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Digitalisierung zum Ausprobieren: Bei der Vorstellung der neuen Digitalen Knotenpunkte präsentierten Christina Scheel und Peter Zell die geplanten Angebote – zum Abschluss konnte auch eine Apple Vision Pro ausprobiert werden.
Online-Ausweis, digitale Anträge und Behördensuche: Mit neuen Digitalen Knotenpunkten will das Amt Föhr-Amrum Bürgerinnen und Bürger beim Einstieg in digitale Verwaltungsangebote unterstützen. Auf Föhr starten jetzt die ersten Sprechstunden.
Personalausweis auf dem Smartphone nutzen, einen Antrag online stellen oder herausfinden, welche Behörde überhaupt zuständig ist: Was für viele längst zum digitalen Alltag gehört, stellt andere noch immer vor große Herausforderungen. Genau hier will das Amt Föhr-Amrum künftig ansetzen. Auf beiden Inseln entstehen sogenannte „Digitale Knotenpunkte“, an denen Bürgerinnen und Bürger Unterstützung bekommen, neue Technologien ausprobieren und Schritt für Schritt an digitale Verwaltungsangebote herangeführt werden sollen.
Eine erste Vorstellung des Projekts gab es bereits im Rahmen einer Pressekonferenz im Sitzungssaal des Amtes Föhr-Amrum. Digitalisierungsmanagerin Christina Scheel und Projektmanager Peter Zell zeigten dabei nicht nur, wie eine digitale Sprechstunde künftig funktionieren soll. Mit einer Apple Vision Pro wurde zum Abschluss auch demonstriert, wohin sich die digitale Welt inzwischen entwickelt hat.
Hinter dem Projekt steht die Digitalstrategie 2026 des Landes Schleswig-Holstein. Landesweit sind bereits mehr als 30 Digitale Knotenpunkte entstanden. Sie sollen Orte sein, an denen Bürgerinnen und Bürger zusammenkommen, neue Technologien kennenlernen und sich über digitale Möglichkeiten austauschen können. Das Konzept setzt bewusst auf einen möglichst niedrigschwelligen Zugang. Die Knotenpunkte sollen nicht ausschließlich an klassischen Verwaltungsstandorten entstehen, sondern dort, wo Menschen ohnehin zusammenkommen. Bekanntes und Gewohntes soll so mit neuen digitalen Möglichkeiten verbunden werden. Die beiden westlichsten Digitalen Knotenpunkte entstehen derzeit auf Föhr und Amrum. Sie sind Teil der Verwaltungskooperation „Digitale Modellverwaltung“ zwischen dem Amt Föhr-Amrum und dem Land Schleswig-Holstein. Für das Amt geht es dabei insbesondere darum, Menschen mitzunehmen, die nicht mit Smartphone, Online-Ausweisfunktion und digitalen Behördengängen aufgewachsen sind. Medienkompetenz und digitale Teilhabe sollen gestärkt werden, ohne vorauszusetzen, dass die Besucher bereits über umfangreiche technische Kenntnisse verfügen.
Wie das konkret aussehen kann, wurde bei der Vorstellung anhand einer rund 30-minütigen digitalen Sprechstunde demonstriert. Nach einer Einführung wurde zunächst auf die Behördennummer 115 hingewiesen. Sie steht montags bis freitags zwischen 8 und 18 Uhr für Fragen rund um die Verwaltung und damit auch zu digitalen Dienstleistungen zur Verfügung. Ein zentraler Bestandteil der Sprechstunden soll zunächst die Online-Ausweisfunktion sein. Jeder deutsche Personalausweis besitzt einen kontaktlosen RFID-/NFC-Chip, auf dem persönliche Daten gespeichert sind. Um die Online-Funktion tatsächlich nutzen zu können, benötigen Bürgerinnen und Bürger ihre PIN. Bei der Ausgabe des Ausweises wird zunächst eine fünfstellige PIN mitgegeben, über die anschließend eine persönliche sechsstellige PIN eingerichtet werden kann.
Genau an solchen Stellen soll die persönliche Unterstützung ansetzen. Die einzelnen Schritte werden gemeinsam besprochen und erklärt. Wichtig ist dabei allerdings: Die notwendigen Klicks führt der jeweilige Bürger selbst aus. Damit soll gewährleistet werden, dass der eigentliche Vorgang rechtssicher durch die betreffende Person erfolgt. Die Sprechstunde soll also nicht den digitalen Behördengang übernehmen, sondern Menschen in die Lage versetzen, ihn anschließend möglichst selbstständig durchführen zu können.
