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Lars Das in der heutigen Zeit gemeinsam auf einer Insel wie Föhr geht ist lobenswert und ihr habt unseren Respekt!! Liebes Team vom Radiosender und von der Zeitung ganz großartig . Und diese Kombi aus gemeinsamen Artikel und dann die Interviews zum Hören macht das Paket noch stärker und seitdem kaufen wi Iris Christiansen Ocke Hansen - Südstrand von Wyk Das Interview über Macani ist so schön geworden :-) MaxI Haben gesehen ihr macht mit dem Inselboten jetzt anscheinend etwas zusammen. Endlich , wurde auch Zeit und längst überfällig. Gefällt uns sehr gut also glückwunsch zu diesem Entschluss (Anm. Admin - wir freuen uns, das es euch gefällt)

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Lovis Wiefelspütz und Alexander Kellner auf Föhr: 344 Tage Weltreise zwischen Freundschaft und Inklusion

todaySeptember 23, 2026 201 23 5

Hintergrund
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„Das kann uns nie wieder jemand wegnehmen“: Wie zwei Freunde die Welt bereisten – und Lovis Wiefelspütz nach Föhr zurückkehrte

344 Tage, 16 Länder und sechs Kontinente: Lovis Wiefelspütz und Alexander Kellner sprachen bei „Föhr erLesen“ über ihre Weltreise, Inklusion und eine Freundschaft, die unterwegs auf eine besondere Probe gestellt wurde.

Manchmal führt eine Reise einmal um die ganze Welt und am Ende zurück an einen Ort, an dem ein ganz anderes Kapitel des eigenen Lebens begonnen hat. 344 Tage, 16 Länder und sechs Kontinente waren Lovis Wiefelspütz und Alexander Kellner gemeinsam unterwegs. Sie lebten auf engstem Raum in einem Van in Neuseeland, feierten in Malaysia, waren im Amazonasgebiet unterwegs, tauchten in Kolumbien, erlebten wilde Tiere in Südafrika – und stellten sich dabei immer wieder eine Frage: Wie inklusiv ist unsere Welt eigentlich? Aus ihrer Reise entstand das gemeinsame Buch „Die Reise unseres Lebens“. Im September führte diese Geschichte die beiden zu „Föhr erLesen“ ins Haus des Gastes nach Nieblum. Für Wiefelspütz war es zugleich eine Rückkehr an einen Ort seiner eigenen Vergangenheit.

Kurz vor ihrer Lesung nahm sich das befreundete Duo ausführlich Zeit für unsere Redaktion. Herausgekommen ist ein Gespräch, das schnell weit über Reiseerlebnisse hinausging. Es ging um Freundschaft und Streit, Behinderung und Neurodivergenz, Hilfe und Selbstbestimmung – und darum, was passiert, wenn zwei Menschen mit ganz unterschiedlichen Stärken und Bedürfnissen fast ein Jahr lang nahezu rund um die Uhr aufeinander angewiesen sind.

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Mit zwölf Jahren nach Föhr – Jahre später kommt er als Autor zurück

Lovis Wiefelspütz lebte zwischen seinem zwölften und 18. Lebensjahr auf Föhr und besuchte hier die Eilun Feer Skuul. Seine Familie war damals aus gesundheitlichen Gründen auf die Insel gezogen. Auch Amrum kannte sie gut, die Entscheidung fiel letztlich aber auf Föhr – unter anderem wegen der schulischen Möglichkeiten. Die Rückkehr zu „Föhr erLesen“ löste deshalb durchaus gemischte Erinnerungen aus. „Es ist ein bisschen ein komisches Gefühl, wieder hierherzukommen“, erzählte Wiefelspütz. Gerade die Jugendjahre seien schließlich eine Zeit voller Fragen gewesen: Wo gehöre ich hin, wo möchte ich hin? Eines ist allerdings geblieben: „Ich liebe diese Insel schon sehr.“

Goting, wo er einen großen Teil seiner Inselzeit verbrachte, und das Kliff standen deshalb ebenso auf dem persönlichen Programm wie Spaziergänge durch die Marsch. Am Tag vor dem Gespräch war Wiefelspütz bereits laufen gewesen und hatte vor allem eines genossen: die Luft. Auch Kellner, der Föhr erst einige Monate zuvor zum ersten Mal besucht hatte, hatte die Insel nach eigener Aussage schnell ins Herz geschlossen. Und bei einem früheren gemeinsamen Besuch musste für Wiefelspütz sogar ein Stück Jugendprogramm nachgeholt werden: ein Besuch im Pfannkuchenhaus. Dass er nun ausgerechnet mit einem eigenen Buch auf seine ehemalige Schulinsel zurückkehrte, ist das Ergebnis einer Reise, die zunächst eher wie eine dieser Ideen klang, bei denen man später selbst nicht mehr genau weiß, ob sie wirklich ernst gemeint waren.

