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Kammermusik am Meer auf Föhr: Neues Musikfestival feiert Premiere

todayJuli 4, 2026 125 5

Hintergrund
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Neues Musikfestival auf Föhr: Kammermusik am Meer startet – und bringt vielleicht sogar den Jazz zurück

Die Kulturszene auf Föhr bekommt an diesem Wochenende musikalischen Zuwachs. Mit „Kammermusik am Meer“ feiert ein neues kleines Festival seine Premiere und möchte zeigen, dass klassische Musik alles andere als verstaubt sein muss. Drei Konzerte an zwei Tagen, drei ganz unterschiedliche Veranstaltungsorte und ein abwechslungsreiches Programm sollen sowohl Klassikfreunde als auch neugierige Urlauber und Insulaner begeistern. Hinter der Idee steckt Martin Bouchon, Jurist aus Frankfurt, leidenschaftlicher Hobbymusiker und seit vielen Jahren großer Föhr-Fan. Unsere Redaktion hat ihn einen Abend vor dem Festivalstart bei den letzten Proben in der St.-Laurentii-Kirche in Süderende getroffen.

Ein neues Festival zur richtigen Zeit

Der musikalische Veranstaltungskalender auf Föhr hat in diesem Sommer einige Lücken bekommen. Bekannte Formate wie „Jazz goes Föhr“ gehören inzwischen der Vergangenheit an, andere Konzertreihen pausieren oder wurden eingestellt. Genau in dieser Situation möchte Martin Bouchon neue Akzente setzen. Sein Ziel ist kein riesiges Festival mit großem Aufwand, sondern eine hochwertige Konzertreihe in familiärer Atmosphäre. Dabei soll Musik Menschen zusammenbringen und zeigen, wie vielseitig Kammermusik heute sein kann. Für Bouchon ist das Projekt gleichzeitig die Erfüllung eines lang gehegten Wunsches. Seit vielen Jahren verbringt er einen großen Teil seiner Freizeit auf Föhr und wollte die Insel schon lange um ein eigenes Kammermusikfestival bereichern. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt gekommen.

Vom gescheiterten Versuch zum zweiten Anlauf

Dass es dieses Festival heute überhaupt gibt, ist keineswegs selbstverständlich. Bereits 2014 hatte Martin Bouchon versucht, Kammermusik auf Föhr zu etablieren. Damals organisierte er ein Konzert in der Kapelle Lütte Kark in Wyk. Doch der Abend endete ernüchternd: Genau ein Besucher fand den Weg in das Konzert. Parallel fanden damals weitere Veranstaltungen auf der Insel statt, unter anderem ein Konzert von Nils Landgren im Rahmen von „Jazz goes Föhr“. Viele hätten nach so einer Erfahrung vermutlich aufgegeben. Martin Bouchon nicht. Heute erzählt er die Geschichte mit einem Schmunzeln und sagt ganz offen: „Versuchen wir es einfach noch einmal.“ Genau aus diesem Gedanken entstand schließlich „Kammermusik am Meer“.

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Festival Kammermusik am Meer
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Musik ist seit vielen Jahren seine Leidenschaft

Beruflich arbeitet Martin Bouchon als Rechtsanwalt in Frankfurt. Privat schlägt sein Herz jedoch seit Jahrzehnten für die Musik. Er spielt selbst Klavier und Cello, organisiert regelmäßig Hauskonzerte und pflegt enge Kontakte zu Musikerinnen und Musikern. Zur Insel Föhr entstand bereits 2009 eine besondere Beziehung. Wie er selbst erzählt, habe er sich damals regelrecht in die Insel „schockverliebt“. Noch während seines ersten Urlaubs kaufte er ein Haus auf Föhr – ohne es vorher überhaupt betreten zu haben. Rückblickend nennt er diese Entscheidung spontan und vielleicht auch ein wenig naiv, bereut habe er sie jedoch keine Sekunde.

Mit drei Konzerten an der Lütte Kark, der St.-Laurentius-Kirche und der Alten Druckerei startet „Kammermusik am Meer“ als neues Musikfestival auf Föhr.

Drei Konzerte – drei ganz unterschiedliche Programme

Im Mittelpunkt des Festivals steht das Trio Dreisam aus Lüneburg, ein Ensemble mit Klarinette, Violoncello und Klavier. Ergänzt wird das Programm durch die Föhrer Musikerin Birke Licht, die mit ihrer Querflöte mitwirkt. Genau diese Mischung aus Musikerinnen und Musikern vom Festland und von der Insel ist ausdrücklich gewünscht. Martin Bouchon möchte diesen Gedanken künftig sogar noch weiter ausbauen und weitere Föhrer Künstlerinnen und Künstler in zukünftige Festivals einbinden.

