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Johanniter-Haus Wyk: Amt Föhr-Amrum soll bis zu 350.000 Euro Defizit pro Jahr übernehmen

todaySeptember 26, 2026 299 33 5

Hintergrund
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Bis zu 350.000 Euro Defizit pro Jahr: Amt Föhr-Amrum steht vor schwieriger Entscheidung beim Johanniter-Haus

Das Johanniter-Haus in Wyk ist gut belegt, arbeitet nach Betreiberangaben aber seit Jahren nicht wirtschaftlich. Gefordert wird ein Verlustausgleich von bis zu 350.000 Euro jährlich. Das Amt Föhr-Amrum hat darüber noch nicht entschieden.

Bis zu 55 Pflegeplätze, nach Angaben des Betreibers eine gute Belegung – und trotzdem schreibt die Einrichtung seit Jahren rote Zahlen. Beim Johanniter-Haus in Wyk steht eine Entscheidung an, die für die pflegerische Versorgung auf Föhr von großer Bedeutung sein könnte. Die Betreiberin hat das Amt Föhr-Amrum aufgefordert, für die Jahre 2025 bis 2029 einen Verlustausgleich von bis zu 350.000 Euro pro Jahr zu leisten. Eine Entscheidung darüber ist allerdings noch nicht gefallen. Das Amt will zunächst ein Gespräch zwischen dem Träger und der Pflegekasse Ende November abwarten.

In einer aktuellen Stellungnahme macht das Amt zugleich deutlich, welchen Stellenwert die Einrichtung für die Insel hat. Das Johanniter-Haus erfülle in Wyk eine wichtige soziale Funktion. Ein großes Interesse bestehe deshalb daran, das Pflegeheim zu erhalten – nicht nur für Föhr, sondern auch mit Blick auf die beiden Inseln insgesamt. Hinter der jetzt anstehenden Entscheidung steht damit eine grundsätzliche Frage: Wie kann eine für die Insel wichtige Pflegeeinrichtung dauerhaft weiterbetrieben werden, wenn sie trotz guter Auslastung wirtschaftlich nicht auskömmlich arbeitet?

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Gut belegt – und trotzdem seit Jahren nicht wirtschaftlich

Nach Angaben der betreibenden Johanniter Seniorenhäuser GmbH werden im Wyker Johanniter-Haus bis zu 55 Pflegeplätze angeboten. Diese seien derzeit gut belegt. Eine hohe Auslastung allein reicht offenbar dennoch nicht aus, um die Einrichtung wirtschaftlich zu betreiben. Laut der Stellungnahme des Amtes arbeitet das Alten- und Pflegeheim nach Angaben der Johanniter bereits seit Jahren nicht kostendeckend. Deshalb ist die Betreiberin an das Amt Föhr-Amrum herangetreten. Gefordert wird ein Verlustausgleich für einen Zeitraum von insgesamt fünf Jahren: von 2025 bis einschließlich 2029 könnten jährlich bis zu 350.000 Euro anfallen. Sollte dieser Höchstbetrag in jedem der fünf Jahre tatsächlich ausgeschöpft werden, ergäbe sich rechnerisch eine Summe von bis zu 1,75 Millionen Euro. Ob es dazu kommt und in welcher Höhe überhaupt öffentliche Mittel erforderlich wären, ist derzeit jedoch offen. Genau deshalb hat das Amt noch keine Zusage gemacht. Die Forderung der Betreiberin bedeutet also ausdrücklich nicht, dass Föhr-Amrum bereits beschlossen hat, die Verluste des Johanniter-Hauses zu übernehmen.

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Amt wartet auf Gespräch mit der Pflegekasse

Bevor auf kommunaler Ebene eine Entscheidung fällt, soll zunächst ein anderer Weg ausgeschöpft werden. Nach Angaben des Kieler Sozialministeriums ist für den 30. November 2026 innerhalb des sogenannten Regelsystems noch ein Gespräch zwischen dem Träger des Johanniter-Hauses und der Pflegekasse vorgesehen. Was bei diesem Gespräch erreicht werden kann und welche Auswirkungen ein mögliches Ergebnis auf die finanzielle Situation der Einrichtung hätte, bleibt abzuwarten. Für das Amt Föhr-Amrum ist dieser Termin jedenfalls entscheidend genug, um vorher keine Fakten zu schaffen. Es wurde deshalb beschlossen, bis zum 30. November keine Entscheidung über die geforderte Defizitübernahme zu treffen. Damit ist die Zukunft des Hauses nicht entschieden, die finanzielle Frage aber zunächst vertagt. Erst wenn feststeht, welches Ergebnis Betreiber und Pflegekasse erzielen, soll auf Amtsebene weiter beraten werden.

Pflegeplätze haben für die Insel eine besondere Bedeutung

Die Diskussion geht dabei über die reine Frage nach Zahlen hinaus. Pflegeplätze lassen sich auf einer Insel nicht ohne Weiteres durch Angebote in einer Nachbarstadt ersetzen. Fällt eine Einrichtung weg, betrifft das nicht nur Bewohnerinnen und Bewohner, sondern auch deren Angehörige und letztlich die gesamte Versorgungsstruktur vor Ort. Entsprechend deutlich fällt die grundsätzliche Position des Amtes aus. Man habe „ein großes Interesse am Fortbestand des Pflegeheims“, heißt es in der Stellungnahme. Dieses Interesse komme der gesamten Insel Föhr beziehungsweise sogar beiden Inseln zugute.

Eine Zusage für die geforderten Zahlungen ist damit allerdings nicht verbunden. Genau diese Trennung ist in der aktuellen Diskussion entscheidend: Der politische Wille, die Pflegeeinrichtung möglichst zu erhalten, ist erkennbar – über die Finanzierung des Defizits ist dagegen noch nicht entschieden. Damit dürfte der 30. November zu einem wichtigen Datum für die weitere Entwicklung des Johanniter-Hauses werden. Erst nach dem Gespräch mit der Pflegekasse wird sich zeigen, ob innerhalb des bestehenden Finanzierungssystems eine Lösung gefunden werden kann – oder ob die Forderung nach einem kommunalen Verlustausgleich von bis zu 350.000 Euro jährlich anschließend wieder auf dem Tisch des Amtes Föhr-Amrum liegt.

Foto: Stefan Gaul

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Geschrieben von: admin

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