Erst ein Scherz – dann waren plötzlich die Tickets gebucht

Die ursprüngliche Idee kam von Alexander Kellner. Während seines Masterstudiums hatte er mehrere Monate in Spanien verbracht und dort eine entscheidende Erfahrung gemacht: Reisen war für ihn auch ohne seine Eltern möglich, die ihn bis dahin in vielen Bereichen seines Alltags unterstützt hatten. Kellner lebt mit AMC, einer angeborenen Muskel- und Gelenkerkrankung. Irgendwann entstand aus der Erfahrung in Spanien der Gedanke, noch viel weiterzugehen. Zunächst scherzhaft sprach er von einer Weltreise. Doch der Gedanke blieb. Nach seiner Rückkehr nach Hamburg, während Praktikum, Regen und dunkler Tage, wurde aus der Spinnerei allmählich ein Plan. Schließlich rief er seinen Freund an.

Wiefelspütz erinnert sich an seinen ersten Gedanken ziemlich genau: „Oh nee.“ Nicht, weil er die Idee schlecht fand. Im Gegenteil. Er hatte gerade beschlossen, nach seinem Bachelor wieder nach Hamburg zu ziehen, und war frisch mit seiner Freundin zusammengekommen. Eine Weltreise passte denkbar schlecht in diesen Plan. Gleichzeitig war da das Fernweh. Wiefelspütz war bis dahin noch nie außerhalb Europas gewesen. Die Gelegenheit, gemeinsam etwas derart Großes zu wagen, reizte ihn. Als schließlich die ersten Tickets nach Istanbul gebucht waren, wurde aus der Idee endgültig Realität. Im Oktober 2022 ging es los.

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Wenn der beste Freund plötzlich auch Verantwortung für deinen Alltag trägt

Beste Freunde zu sein ist eine Sache. 344 Tage fast ununterbrochen gemeinsam unterwegs zu sein, eine andere. Dazu kam bei Wiefelspütz und Kellner eine besondere gegenseitige Abhängigkeit. Die beiden bezeichnen sich als „interabled Duo“. Wiefelspütz ist neurodivergent und lebt unter anderem mit ADHS, Kellners körperliche Behinderung bedeutet, dass er in bestimmten Situationen Unterstützung benötigt. „Wenn er auf dem Boden liegt und ich hebe ihn nicht auf, dann liegt er halt irgendwo auf der Welt rum und kann nicht wieder aufstehen“, beschreibt Wiefelspütz sehr direkt, welche Verantwortung damit teilweise verbunden war. Gleichzeitig lernte er während der Reise etwas, das für ihn vorher theoretischer gewesen war: Hilfe benötigen und selbstbestimmt leben sind keine Gegensätze. Auch wenn Kellner bestimmte Dinge körperlich nicht selbst erledigen könne, müsse die Entscheidung darüber, wann und wie etwas geschieht, bei ihm bleiben. Für Wiefelspütz wurde diese Selbstbestimmung zu einer der wichtigsten Erfahrungen der Reise.

Kellner wiederum lernte seinen Freund neu kennen. Dass Wiefelspütz ADHS hat, wusste er schon vorher. Wie stark die Neurodivergenz dessen Alltag tatsächlich prägt, wurde ihm aber erst während der gemeinsamen Monate bewusst. Neue Länder, neue Unterkünfte, Menschen, Geräusche und ständig wechselnde Situationen bedeuteten für Wiefelspütz immer wieder eine enorme Reizmenge. Während Kellner abends manchmal noch in einer Hostelbar Leute kennenlernen wollte, brauchte sein Freund nur noch Ruhe, ein Buch oder Zeit allein. Auch beim Tempo unterschieden sie sich: Kellner hätte teilweise nach wenigen Tagen bereits den nächsten Ort angesteuert, Wiefelspütz brauchte zwischendurch eine Woche, um herunterzufahren. Und ausgerechnet in dieser Unterschiedlichkeit fanden beide neue Stärken. Dinge, die ihnen allein schwerer fielen, funktionierten plötzlich, weil sie Verantwortung füreinander trugen.