Wer einen Antrag stellen möchte, steht häufig schon vor der ersten Frage: An wen muss ich mich überhaupt wenden? Auch dabei sollen die Digitalen Knotenpunkte helfen. Vorgestellt wurde unter anderem der Zuständigkeitsfinder Schleswig-Holstein, kurz ZuFiSH. Darüber lässt sich beispielsweise herausfinden, welche Behörde für einen Führerscheinantrag, eine Kfz-Anmeldung oder eine Gewerbeanmeldung zuständig ist. Je nach Anliegen kann das die Gemeinde, der Kreis, das Land oder der Bund sein. Für das Amt Föhr-Amrum ist der Ausbau der digitalen Verwaltung ohnehin längst ein laufender Prozess. Bereits heute stehen nach Angaben des Amtes mehr als 30 Online-Dienste zur Verfügung – von Angelegenheiten rund um die Hundesteuer bis zur Zweitwohnungssteuer. Bis Ende 2027 soll diese Zahl auf 50 digitale Angebote steigen.
Die Digitalisierung soll dabei nicht nur den Bürgerinnen und Bürgern Wege erleichtern. Auch innerhalb der Verwaltung verbindet das Amt damit große Erwartungen. Amtsdirektor Christian Stemmer verweist auf die Herausforderungen der kommenden Jahre. Das Amt Föhr-Amrum beschäftigt rund 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, gleichzeitig werde es künftig schwieriger werden, frei werdende Stellen wieder zu besetzen. „Die Digitalisierung bietet dem Amt Föhr-Amrum als Arbeitgeber von rund 130 Mitarbeitenden wichtige Möglichkeiten, um auch zukünftig seine Aufgaben erfüllen zu können“, erklärt Stemmer. In den kommenden Jahren würden mehrere Kolleginnen und Kollegen in den Ruhestand gehen. Weil auch das insulare Personalangebot begrenzt sei, müsse die Verwaltung gut funktionierende digitale Alternativen entwickeln. Das Ziel sei dabei nicht Digitalisierung um ihrer selbst willen. Vielmehr sollen Personal, Geld und Zeit ressourcenschonender eingesetzt werden, während das Amt gleichzeitig weiterhin verlässlich für die Bürgerinnen und Bürger erreichbar bleibt.
Auf Föhr startet das Angebot nun ganz konkret. Die erste digitale Sprechstunde findet am Donnerstag, 27. August, ab 17 Uhr im Wyker Amtsgebäude statt. Ein weiterer Termin folgt am Dienstag, 8. September, ab 11 Uhr. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich. Auch auf Amrum soll es ein regelmäßiges Angebot geben. Nach Angaben des Amtes ist bereits eine Person gefunden worden, die ab Ende August alle zwei Wochen einen entsprechenden digitalen Service anbieten soll. Die genauen Termine und der Veranstaltungsort sollen noch über die Internetseite des Amtes bekannt gegeben werden. Damit soll das Angebot allerdings nicht auf die Amtsgebäude beschränkt bleiben. Das Amt sucht ausdrücklich weitere Interessierte, die einen mobilen Digitalen Knotenpunkt beispielsweise in einer Stadtbücherei, einem Vereinsheim oder auch in einem Alten- und Pflegeheim vorstellen möchten. Der Gedanke dahinter: Digitale Hilfe soll möglichst dorthin kommen, wo die Menschen sind.
Wie groß die Spannweite des Themas Digitalisierung mittlerweile ist, zeigte schließlich der Abschluss der Präsentation. Den anwesenden Journalistinnen und Journalisten wurde mit einer Apple Vision Pro demonstriert, was moderne digitale Technik heute bereits ermöglichen kann. Für den Alltag auf Föhr und Amrum dürfte zunächst allerdings etwas anderes entscheidender sein: Menschen den Zugang zu digitalen Angeboten so einfach wie möglich zu machen. Denn mit jedem zusätzlichen Online-Dienst steigt zwar die Zahl der Möglichkeiten – gleichzeitig müssen diese Angebote aber auch von möglichst vielen Menschen tatsächlich genutzt werden können. Die neuen Digitalen Knotenpunkte sollen deshalb eine Brücke zwischen persönlicher Beratung und digitaler Verwaltung schlagen. Nicht jeder muss zum Technikexperten werden. Aber möglichst niemand soll künftig deshalb von einem Angebot ausgeschlossen sein, weil die entscheidenden Klicks noch unbekannt sind.
Foto: Andreas Hansen/Amt Föhr-Amrum
Geschrieben von: admin
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todaySeptember 14, 2026 64 19
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Feierabend. Durchatmen. Musik genießen. Mit dem passenden Soundtrack und einem Hauch Nordsee begleiten wir euch entspannt durch den Abend. Träumt euch nach Föhr.
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