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Wie geht es mit der Notaufnahme der Inselklinik Föhr-Amrum weiter? Gesundheitsministerin Kerstin von der Decken hält an einer Notfallerstversorgung rund um die Uhr fest. Eine konkrete Lösung für den Erhalt der bisherigen Strukturen fehlt jedoch weiterhin. Foto: Stefan Gaul
Gesundheitsministerin Kerstin von der Decken bekräftigt die Notfallerstversorgung rund um die Uhr. Doch für die bisherige Notaufnahme fehlt eine Lösung.
Die Notfallversorgung auf Föhr soll auch künftig rund um die Uhr gewährleistet sein. Doch wie das ohne die bisherige stationäre Chirurgie funktionieren soll, bleibt offen. Gesundheitsministerin Kerstin von der Decken hat am Donnerstag, 5. November, im Sozialausschuss des Landtags die rechtlichen Hürden der Krankenhausreform erläutert. Eine konkrete Lösung für den Erhalt der bisherigen Notaufnahme konnte sie nicht benennen.
„Unser Ziel ist und bleibt, auf Föhr – wie bisher – eine 24/7 Notfallerstversorgung sicher zu stellen“, erklärte von der Decken. Die Inselklinik Föhr-Amrum mit ihren 18 Planbetten könne nach den vorliegenden Unterlagen jedoch nicht unverändert weitergeführt werden. Vorgesehen ist die Umwandlung in einen sogenannten sektorenübergreifenden Versorger. Dort erlaubt das Bundesrecht stationär im Wesentlichen Innere Medizin und Geriatrie, nicht aber Allgemeinchirurgie.
Mit dem Wegfall der stationären Chirurgie wäre nach Darstellung des Ministeriums auch die bisherige Teilnahme der Inselklinik an der Notfallversorgung nicht mehr möglich. Ein sektorenübergreifender Versorger könnte zwar weiterhin rund um die Uhr stationäre Leistungen erbringen und Patienten medizinisch erstversorgen, wenn eine Verlegung nicht sofort möglich ist. Das ist keine Zusage für den Erhalt der heutigen Notaufnahme. Welche ärztliche Besetzung, Diagnostik und Behandlung künftig tatsächlich zur Verfügung stehen sollen, ist nicht geklärt.
Die Ministerin verwies ausdrücklich auf die Besonderheiten Föhrs. Schwere und komplexe Notfälle würden bereits heute häufig zunächst auf der Insel versorgt und anschließend aufs Festland verlegt. Gerade bei Verletzungen, etwa nach Fahrradunfällen, brauche es jederzeit eine Ersteinschätzung, Diagnostik und Erstversorgung. Nachts oder bei schlechtem Wetter sei ein Transport nicht immer unmittelbar möglich. Damit erkennt das Ministerium die besonderen Anforderungen für Insulaner und Gäste an.
Schleswig-Holstein will sich deshalb für Änderungen des Bundesrechts einsetzen. Die Besonderheiten von Inseln und Halligen seien bei der Krankenhausreform nicht ausreichend berücksichtigt worden. Die Arbeitsgemeinschaft der Obersten Landesgesundheitsbehörden bereitet deshalb einen Antrag für die Gesundheitsministerkonferenz vor, um das zulässige Leistungsspektrum erneut zu beraten. Eine entsprechende Gesetzesänderung ist zum Jahreswechsel allerdings nicht mehr zu erwarten.
Auch eine Lösung über Landesrecht ist vorerst nicht erkennbar: Nach einer ersten Prüfung des Ministeriums lässt sich stationäre Chirurgie nicht einfach durch eine ergänzende Landesverordnung auf Grundlage der bisherigen Sicherstellungszuschläge ermöglichen. Ambulante chirurgische Leistungen bleiben grundsätzlich möglich. Eine tragfähige Sonderlösung für Föhr fehlt damit weiterhin.
Die bereits seit der Regionalkonferenz bekannte Übergangsregelung gilt unverändert: Zum 1. Januar 2027 wird die Inselklinik nicht unmittelbar umstrukturiert, ihre bisherigen Versorgungsaufträge bleiben zunächst bestehen. Nach Ende der Anhörungsfrist am 31. Oktober prüft das Ministerium nun die Stellungnahmen. Auch Gespräche mit den Verantwortlichen auf Föhr sind vorgesehen. Neue Argumente könnten die Bewertung noch verändern.
Den Bericht der Ministerin erhielt auch unsere Redaktion. Auf einen Fragenkatalog zur Zukunft der Inselklinik an Ministerpräsident Daniel Günther übermittelte Ministeriumssprecher Christian Kohl den Bericht aus dem Sozialausschuss. Eine persönliche Antwort Günthers auf die konkreten Fragen liegt bislang nicht vor.
Mehr als 18.000 Menschen unterstützen die Petition für die Inselklinik, die Wyker Stadtvertretung fordert einstimmig den Erhalt der 24/7-Notaufnahme. Damit bleibt die entscheidende Frage offen: Welche medizinische Hilfe steht den Menschen auf Föhr künftig tatsächlich zu jeder Tages- und Nachtzeit zur Verfügung? Denn eine versprochene Notfallerstversorgung rund um die Uhr ist noch keine Zusage für den Erhalt der bisherigen Notaufnahme.

Reporter & Redaktion | Inselradio Föhr
Stefan Gaul ist mit Mikrofon, Kamera und Notizblock auf Föhr unterwegs. Als Gründer und Betreiber vom Inselradio Föhr berichtet er als Radiomoderator und Reporter über das Leben auf der Insel. Besonders am Herzen liegen ihm die Menschen und ihre Geschichten – von den kleinen Momenten des Alltags bis zu den großen Themen, die Föhr bewegen. Ein besonderes Interesse gilt auch der Blaulichtberichterstattung und der Arbeit von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten. Seit 2026 schreibt er als freier Mitarbeiter für den Insel-Boten. Er ist überzeugt, dass sich durch die journalistische Zusammenarbeit noch aktueller und vielfältiger über das Geschehen auf den Inseln berichten lässt.
Geschrieben von: admin
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