Sie stritten heftig – und Fußball brachte sie wieder zusammen

Natürlich funktionierte dieses Zusammenspiel nicht 344 Tage lang konfliktfrei. Beide machen daraus im Gespräch keinen Hehl. Wiefelspütz möchte Streit möglichst sofort aussprechen und klären. Kellner braucht eher Abstand und Zeit. Bei der Frage, wer schlechter zugeben könne, im Unrecht zu sein, kommen sie trotzdem auf einen gemeinsamen Nenner: Dickköpfig sind beide. Es habe auch heftige Auseinandersetzungen gegeben. Entscheidend sei aber gewesen, dass am Ende beide ihren eigenen Anteil an einem Konflikt sehen konnten. Und wenn es schwierig wurde, gab es ein Thema, das sie zuverlässig zurück ins Leichtere brachte: Fußball. „Wenn man diese Gemeinsamkeiten nicht hat, sondern nur unterschiedlich ist, kann es auch schwer werden“, sagt Kellner. Ihre Freundschaft funktioniere deshalb nicht allein, weil ihre unterschiedlichen Fähigkeiten gut zusammenpassten. Sie teilen Interessen, Leidenschaften und eine Art, aufeinander einzugehen. Gerade Kellner lernte auf der Reise außerdem, Hilfe offensiver einzufordern. Das klingt zunächst selbstverständlich, ist es für ihn aber keineswegs. Wer für alltägliche Dinge Unterstützung benötigt, müsse immer wieder andere Menschen einbeziehen, Zeit beanspruchen und erklären, was gebraucht wird. „Man will eigentlich selbstbestimmt das machen“, sagt er. Die Weltreise mit ihrem ohnehin hohen Grundstress habe diese Herausforderung noch einmal verstärkt.

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Wie inklusiv ist die Welt? Ihre Antwort fällt nicht eindeutig aus

Die beiden wollten auf ihrer Reise nicht einfach möglichst viele Länder abhaken. Eine Frage begleitete sie über sechs Kontinente hinweg: Wie inklusiv ist die Welt? Nach 16 Ländern lautet ihre kurze Antwort: Es geht überall noch mehr.

Dabei haben sie erlebt, dass Barrierefreiheit viele Ebenen besitzt. In wohlhabenderen Ländern fanden sie häufig bessere bauliche Voraussetzungen vor. Anderswo erlebten sie dafür eine ausgeprägte Bereitschaft von Familien oder anderen Menschen, unmittelbar zu helfen. Besonders Puerto Rico überraschte Kellner mit zahlreichen Rampen und barrierefreien Zugängen. Wiefelspütz erinnert sich wiederum an Ecuador. Selbst bei alten Gebäuden und einem historischen Museum seien technische Lösungen geschaffen worden, um Zugänglichkeit zu ermöglichen. Gerade im Vergleich mit Deutschland sei ihm das aufgefallen, weil hierzulande bei historischen Gebäuden häufig der Denkmalschutz als Schwierigkeit bei entsprechenden Umbauten genannt werde.

Aus ihren Beobachtungen wollen die beiden keine einfache Rangliste der inklusivsten Länder machen. Zu unterschiedlich seien bauliche Zugänglichkeit, gesellschaftliche Akzeptanz und alltägliche Unterstützung. Klar ist für sie aber: Auch Deutschland hat noch Arbeit vor sich. Und genau an dieser Stelle bekam das Gespräch im Haus des Gastes plötzlich einen ganz konkreten Föhr-Bezug. Menschen mit Behinderung seien nicht deshalb nicht vorhanden, weil man sie im öffentlichen Leben weniger sehe, betont Kellner. Gerade für eine vom Tourismus geprägte Insel könne Barrierefreiheit deshalb auch ganz praktisch gedacht werden. Ein Café, das erkennbar zugänglich sei, könne Menschen erreichen, die sonst möglicherweise gar nicht erst kämen. Barrierefreiheit entscheidet damit auch darüber, wer am Inselleben und am touristischen Angebot teilhaben kann.

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Leopardin in Südafrika oder gemeinsam einen Vulkan hinauf?