Den Auftakt bildet am Samstag, 4. Juli, um 20 Uhr das Konzert „Bruch-Stücke“ in der Kapelle „Lütte Kark“ in der Wyker Süderstraße. Statt langer klassischer Werke erwartet die Besucher ein bewusst abwechslungsreiches Programm mit einzelnen Sätzen bekannter Komponisten wie Beethoven, Brahms oder Spohr sowie moderneren Werken unter anderem von Nino Rota und Paul Juon. Martin Bouchon beschreibt das Konzert selbst als eine Art „Klassik-Best-of“, das ausdrücklich auch Menschen ansprechen soll, die bisher kaum Berührung mit klassischer Musik hatten.

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Mit drei Konzerten an der Lütte Kark, der St.-Laurentius-Kirche und der Alten Druckerei startet „Kammermusik am Meer“ als neues Musikfestival auf Föhr.

Barock trifft Tango – und zum Finale wird es überraschend

Am Sonntag, 5. Juli, geht es um 11.30 Uhr – direkt nach dem Gottesdienst – in der St.-Laurentius-Kirche in Süderende weiter. Dort erwartet die Besucher ein außergewöhnliches Programm unter dem Titel „Barock meets Tango“. Statt die beiden Musikrichtungen getrennt voneinander zu präsentieren, wechseln sich barocke Werke und Tangos bewusst immer wieder ab. „Wir hatten intern zwei Meinungen“, erzählt Martin Bouchon lachend. „Die einen wollten erst den Barock und danach den Tango spielen. Die anderen wollten beides immer wieder miteinander verweben. Genau das machen wir jetzt.“ Mit dabei ist auch Föhrs Organistin Birke Licht, die diesmal mit ihrer Querflöte auf der Bühne stehen wird.

Den Abschluss bildet am Sonntagabend um 20 Uhr das „Concert Surprise“ in der Alten Druckerei in Wyk. Dort wird es deutlich lockerer. Jazz, Tango, Chansons und Salonmusik sorgen für einen entspannten Ausklang des Festivalwochenendes. Auch kulinarisch ist gesorgt – die Besucher können den Abend bei Wein und kleinen Speisen gemütlich ausklingen lassen.

Klassik soll Spaß machen – auch für Neueinsteiger

Ein Satz fiel im Gespräch mit Martin Bouchon immer wieder: Niemand soll Angst vor klassischer Musik haben. Deshalb wurden die Programme bewusst leicht, abwechslungsreich und kurzweilig zusammengestellt. Statt langer Sinfonien gibt es bekannte Melodien, viele Stilwechsel und immer wieder musikalische Überraschungen. „Man wird sich nicht langweilen“, verspricht der Initiator mit einem Lächeln. Genau das sei sein Ziel: Menschen neugierig machen und zeigen, dass klassische Musik unterhaltsam, lebendig und emotional sein kann.

Kommt auch „Jazz goes Föhr“ zurück?

Obwohl an diesem Wochenende zunächst die Kammermusik im Mittelpunkt steht, denkt Martin Bouchon bereits einen Schritt weiter. Besonders das Ende des traditionsreichen Festivals „Jazz goes Föhr“ beschäftigt ihn. Die beliebte Veranstaltungsreihe wurde nach vielen erfolgreichen Jahren eingestellt. Für den musikbegeisterten Juristen ist das schade. Deshalb hat er bereits Gespräche mit der Föhr Tourismus GmbH aufgenommen und prüft Möglichkeiten, das Festival oder zumindest die Idee dahinter wieder aufleben zu lassen. Ob künftig tatsächlich wieder „Jazz goes Föhr“ erklingt oder vielleicht sogar ein neues Format wie „Jazz am Meer“ entsteht, ist noch völlig offen. Ideen gibt es jedoch bereits reichlich.

Initiator Martin Bouchon möchte mit „Kammermusik am Meer“ neue musikalische Akzente auf Föhr setzen und denkt bereits über weitere Festivalideen nach.

Auftakt mit viel Leidenschaft – und großen Plänen

Bei den letzten Proben in der St.-Laurentii-Kirche war die Vorfreude bei allen Beteiligten deutlich zu spüren. Zwischen den Musikerinnen und Musikern herrschte konzentrierte, gleichzeitig aber auch entspannte Stimmung. Dass aus einem kleinen Festival einmal etwas Größeres entstehen könnte, ist durchaus denkbar. Für Martin Bouchon ist der wichtigste Schritt aber zunächst geschafft: Nach seinem gescheiterten ersten Versuch vor über zehn Jahren bekommt die Kammermusik auf Föhr jetzt eine zweite Chance. Und wer ihm zuhört, merkt schnell: „Kammermusik am Meer“ soll nicht nur ein Wochenende bleiben – sondern vielleicht der Beginn einer neuen musikalischen Tradition auf unserer Insel werden.

Fotos: Stefan Gaul

Mit drei Konzerten an der Lütte Kark, der St.-Laurentius-Kirche und der Alten Druckerei startet „Kammermusik am Meer“ als neues Musikfestival auf Föhr.
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Geschrieben von: admin

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