Inselradio Föhr Friesische Karibik für die Ohren
Stolze Preisträger (v. l. n. r.): Kai Jensen (1. Stellvertretender Bürgermeister), Fenja Oestreich (FTG-Mitarbeiterin), Boy Rethwisch (Bürgermeister der Gemeinde Nieblum), Christina Clausen (2. Stellvertretende Bürgermeisterin), Jochen Gemeinhardt (FTG-Geschäftsführer)
Nieblum auf Föhr hat den Travelbook Award 2026 gewonnen und darf sich „Schönstes Dorf Deutschlands“ nennen. Mehr als 30 Prozent der Stimmen gingen an das Friesendorf. Bürgermeister Boy Rethwisch nahm den Preis in Berlin entgegen.
Es sind rund 600 Menschen, die ganzjährig in Nieblum leben – seit Dienstagabend dürfen sie ihr Zuhause ganz offiziell als Deutschlands „Schönstes Dorf“ bezeichnen. Beim Travelbook Award 2026 hat sich das Friesendorf auf Föhr im Online-Voting gegen vier weitere nominierte Orte aus Deutschland durchgesetzt. Mehr als 30 Prozent der Stimmen in dieser Kategorie entfielen auf Nieblum. Bürgermeister Boy Rethwisch nahm die Auszeichnung am Dienstagabend gemeinsam mit einer Föhrer Delegation in Berlin entgegen. Am Morgen danach meldete er sich bei unserer Redaktion aus dem Zug zurück in Richtung Insel – und die Freude über den besonderen Abend war noch deutlich zu hören. „Das war für uns alle wirklich ein einmaliges Ereignis, was bei uns noch lange in Erinnerung bleibt“, sagt Rethwisch. Die Preisverleihung fand im Axel-Springer-Haus in Berlin statt. Mit ihm waren seine beiden Stellvertreter Kai Jensen und Christina Clausen, der Geschäftsführer der Föhr Tourismus GmbH Jochen Gemeinhardt sowie FTG-Mitarbeiterin Fenja Oestreich in die Hauptstadt gereist. Clausen und Oestreich sorgten dabei auch optisch für ein Stück Föhr in Berlin: Beide nahmen in traditioneller Föhringer Tracht an der Verleihung teil.
Der Erfolg ist das Ergebnis einer öffentlichen Abstimmung. Der Travelbook Award wurde 2026 zum fünften Mal vergeben, die Kategorie „Schönstes Dorf Deutschlands“ war in diesem Jahr erstmals dabei. Zur Wahl standen neben Nieblum Schmilka am Elbsandsteingebirge, Tüchersfeld in der Fränkischen Schweiz, Dörrenbach in der Pfalz und Fischerhude in Niedersachsen. Vorschläge für die Nominierten kamen unter anderem von Reiseexperten sowie aus der Leserschaft von Travelbook und erstmals auch BILD. Anschließend wurde online abgestimmt. Über sämtliche Kategorien hinweg wurden nach Angaben der Veranstalter mehr als 150.000 Stimmen abgegeben. In der Dorf-Kategorie holte Nieblum mehr als 30 Prozent. Für Boy Rethwisch ist der Erfolg deshalb vor allem eine Auszeichnung für diejenigen, die Nieblum jeden Tag prägen und erhalten. „Wir fühlen uns geehrt, dass so viele Menschen für Nieblum abgestimmt haben“, sagt der Bürgermeister. Dass das historische Ortsbild bis heute erhalten geblieben ist, sei das Ergebnis gemeinsamer Arbeit. „Der Preis gehört dem ganzen Dorf!“
Und tatsächlich ist es genau dieses Ortsbild, mit dem Nieblum bei vielen Gästen seit Jahrzehnten verbunden ist: Kopfsteinpflasterstraßen und Lindenalleen, reetgedeckte Friesen- und Kapitänshäuser, Rosengärten und der Weg hinunter zum breiten Sandstrand. Dazu kommen die Kirche St. Johannis, der sogenannte Friesendom, und die „sprechenden Grabsteine“ auf dem historischen Friedhof, die vom Leben früherer Föhrer Seefahrer und Walfänger erzählen. Westlich schließt sich mit Goting und dem Goting Kliff ein weiterer markanter Teil der Gemeinde an. Rund 25.000 Gäste besuchten Nieblum im Jahr 2025, während der Ort selbst etwa 600 ganzjährige Einwohner zählt.
Auch Jochen Gemeinhardt meldete sich am Mittwochmorgen auf der Rückfahrt aus dem Zug bei unserer Redaktion – und eröffnete seinen Gruß mit einem Augenzwinkern als „Kurdirektor der schönsten Insel, also von Föhr“. Dass nun ausgerechnet ein Dorf auf dieser Insel den bundesweiten Publikumspreis gewonnen hat, macht den FTG-Geschäftsführer hörbar stolz. „Wer schon mal da war, kann das sicher bestätigen“, sagt Gemeinhardt über die Entscheidung. Nieblum sei „wirklich eine Gemeinde, die sich sehen lassen kann“. Entscheidend sei für ihn aber nicht nur das heutige Erscheinungsbild. Das positive Image sei über viele Jahre aufgebaut worden. Mit der Auszeichnung sei deshalb auch die Aufgabe verbunden, diesen Weg fortzusetzen. Sein Glückwunsch richte sich ausdrücklich an die Gemeinde, ihre politischen Vertreter und die Menschen, die dort leben. Gemeinhardt selbst sei über die Auszeichnung „wirklich sehr, sehr glücklich und stolz“.
Für den Tourismus auf Föhr dürfte der Titel ebenfalls eine besondere Außenwirkung entfalten. Travelbook zeichnet mit seinem Award Reiseziele aus, die für die kommende Saison besondere Aufmerksamkeit erhalten sollen. Rethwisch sieht dabei nicht nur die bekannten Häuser und Straßen als Stärke seines Dorfes. Nieblum und Föhr lebten ebenso von ihren Traditionen – weshalb die Föhringer Tracht bei der Preisverleihung in Berlin ganz bewusst mit dabei war.
So groß die Freude über den Titel ist, sowohl Rethwisch als auch Gemeinhardt verbinden damit einen Blick nach vorn. Denn ein historisches Ortsbild wie das Nieblumer ist nicht selbstverständlich. Für den Bürgermeister bedeutet die Auszeichnung deshalb nicht nur Anerkennung, sondern auch Verantwortung. Es gehe darum, das zu bewahren, was Nieblum besonders macht. Nach dem Abend in Berlin ging es für die Föhrer Delegation am Mittwoch zunächst wieder mit der Bahn Richtung Norden. Im Gepäck: ein Award, viele Eindrücke – und ein Titel, den es in dieser Form zuvor noch nicht gegeben hatte. Denn weil Travelbook die Kategorie 2026 erstmals ausgeschrieben hat, ist Nieblum nicht nur das diesjährige „Schönste Dorf Deutschlands“, sondern zugleich der erste Gewinner überhaupt.
Und während Bürgermeister Boy Rethwisch den Abend als einmaliges Ereignis beschreibt, das noch lange in Erinnerung bleiben werde, nutzt Jochen Gemeinhardt den neuen Titel bereits für eine Einladung: Wer Nieblum lange nicht mehr gesehen habe, solle wieder nach Föhr kommen und sich selbst ein Bild machen. Seit Dienstagabend gibt es dafür zumindest einen zusätzlichen Anlass.
Fotos: Yannic Stock/Travelbook, Stefan Gaul, Harald Bickel u. Privat
Geschrieben von: admin
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todaySeptember 24, 2026 51 40
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