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Inselnews

Notaufnahme auf Föhr: Zwei frühere Spitzenpolitiker schalten sich in Klinik-Debatte ein

todayNovember 2, 2026 501 3 165 5

Hintergrund
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Ex-Ministerpräsident Carstensen fordert Umdenken bei Notaufnahme auf Föhr – Garg pocht auf 24/7-Versorgung

Zwei frühere Mitglieder der schleswig-holsteinischen Landesregierung melden sich zur Zukunft der Inselklinik Föhr-Amrum zu Wort. Peter Harry Carstensen (CDU) hält die geplanten Veränderungen für schwer nachvollziehbar und warnt vor Folgen für den Tourismus. Ex-Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) verlangt eine Notfallversorgung rund um die Uhr – „ohne Wenn und Aber“.

Nach der einstimmigen Resolution der Wyker Stadtvertretung für den Erhalt der 24/7-Notaufnahme fordert Schleswig-Holsteins ehemaliger Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) ein Umdenken. Auch der frühere Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) richtet eine klare Forderung an die Landesregierung. Hintergrund ist die geplante Umwandlung der Inselklinik Föhr-Amrum in eine sektorenübergreifende Versorgungseinrichtung ab 2028.

Carstensen: „Das ist schwer zu verstehen“

„Mich hat die Meldung außerordentlich gewundert“, sagt Carstensen im Gespräch mit unserer Redaktion. Der frühere Regierungschef, der Schleswig-Holstein von 2005 bis 2012 regierte, kennt die genauen Hintergründe nach eigenen Angaben nicht. Doch die besondere Lage von Föhr und Amrum müsse berücksichtigt werden: Rund 10.000 Menschen lebten auf den Inseln, in der Hauptsaison kämen Zehntausende Urlauber hinzu, darunter viele Familien mit Kindern. „Und dann keine umfassende Notversorgung dort zu haben, ist für mich schon etwas erstaunlich“, sagt er.

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Carstensen appelliert an die Landesregierung, die Planungen zu überprüfen. Gesundheitsministerin Kerstin von der Decken kenne und schätze er persönlich. „Ich appelliere daran, dass dieses nochmal überdacht wird.“ Ein eigenes Versorgungskonzept wolle er nicht vorlegen. Entscheidend sei vielmehr, wie unter den besonderen Bedingungen der Insellage eine verlässliche medizinische Versorgung gewährleistet werden könne.

Schleswig-Holsteins ehemaliger Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) bei seinem Besuch am 30. Mai auf dem Flugplatz in Wyk, wo er mit einem Elektroflugzeug landete. Jetzt fordert er ein Umdenken bei den geplanten Veränderungen an der Inselklinik Föhr-Amrum. Foto: Stefan Gaul

„Sonst kommen sie nicht“ – Sorge um den Tourismus

Besonders im Tourismus sieht Carstensen Risiken. Die medizinische Sicherheit spiele für Urlauber bei der Wahl ihres Reiseziels eine wichtige Rolle. „Dafür müssen wir schon sorgen, dass die Leute, die bei uns Urlaub machen wollen, auch wissen, dass die ärztliche Versorgung in Ordnung ist. Sonst kommen sie nicht.“ Auch langjährige Föhr-Gäste hatten gegenüber unserer Redaktion bereits erklärt, bei Einschränkungen der Notfallversorgung über einen Wechsel ihres Urlaubsziels nachzudenken.

Carstensen hat selbst eine enge Verbindung zur Insel: Der gebürtige Nordstrander heiratete 2009 seine Frau Sandra in der Friesenstube in Wrixum. Ende Mai landete er mit einem Elektroflugzeug auf dem Wyker Flugplatz, für dessen Erhalt er sich seit Langem engagiert. Flugplätze und Landeplätze seien auch für die medizinische Versorgung wichtig. Zu Prognosen über zusätzliche Hubschraubereinsätze durch die Krankenhausreform wollte er sich nicht äußern. Diese könne er nicht beurteilen.

Garg fordert Versorgung „ohne Wenn und Aber“

Noch deutlicher formuliert Heiner Garg seine Forderung. „Die medizinische inklusive der Notfallversorgung muss 24/7 auf den Inseln sichergestellt werden – ohne Wenn und Aber – ohne Einschränkungen“, erklärt der FDP-Politiker in einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber unserer Redaktion. Garg leitete das schleswig-holsteinische Gesundheitsressort von 2009 bis 2012 und von 2017 bis 2022.

