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Retter und ihre Technik aus nächster Nähe: Am Freitag lädt die Freiwillige Feuerwehr Utersum-Dunsum-Hedehusum ab 15 Uhr zum großen Blaulichttag an der Strandkorbhalle ein. Der Eintritt ist frei.
Feuerwehrfahrzeuge aus nächster Nähe entdecken, einen Rettungswagen von innen sehen, moderne Drohnentechnik erleben, eine Runde im Feuerwehrauto drehen und mit den Menschen ins Gespräch kommen, die auf Föhr im Ernstfall zur Stelle sind: Am Freitag, 14. August, verwandelt sich das Gelände rund um die Strandkorbhalle in Utersum ab 15 Uhr in einen großen Treffpunkt für Einsatzkräfte, Insulaner und Urlaubsgäste. Die Freiwillige Feuerwehr Utersum-Dunsum-Hedehusum hat dafür zahlreiche Organisationen zusammengebracht. Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei, DLRG und Wasserrettung gehören ebenso dazu wie die Drohnenstaffel und weitere Helfer. Und genau diese Vielfalt ist der Kern der Veranstaltung: Nicht nur Fahrzeuge und Technik sollen im Mittelpunkt stehen, sondern vor allem die Menschen, die sich auf Föhr für die Sicherheit anderer engagieren.
Die Idee entwickelte sich aus den Veranstaltungen der vergangenen Jahre. Damals waren bereits benachbarte Feuerwehren zu Gast und zeigten unter anderem bei der technischen Hilfeleistung, wie ein Fahrzeug auseinandergeschnitten wird. Irgendwann entstand die Frage, warum man nicht einmal zeigen könne, wie viele unterschiedliche Rettungs- und Hilfsorganisationen es auf Föhr überhaupt gibt. „Dann kam uns die Idee, man könnte ja mal was anderes machen“, erzählt Wehrführer Karsten Rosteck. Als die Feuerwehr genauer hinschaute, wurde schnell deutlich, wie viele Einheiten auf der Insel im Einsatz sind – und wie viel davon ehrenamtlich geschieht. „Und die machen das alle ehrenamtlich. Und es gibt bis dato kein Fest, an dem alle mal zusammengekommen sind. Und da haben wir uns überlegt: Warum nicht bei uns?“ Zunächst waren vor allem Polizei und Rettungsdienst im Gespräch, doch schnell kamen Wasserrettung, DLRG, Drohnenstaffel und weitere Organisationen dazu. Die ersten Vorbereitungen begannen bereits im Februar oder März. Überraschend unkompliziert sei es gewesen, die Beteiligten für die Idee zu gewinnen. „Alle waren Feuer und Flamme“, berichtet Rosteck. Schließlich trafen sich die Beteiligten gemeinsam an der Strandkorbhalle, um die Veranstaltung vorzubereiten.
Wer am Freitag vorbeikommt, soll ausdrücklich nicht mit großem Sicherheitsabstand vor den Fahrzeugen stehen müssen. Der Blaulichttag soll die Arbeit der Einsatzkräfte möglichst unmittelbar erlebbar machen. „Das ist alles zum Anfassen“, sagt Rosteck. Kinder dürfen beispielsweise in einem Feuerwehrauto probesitzen, besonders interessant dürfte die Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr Wyk werden. Auch ein Rettungswagen und ein Polizeifahrzeug können aus nächster Nähe betrachtet werden. Die Utersumer Wehr selbst präsentiert unter anderem ihr neues LF10. Und dabei bleibt es nicht beim Anschauen: Mit dem Fahrzeug sind Rundfahrten für Besucher vorgesehen. Gerade für Kinder dürfte das einer der Höhepunkte werden. Hinter dem Spaß steckt aber auch ein ernsthafter Gedanke: Die Einsatzfahrzeuge sollen einmal in einer Situation erlebt werden können, in der eben kein Unfall, Brand oder medizinischer Notfall passiert ist. Gleichzeitig können Besucher Fragen stellen und die Menschen kennenlernen, die sonst häufig erst dann auftauchen, wenn Hilfe gebraucht wird.
Wie stark sich die Arbeit der Einsatzkräfte technisch verändert hat, zeigt beim Blaulichttag unter anderem die Drohnenstaffel. Sie präsentiert ihre Ausrüstung einschließlich Fahrzeug, großem Bildschirm und moderner Kameratechnik. Rosteck selbst zeigt sich von den Möglichkeiten beeindruckt. Die Drohne verfügt nach seinen Angaben auch über Wärmebildtechnik und liefert hochauflösende Aufnahmen. Gerade bei der Suche nach Personen oder bei unübersichtlichen Einsatzlagen können solche Systeme wertvolle Unterstützung leisten. Auch hier gilt am Freitag: Die Technik soll nicht irgendwo versteckt präsentiert werden, sondern Besucher sollen erleben können, welche Möglichkeiten die Einsatzkräfte inzwischen haben.
Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt ist die Wasserrettung. Die Küstenwehren Utersum, Nieblum und Wyk arbeiten dabei mit der DLRG zusammen. Beim Blaulichttag soll es deshalb nicht allein darum gehen, Rettungsgerät zu zeigen, sondern auch um Prävention. Die DLRG informiert unter anderem über die Bedeutung von Schwimmkursen sowie über Gefahren im Wasser und im Wattenmeer. Gerade Urlaubsgäste unterschätzten mitunter, wie schnell das Wasser bei auflaufender Flut zurückkehren kann. „Viele Gäste denken, wenn Ebbe ist, die Flut, das dauert noch ewig. Aber wie schnell dieses Wasser eigentlich kommt, das unterschätzen viele“, erklärt Rosteck. Die Aufklärung darüber sei deshalb ein wichtiger Bestandteil des Tages.
Bei all den großen Fahrzeugen und der beeindruckenden Technik möchte die Feuerwehr eine Botschaft besonders vermitteln: Hinter Uniformen, Helmen und Einsatzfahrzeugen stehen Menschen, die einen erheblichen Teil dieser Arbeit ehrenamtlich leisten. „Wir machen es alle in unserer Freizeit“, betont Rosteck. Das Ziel sei nicht, damit Geld zu verdienen. „Wir wollen ja den Leuten helfen.“ Der Blaulichttag soll deshalb auch dazu beitragen, Einsatzkräfte einmal mit anderen Augen zu sehen. Gleichzeitig hofft die Feuerwehr darauf, vielleicht den einen oder anderen für ein eigenes Engagement zu begeistern. Nachwuchs werde dringend gebraucht, gerade auf einer Insel sei es wichtig, dass auch künftig genügend Menschen bereit seien, Verantwortung zu übernehmen und sich in den Hilfsorganisationen zu engagieren.
Familien spielen beim Programm eine besonders große Rolle. Neben den Rundfahrten im neuen LF10 stehen eine Hüpfburg, ein Kinderkarussell und verschiedene Spiele auf dem Programm, die sich teilweise rund um das Thema Feuerwehr drehen. Auch Föhrer Tradition gehört zum Tag: Um 16 Uhr tritt die Kindertrachtengruppe auf, um 18.30 Uhr folgt die Utersumer Trachtengruppe. Für Rosteck passt das ganz bewusst zusammen. Die Trachtengruppen seien eng mit der Insel verbunden und gehörten deshalb ebenso zu einer solchen Veranstaltung wie die Musik.
Auch kulinarisch soll niemand hungrig nach Hause gehen. Am Nachmittag gibt es Kaffee und Kuchen, gespendet von den Utersumer Dorfdamen. Dazu kommen unter anderem ein Grillstand, Flammenlachs, ein Bierwagen und eine Weinbar aus der Pfalz. Ab 19 Uhr spielen die Musikfreunde Föhr West ein Konzert, um 21 Uhr übernimmt Feuerwehrkamerad DJ Sven und sorgt für Musik bis in den späten Abend. Die Genehmigung für die Veranstaltung läuft nach Angaben des Wehrführers bis Mitternacht.
Am Ende geht es der Freiwilligen Feuerwehr Utersum-Dunsum-Hedehusum deshalb um weit mehr als einen unterhaltsamen Nachmittag. Rosteck würde sich wünschen, dass möglichst viele Menschen kommen und erfahren, „was wir überhaupt machen ehrenamtlich“ – und die Einsatzkräfte anschließend vielleicht mit einem anderen Blick wahrnehmen. Genau dafür soll dieser Blaulichttag stehen: Einsatzkräfte nicht erst dann kennenlernen, wenn etwas passiert ist, sondern miteinander sprechen, Technik entdecken, Fragen stellen und erfahren, wie viel ehrenamtliches Engagement hinter der Sicherheit auf Föhr steckt. Der Blaulichttag beginnt am Freitag, 14. August, um 15 Uhr an der Strandkorbhalle in Utersum. Der Eintritt ist frei. Für Besucher, die mit dem Auto kommen, steht laut Feuerwehr die große Grünfläche gegenüber der Strandkorbhalle zum Parken zur Verfügung.
16.00 Uhr: Auftritt der Kindertrachtengruppe
18.30 Uhr: Auftritt der Utersumer Trachtengruppe
ab 19.00 Uhr: Konzert der Musikfreunde Föhr West
ab 21.00 Uhr: DJ Sven
Veranstaltungsbeginn: 15.00 Uhr
Eintritt: frei
Fotos: Stefan Gaul
Geschrieben von: admin
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Wenn die Insel schläft, sind wir für euch da. Musik, die euch durch die Nacht begleitet.
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