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Der homosexuelle FDP-Politiker Heiner Garg hat offen über Anfeindungen gesprochen. (Archivbild) Foto: Frank Molter/dpa
Kiel (dpa/lno) – Schleswig-Holsteins früherer Sozialminister Heiner Garg hat von Anfeindungen bei gemeinsamen Spaziergängen mit seinem männlichen Partner berichtet. Zwar mache das homosexuelle Paar im Alltag fast ausschließlich positive Erfahrungen, sagte der FDP-Politiker dem «Flensburger Tageblatt». Aber es gebe auch negative Erlebnisse. «Da ist zum Beispiel dieser eine Jogger. Wenn mein Mann und ich hier in Kiel mit den Hunden spazieren gehen und er uns begegnet, spuckt er regelmäßig demonstrativ vor uns auf den Boden. Erst guckt er nur verächtlich von der Seite, und genau im Vorbeigehen folgt das Spucken.»
In solchen Momenten kämen Erfahrungen aus seiner Jugend im «stockkonservativen» Südwesten Baden-Württembergs hoch, berichtete der in Freiburg geborene Garg. Dort habe er nach seinem frühen Outing Anfang der 80er Jahre nicht nur gute Erfahrungen gemacht. Heute mache es ihn «stinkwütend», wenn ihm junge Menschen aus Schleswig-Holstein erzählen, dass sie Angst hätten so zu sein, wie sie seien, vor allem im ländlichen Raum.
«Wenn heute jemand meinem Mann und mir mit Verachtung begegnet, wenn blöde Sprüche fallen oder sich so verhalten wird wie von diesem Jogger, dann sind das – das ist die Realität – beinahe ausnahmslos junge Männer mit Migrationshintergrund», sagte Garg. Vor ein oder zwei Jahren hätte er das öffentlich vielleicht noch nicht so ausgesprochen. «Aber ich finde es inzwischen grundfalsch, davor die Augen zu verschließen. Wir tun niemandem einen Gefallen, wenn wir aus falsch verstandener Political Correctness solche Missstände verschweigen.»
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