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Sollte die Versorgung künftig anders organisiert werden, müsse die Landesregierung Zweifel an der Funktionsfähigkeit dieser Strukturen ausräumen. „Wenn nicht, dann müssen vorhandene Strukturen eben gestärkt werden“, fordert Garg. Für ihn ist die Gleichwertigkeit der medizinischen Versorgung entscheidend: „Wer auf einer unserer Inseln lebt, darf gerade bei der Gesundheitsversorgung nicht benachteiligt werden. Daran muss sich diese Landesregierung messen lassen.“

Mit Blick auf die Landtagswahl 2027 wird der ehemalige Gesundheitsminister noch deutlicher: „Leistet sie das nicht, werden wir nach der Landtagswahl dafür sorgen, dass keine Insulanerin und kein Insulaner sich um die Gesundheitsversorgung, Sorgen machen muss.“

Klare Forderung zur Zukunft der Inselklinik Föhr-Amrum: Schleswig-Holsteins früherer Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) verlangt eine medizinische Notfallversorgung rund um die Uhr – „ohne Wenn und Aber“. Foto: Privat

Politischer Rückhalt für die Inseln

Die Äußerungen folgen auf den einstimmigen Beschluss der Wyker Stadtvertretung vom 28. Oktober. Sie fordert einen gesicherten 24/7-Dienst für akute Notfälle mit Internisten, Chirurgen, Anästhesisten und Zugriff auf die Radiologie. Stadtvertreter Jörg Brodersen (KG) hatte in der Sitzung angeregt, auch Ministerpräsident Daniel Günther und dessen Vorgänger Carstensen um Unterstützung zu bitten.

Während Garg die Landesregierung ausdrücklich in die Pflicht nimmt, mahnt Carstensen zur erneuten Prüfung. Er verweist darauf, dass auch andere Inseln und Halligen ohne eigenes Krankenhaus auskommen müssen. Entscheidend sei, welche Versorgung unter den besonderen Bedingungen auf Föhr und Amrum tatsächlich gewährleistet werden kann. Seine Forderung an die Verantwortlichen bringt er zum Abschluss des Gesprächs auf den Punkt: „Die Gäste müssen sicher sein, dass sie auch auf den Inseln in den Tourismusgebieten ordentlich ärztlich versorgt werden! Punkt.“

Über den Autor*in

Porträt von Stefan Gaul

Stefan Gaul

Reporter & Redaktion | Inselradio Föhr

Stefan Gaul ist mit Mikrofon, Kamera und Notizblock auf Föhr unterwegs. Als Gründer und Betreiber vom Inselradio Föhr berichtet er als Radiomoderator und Reporter über das Leben auf der Insel. Besonders am Herzen liegen ihm die Menschen und ihre Geschichten – von den kleinen Momenten des Alltags bis zu den großen Themen, die Föhr bewegen. Ein besonderes Interesse gilt auch der Blaulichtberichterstattung und der Arbeit von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten. Seit 2026 schreibt er als freier Mitarbeiter für den Insel-Boten. Er ist überzeugt, dass sich durch die journalistische Zusammenarbeit noch aktueller und vielfältiger über das Geschehen auf den Inseln berichten lässt.

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Geschrieben von: admin

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Beitrags-Kommentare (3)

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  1. Ulla Dutz am November 2, 2026

    Dran bleiben liebes Team vom Inselradio und Inselbote!!

    Ihr macht das gemeinsam richtig gut und für die Insel ist es verdammt wichtig.

  2. Olaf R am November 2, 2026

    Starke Worte der beiden Politiker. Bericht ist gut geschrieben Stefan Hut ab! Du wirst immer besser und wichtiger für Föhr.


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Lars Das in der heutigen Zeit gemeinsam auf einer Insel wie Föhr geht ist lobenswert und ihr habt unseren Respekt!! Liebes Team vom Radiosender und von der Zeitung ganz großartig . Und diese Kombi aus gemeinsamen Artikel und dann die Interviews zum Hören macht das Paket noch stärker und seitdem kaufen wi Iris Christiansen Ocke Hansen - Südstrand von Wyk Das Interview über Macani ist so schön geworden 🙂 MaxI Haben gesehen ihr macht mit dem Inselboten jetzt anscheinend etwas zusammen. Endlich , wurde auch Zeit und längst überfällig. Gefällt uns sehr gut also glückwunsch zu diesem Entschluss (Anm. Admin - wir freuen uns, das es euch gefällt)

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