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Happy End für die „Schätzchen“ des Föhrer Sperrgutbasars: Die Halle ist inzwischen weitgehend geräumt. Ein rotes Sofa fand am letzten Öffnungstag mit Thies Krüger und seinem hagebau-Team einen ganz besonderen neuen Platz.
Die Möbel-Paten-Aktion des Föhrer Sperrgutbasars war erfolgreich. Die Rote Halle ist inzwischen weitgehend leer, die verbliebenen Möbel haben ein Zwischenlager gefunden – und ein rotes Sofa sorgt für eine besondere Geschichte.
Vor einigen Tagen war noch unklar, wohin mit all den Sofas, Sesseln, Tischen und anderen „Schätzchen“, wenn der Föhrer Sperrgutbasar für die anstehende Sanierung geräumt werden muss. Ein großes Zwischenlager fehlte, deshalb startete das Team eine ungewöhnliche Aktion und suchte auf der ganzen Insel nach Möbel-Paten. Inzwischen steht fest: Die Aktion hat funktioniert. Die Rote Halle am Achtern Diek ist mittlerweile weitgehend leergeräumt, die verbliebenen guten Stücke haben ein trockenes Zwischenlager gefunden – und ein rotes Sofa hat sogar eine ganz besondere neue Bleibe bekommen.
Am letzten Öffnungstag, Freitag, 18. September, haben wir noch einmal beim Sperrgutbasar vorbeigeschaut. Und von Abschiedsstimmung war dort zunächst wenig zu spüren. Zahlreiche Besucher waren gekommen, einzelne Möbel fanden noch auf den letzten Metern einen Paten und bei Jana Frädrich, Pressesprecherin des Föhrer Sperrgutbasars, war die Erleichterung deutlich zu spüren. „Wir haben heute vor allen Dingen noch Zusagen, dass Leute einzelne Dinge mitnehmen“, erzählte sie. Besonders gefreut hat sich das Team über eine spontane Idee aus der unmittelbaren Nachbarschaft.
Thies Krüger, Marktleiter von hagebau auf Föhr, und sein Team hatten von der Aktion erfahren und entschieden sich kurzerhand, selbst mitzumachen. Ihre Wahl fiel ausgerechnet auf ein auffälliges rotes Sofa. Das soll allerdings nicht irgendwo hinter verschlossenen Türen verschwinden, sondern künftig im Markt zu sehen sein. Krüger nahm die Sache mit Humor: „Wir hoffen mal, dass der NDR noch kommt und dann haben wir hier auf Föhr das erste rote Sofa live bei uns direkt in der Ausstellung.“
Für Krüger war die Unterstützung nach eigener Aussage schnell entschieden. „Für einen guten Zweck sind wir immer zu haben und da unterstützen wir natürlich gerne.“ Beim Sofa allein blieb es allerdings nicht. Das Unternehmen bot dem Sperrgutbasar zusätzlich Hilfe für jene Stücke an, für die sich bis zum Ende der Aktion keine einzelnen Paten gefunden hatten. Im früheren Gebäude von C.G. Christiansen konnte Platz geschaffen werden, um die verbliebenen Möbel während der Sanierungszeit zwischenzulagern.
Für das Team des Sperrgutbasars löste sich damit eines der größten Probleme praktisch in letzter Minute. Zwischenzeitlich hatte es sogar noch ein weiteres Angebot für eine Lagerfläche im Güterschuppen am Hafen gegeben. Weil dort im Falle einer Sturmflut jedoch keine Gewähr für die eingelagerten Sachen übernommen werden konnte, entschied sich das Team für die trockene Variante in unmittelbarer Nähe. „Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie sehr ich mich darüber freue“, sagte Frädrich über die gefundene Lösung.
Mittlerweile ist die Halle weitgehend geräumt. Dabei wird allerdings nicht jedes einzelne Stück zwangsläufig eingelagert. Das Team nutzt die Räumung auch, um noch einmal gründlich auszusortieren. Frädrich spricht augenzwinkernd von einigen „Nicht-Schätzchen“, die sich zwischen den vielen Sachen versteckt hätten und inzwischen so deutlich in die Jahre gekommen seien, dass vermutlich niemand mehr Verwendung dafür habe. Nur diese Stücke sollen tatsächlich über den Sperrmüll entsorgt werden.
Für die gut erhaltenen Möbel gilt dagegen genau das, worum es bei der gesamten Aktion von Anfang an ging: Sie bleiben erhalten. Was nicht bei einem Möbel-Paten untergekommen ist, wird im Zwischenlager aufbewahrt und soll nach der Sanierung wieder im Sperrgutbasar zur Verfügung stehen. Damit ist genau das Szenario verhindert worden, vor dem das Team anfangs Sorge hatte – brauchbare Möbel nur deshalb entsorgen zu müssen, weil für einige Wochen der notwendige Platz fehlt. Und auch die öffentliche Resonanz auf den ungewöhnlichen Aufruf hat das Team überrascht. Nach den Berichten über die gesuchten Möbel-Paten habe es zahlreiche Reaktionen gegeben. Besonders das Augenzwinkern hinter der Aktion kam offenbar an. „Vor allen Dingen Lachen und Schmunzeln“, beschreibt Frädrich die Rückmeldungen. Dass die Menschen trotz des organisatorischen Stresses gemeinsam mit dem Team über die ungewöhnliche Situation lachen konnten, habe sie besonders gefreut.
Ganz leicht fällt die vorübergehende Schließung trotzdem nicht. Mittwochs und freitags herrscht im Sperrgutbasar normalerweise regelmäßig Betrieb, und auch am letzten Öffnungstag kamen noch einmal zahlreiche Besucher. Für das Team beginnt nun allerdings eine andere Phase: Die Sanierungsarbeiten können starten, ohne dass zwischen den Möbeln noch nach Notlösungen für deren Unterbringung gesucht werden muss. Lange soll die Pause ohnehin nicht dauern. Im November möchte der Föhrer Sperrgutbasar wieder öffnen. Wann es genau so weit ist, soll rechtzeitig bekanntgegeben werden. Und wenn die ersten Besucher dann wieder zwischen den zurückgekehrten Sofas, Sesseln, Tischen und anderen Fundstücken stöbern, wird mindestens ein Möbel fehlen: Das rote Sofa hat seinen Platz gefunden. Wer es vermisst, muss künftig nur ein Stück weitergehen – bei hagebau wartet es auf Besucher. Und Thies Krüger hat unserem Reporter dafür sogar schon einen Platz und eine Tasse Kaffee versprochen.
Fotos: Stefan Gaul
Geschrieben von: admin
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