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Der Einbruch in das Aquamarin beschäftigt Betreiber Mubash-Shir Hasan auch Tage später. Nach vielen Jahren auf Föhr ist sein bisheriges Sicherheitsgefühl auf der Insel ins Wanken geraten.
Nach dem Einbruch in das Aquamarin in Wyk spricht Betreiber Mubash-Shir Hasan über seine Sorgen. Seit 2009 lebt und arbeitet er auf Föhr – einen solchen Vorfall hat er nach eigener Aussage auf der Insel noch nicht erlebt.
Eine aufgehebelte Seitentür, eine beschädigte Kasse, zwei verschwundene Überwachungskameras und ein gestohlener Tresor: Der Einbruch in das Strandcafé und Bistro Aquamarin am AquaFöhr hat deutliche Spuren hinterlassen. Bei Betreiber Mubash-Shir Hasan sitzt wenige Tage später allerdings etwas anderes noch viel tiefer als der materielle Schaden. Nach vielen Jahren auf Föhr ist sein bisheriges Sicherheitsgefühl ins Wanken geraten. „Ich habe Angst“, sagt er im Gespräch mit unserer Redaktion – und meint damit längst nicht mehr nur seinen eigenen Betrieb.
Mubash-Shir Hasan lebt und arbeitet seit 2009 auf Föhr. Erst als Angestellter, später in leitender Funktion und inzwischen als Betreiber des Aquamarin. Einen Einbruch wie diesen habe er auf der Insel in all diesen Jahren nicht erlebt. Dass in derselben Nacht noch zwei weitere Gewerbeobjekte betroffen waren und die Polizei von einem möglichen Zusammenhang ausgeht, beschäftigt ihn zusätzlich. Seine Sorge reicht inzwischen bis zu der Frage, was passieren würde, wenn Täter irgendwann nicht in einen geschlossenen Betrieb, sondern in ein bewohntes Haus eindringen. Besonders denkt er dabei an ältere Menschen und Familien mit Kindern. Auch Mubash-Shir Hasan selbst ist Vater. Gerade deshalb möchte er offen über das Erlebte sprechen: Andere sollen wissen, was passiert ist, aufmerksamer werden und die eigene Sicherheit im Blick behalten.
In der Nacht von Sonntag auf Montag, 20. auf 21. September, waren unbekannte Täter gewaltsam durch eine Seiteneingangstür in das Aquamarin gelangt. Am Sonntagabend hatte das Bistro noch regulär geöffnet. Da montags normalerweise Ruhetag ist, fiel die Tat nicht unmittelbar bei Betriebsbeginn auf. Ein Mitarbeiter der Stadt bemerkte die aufgebrochene Tür am Montagvormittag, anschließend wurde die Polizei verständigt.
Im Inneren wurde die Kassenlade beschädigt und ein Tresor mit Wechselgeld gestohlen. Einen großen Bargeldbetrag hätten die Täter damit nicht erbeutet, betont Hasan. Umso schwerer wiegt für ihn der Schaden, den sie hinterließen. Zusätzlich wurden zwei mobile Videokameras entwendet, was auch Katharina Petersen von der Polizeidirektion Flensburg bestätigte. Nach Angaben von Mubash-Shir Hasan kommt ein weiteres Detail hinzu: Im Bistro fanden sich anschließend an verschiedenen Stellen Spuren einer weißen, klebrigen Flüssigkeit – unter anderem auf Flächen und Geräten sowie im Bereich der aufgebrochenen Tür. Warum sie dort verteilt wurde, ist bislang nicht geklärt. Spekulationen darüber, ob damit möglicherweise Spuren beseitigt werden sollten, lassen sich nicht belegen. Nach Angaben des Betreibers sind die betroffenen Geräte glücklicherweise weiterhin funktionsfähig, müssen aber aufwendig gereinigt werden.
Besonders ärgerlich ist für Mubash-Shir Hasan, dass mit den beiden Kameras auch die dort gespeicherten Aufnahmen verschwunden sind. Genau daraus will er nun eine Konsequenz ziehen: Künftig sollen entsprechende Bilder nicht mehr ausschließlich auf den Geräten selbst liegen, sondern zusätzlich extern beziehungsweise in einer Cloud gespeichert werden.