Bei all den großen Themen war diese Reise natürlich auch ein Abenteuer. Als beide im Gespräch nur einen einzigen Moment auswählen sollen, den sie noch einmal erleben dürften, nimmt Wiefelspütz seinem Freund prompt dessen möglichen Favoriten weg. Er entscheidet sich für Südafrika. Dort saßen beide mit ihrem Ranger in einem Fahrzeug und konnten rund 20 Minuten lang vollkommen allein eine Leopardin bei der Jagd beobachten. Keine Kolonne weiterer Safariwagen, keine Menschenmenge. Nur sie und das Tier. Wiefelspütz erinnert sich daran, wie er Kellner an den Schultern packte und beide ihre Begeisterung kaum zurückhalten konnten. Kellner muss sich deshalb einen anderen Moment suchen – und entscheidet sich für den Cotopaxi in Ecuador. Nicht wegen eines spektakulären Gipfelerfolgs, sondern wegen einiger Dutzend gemeinsamer Meter an einer steilen Aschewand. Für ihn steckte darin vieles, was ihre gesamte Reise ausmachte: Zusammenarbeit, Natur, körperliche Herausforderung und das Gefühl, gemeinsam etwas geschafft zu haben.

Vier Terabyte Erinnerungen – und plötzlich meldet sich ein Verlag

Zurück kamen die beiden schließlich mit rund vier Terabyte Foto- und Videomaterial. Die Idee, ihre Erlebnisse irgendwann aufzuschreiben, hatten sie bereits vor dem Aufbruch. Dass daraus tatsächlich ein veröffentlichtes Buch werden würde, entschied sich jedoch unterwegs. Nicht Wiefelspütz und Kellner gingen auf Verlagssuche – ein Verlag wurde auf sie aufmerksam und schrieb die beiden etwa zur Halbzeit ihrer Weltreise an. An den Moment nach einem Videogespräch erinnern sie sich noch genau. Sie saßen in einem Hotel in Madrid, stießen auf die Nachricht an – nach eigener Erinnerung mit einem kostenlosen Glas Sekt – und reisten am nächsten Tag weiter nach Südamerika.

Später entstand daraus „Die Reise unseres Lebens – Von Freundschaft, Inklusion und Abenteuerlust“. Das Schreiben sei zwar keineswegs einfach gewesen. Auf die Frage, was schwieriger gewesen sei – 344 Tage gemeinsam um die Welt zu reisen oder anschließend gemeinsam ein Buch darüber zu schreiben – sind sich beide allerdings ziemlich schnell einig: Die Reise.

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„Wir haben es allen gezeigt, die nicht daran geglaubt haben“

Am Ende unseres Gesprächs steht deshalb noch einmal der Blick zurück auf die beiden Männer, die im Oktober 2022 mit ihren Rucksäcken aufgebrochen waren. Was können Lovis und Alex heute, was sie damals noch nicht konnten? Kellner antwortet zuerst: besser miteinander kommunizieren, die eigenen Bedürfnisse klarer äußern und die Welt ein Stück besser verstehen. Und noch etwas: Sie könnten heute mit größerer Gelassenheit sagen, dass sie bis zum Ende ihres Lebens Freunde sein werden. Wiefelspütz ergänzt mit einem Lachen, dass sie nun immerhin behaupten könnten, ein Buch geschrieben zu haben. Dann wird er ernster. Es habe durchaus Menschen auch im familiären Umfeld gegeben, die nicht daran glaubten, dass die beiden diese Reise durchhalten würden. Manche hätten vermutet, sie seien nach zwei oder drei Monaten wieder zu Hause. „Wir haben sozusagen gezeigt, dass Dinge möglich sind, die von außen als sehr unwahrscheinlich oder vielleicht sogar unmöglich gelten.“

Sein vielleicht stärkstes Bild stammt deshalb nicht von einer Safari, einem Tauchgang oder einem Vulkan. Es entstand ganz am Ende ihrer Reise. Wiefelspütz und Kellner standen auf dem Dach eines Hostels in Istanbul und blickten über den Bosporus. Fast ein Jahr zuvor hatte ihre Reise genau dort begonnen. In diesem Moment sei eine Gewissheit entstanden, die sie beim Aufbruch noch nicht haben konnten: „Das kann uns nie wieder irgendjemand wegnehmen, dass wir beide das gemacht haben.“ Einige Wochen später saßen die beiden im Haus des Gastes in Nieblum. Für Alexander Kellner war es ein weiterer Halt mit ihrem gemeinsamen Buch. Für Lovis Wiefelspütz war es noch etwas anderes: Nach den Jahren als Schüler auf Föhr war er auf seine alte Insel zurückgekehrt – diesmal als Autor einer Geschichte, von der er beim Weggang noch nicht einmal ahnen konnte, dass er sie eines Tages erzählen würde.

Foto: Stefan Gaul

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Geschrieben von: admin

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