel-Boten Föhr/Amrum
Gebürtiger Bielefelder - ja, das gibt es doch:-). Lehramt Chemie und Biologie an der Universität Bielefeld studiert. Früh mit dem Radiomachen begonnen. Noch zu Studienzeiten Redaktionsvorstand beim Krankenhausfunk Bielefeld (heute Antenne Bethel) gewesen. Abschluss als Lic.rer.publ. im Journalistenweiterbildungsstudium an der Freien Universität Berlin. Langjähriger Reporter vor und hinter der Kamera beim Westdeutschen Rundfunk im Studio Bielefeld. Später als Live-Reporter beim WDR-Stadtfernsehen in Dortmund tätig. Parallel für das ZDF als Reporter vor der Kamera in Afrika und Europa tätig. Zudem eine Ausbildung als Heilpraktiker für Psychotherapie abgeschlossen. Seit 2023 Reporter des Insel-Boten auf Föhr und Amrum tätig.
Geschrieben von: admin
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