Schon unmittelbar nach der Tat hatten Mubash-Shir und seine Frau Dayna Hasan unserer Redaktion geschildert, wie sehr sie der Einbruch getroffen hat. Besonders Dayna Hasan zeigte sich enttäuscht und erschüttert. Für ihren Mann geht es inzwischen um eine grundsätzliche Frage. Föhr sei für ihn nicht mehr dieselbe „heile Welt“ wie noch vor einigen Jahren. Dabei will Mubash-Shir Hasan mit seinen Aussagen keine Panik verbreiten. Im Gegenteil: Er erklärt, gerade deshalb so offen über den Einbruch zu sprechen, weil andere daraus Konsequenzen ziehen könnten. „Wenn die Leute wissen, dann werden die vorsichtiger“, sagt er. Seine Gedanken gehen dabei ausdrücklich über Gewerbebetriebe hinaus. „Es gibt viele Kinder und viele ältere Leute. Ich habe selber auch Kinder und da ist meine Angst.“
Dass gleich mehrere Vorfälle innerhalb kurzer Zeit bekannt geworden sind, verstärkt dieses Gefühl. Nur wenige Tage zuvor war bereits die Goldschmiede von Ilke Engeland in der Wyker Mittelstraße Ziel eines Blitzeinbruchs geworden. In der Nacht zum Montag kamen dann die drei weiteren Fälle hinzu. Einen Beleg für eine generelle Zunahme der Einbruchskriminalität auf Föhr liefern diese einzelnen Taten für sich genommen zwar nicht. Für Menschen, die unmittelbar betroffen sind, verändert die Häufung innerhalb weniger Tage dennoch die Wahrnehmung. Auch Björn Hoppe, Geschäftsführer des AquaFöhr, hatte nach dem Einbruch in das unmittelbar am Erlebnisbad gelegene Bistro auf das Geschehen reagiert. Seine Haltung brachte er gegenüber unserer Redaktion knapp auf den Punkt: „Föhr ohne kriminelle Machenschaften gefällt mir einfach besser.“
Nach Angaben der Polizei blieb das Aquamarin in jener Nacht nicht der einzige Tatort. Im Promenadenweg wurde bei einem weiteren Gewerbeobjekt eine Nebentür aufgehebelt und Bargeld im unteren dreistelligen Bereich gestohlen. Im Fehrstieg wurde das Grundstück eines Gewerbebetriebes unbefugt betreten; nach bisherigen Erkenntnissen wurde dort nichts entwendet. Die Polizei hat die betroffenen Betriebe nicht namentlich genannt und geht nach aktuellem Ermittlungsstand davon aus, dass zwischen den drei Fällen ein Zusammenhang bestehen könnte. Aus einem der Fälle liegt zudem eine Personenbeschreibung vor. Gesucht wird nach einem Mann mit kräftiger beziehungsweise stämmiger Figur, der eine Bauchtasche quer über dem Oberkörper getragen haben soll. Auffällig waren außerdem ein Tattoo an der rechten Hand und geschlossene, mit Fell gefütterte Schlappen. Ob diese Person auch mit den anderen Taten in Verbindung steht, ist nicht geklärt.
Für Mubash-Shir Hasan bleibt nach dem Einbruch deshalb vorerst vor allem eine Konsequenz: mehr Vorsicht. Er will die technische Absicherung seines Betriebes überdenken und hofft, dass auch andere Gewerbetreibende prüfen, wie gut ihre Geschäfte geschützt sind. Denn der finanzielle Inhalt des gestohlenen Tresors war für ihn letztlich nicht das Entscheidende. Darin befand sich nach seiner Aussage lediglich Wechselgeld. Was schwerer wiegt, sind die Schäden im Bistro – und das Gefühl, nach vielen Jahren auf Föhr plötzlich darüber nachdenken zu müssen, wie sicher der Ort ist, den man längst als Zuhause betrachtet.
Die Polizei sucht weiterhin Zeugen. Wer in der Nacht von Sonntag auf Montag im Bereich Stockmannsweg, Promenadenweg oder Fehrstieg verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet hat oder andere Hinweise geben kann, wird gebeten, sich bei der Polizeistation Wyk unter 04681 758980 oder per E-Mail an Wy*****@************sh.de zu melden.
Fotos: Stefan Gaul
Geschrieben von: admin
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todayOktober 11, 2026 3292 124
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