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Anspannung vor Husum-Konferenz: Macht das Land die Notaufnahme auf Föhr dicht?

todaySeptember 30, 2026 321 4 6 5

Hintergrund
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Anspannung vor Husum-Konferenz: Macht das Land die Notaufnahme auf Föhr dicht?

Auf Föhr wächst die Sorge vor einer Schließung der Notaufnahme. Grund sind Pläne des Landes Schleswig-Holstein, die die Inselklinik betreffen und am 1. Oktober in Husum vorgestellt werden.

Auf Föhr wächst die Sorge vor einer Schließung der Notaufnahme. Grund sind Pläne des Landes Schleswig-Holstein, die die Inselklinik betreffen und am 1. Oktober in Husum vorgestellt werden.
Durchaus mit einer gewissen Anspannung dürften Amtsvorsteherin Heidi Braun und Amtsdirektor Christian Stemmer vom Amt Föhr-Amrum am Donnerstag, 1. Oktober, in das Kreishaus nach Husum fahren. Denn dort findet die Krankenhaus-Regionalkonferenz für den Westen Schleswig-Holsteins statt, die über die künftige Krankenhausversorgung zwischen Sylt und Brunsbüttel informieren soll. Dort werden dann wohl auch die Pläne des Landes erläutert, die die Inselklinik auf Föhr betreffen.

Das Krankenhaus in Wyk gilt mit seinen 18 Betten als kleinstes Akutkrankenhaus Deutschlands. Um die 80 Mitarbeiter versorgen dort die stationären und ambulanten Patienten. Gleichwohl sichert das kleine Krankenhaus die Notfallversorgung von Einheimischen und Gästen ab. Von Letzteren kommen knapp 200.000 pro Jahr auf die Insel. Und fällt dort einer vom E-Bike, dann ist die zentrale Notaufnahme in Wyk der erste Anlaufpunkt für abgeschürfte Knie oder verstauchte Gelenke.

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V.l.n.r._Dirk Langemeyer_Dr. Thomas Wander_Andreas Janzen_Bea von Reusner_©Julia Sassenberg

Wirtschaftlich lässt sich mit dem kleinen Haus allerdings kein Staat machen. „Unsere Klinik bekommt einen Sicherstellungszuschlag, um wirtschaftlich überhaupt ansatzweise tragfähig zu sein“, erklärte dann auch im Juli dieses Jahres der Geschäftsführer des Klinikums Nordfriesland, Stephan Unger. Die Inselklinik gehört zu dem Husumer Haus. Schon Ende Juli mehrten sich die Stimmen auf der Insel, dass wohl tiefgreifende Reformen für das Krankenhaus in Wyk anstehen könnten.

Und das vor dem Hintergrund des sogenannten „Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetzes“ (KHVVG). Das ist, einfach gesagt, das Krankenhausgesetz von Karl Lauterbach (SPD) aus Ampel-Zeiten. Neben der Einführung von präzisen Leistungsgruppen, dem Prinzip der sogenannten Vorhaltevergütung nach bereitgestellten Betten, sollen Kliniken nach einem Stufenmodell zur Spezialisierung eingeteilt werden. Und das könnte – vereinfacht gesagt – das Ende der zentralen Notaufnahme auf Föhr bedeuten.

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In diesem Zusammenhang denken die Verantwortlichen des Landes unter der Gesundheitsministerin Kerstin von der Decken über ein völlig neues Modell nach. Es nennt sich „sektorenübergreifende Versorgung“ (SÜV). In einem Verbund aus Inselklinik, niedergelassenen Ärzten und Rettungsdienst soll auf der Insel eine 24/7-Notfallversorgung auf die Beine gestellt werden. Das hieße dann aber auch: Zentrale Notaufnahme adé. Hierbei wäre dann nur noch eine ärztliche Anwesenheit von Montag bis Freitag von mindestens acht Stunden vorgesehen.

Stephan W. Unger ©Pia Hart

Auf den Landesseiten wird von einer SÜV für Föhr geschrieben

Einen Hinweis, wohin der Zug gehen könnte, war dazu auf den Internetseiten des Landes zu lesen. Dort wurde geschrieben, dass „die Standorte auf Föhr und auch auf Helgoland dazu passgenau zu sektorenübergreifenden Versorgern weiterentwickelt werden sollen“. Der Amtsvorsteherin Braun schwant Schlimmes vor der Regionalkonferenz West, bei der das Land seine Krankenhausvorstellungen vorstellen will. „Es ist alles Mögliche berücksichtigt worden, aber eben nicht die spezielle Situation auf Inseln und Halligen“, klagt Braun, die zugleich auch die Vorsitzende der Insel- und Halligkonferenz ist.

Sie fürchtet, dass der Insel die sektorenübergreifende Versorgung (SÜV) droht. Ob sich die Befürchtungen bewahrheiten, wird nun auf der Konferenz in Husum zu hören und sehen sein. Dort will die Gesundheitsministerin mit ihrer medizinischen Entourage „die konkrete Versorgungsstruktur der jeweiligen Region in den Blick nehmen“. So steht es in der Pressemitteilung des Landes. Dann wird auch klar werden, welche Rolle die Klinik auf Föhr im Großen und Ganzen in der Krankenhausplanung des Landes spielen soll.

Inselklinik Foehr-Amrum ©Jörg Brökel

Regionalkonferenz im Internet zu verfolgen

Interessierte Bürger können die Konferenz aus Husum unter dem Link schleswig-holstein.de/krankenhaus zwischen 9.30 und 11.30 Uhr im Internet verfolgen. Allerdings ist in Sachen Krankenhausversorgung – auch auf Föhr – noch nicht das letzte Wort gesprochen. Darauf weist die Pressemitteilung des Landes explizit hin. „Bei der im Rahmen der Regionalkonferenzen vorgestellten Versorgungsstruktur handelt es sich daher ausdrücklich um ein Zielbild. Das ordentliche Verfahren zur Zuwei­sung der Leistungsgruppen ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen. Erkenntnis­se aus dem Anhörungsverfahren (der Krankenhausgeschäftsführungen, Anm. der Red.) können in die abschließenden Entscheidungen einflie­ßen. Der neue Landeskrankenhausplan soll zum 1. Januar 2027 in Kraft treten“, heißt es in der Pressemitteilung.

Allerdings stellt sich die Frage, wie sehr noch Änderungen an den Planungen des Landes vorgenommen werden können. Doch auf Föhr regt sich Widerstand gegen eine „Herunterstufung“ zur „SÜV“. Unter den Eingeweihten in die medizinische Materie verweist man auf die zusätzlichen Kosten, wenn Patienten künftig für jede etwas größere Verletzung mit dem Hubschrauber transportiert werden müssten. „Denn diese Transportkosten fallen weiter an“, sagt einer, der es wissen muss.

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Geschrieben von: admin

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Beitrags-Kommentare (4)

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  1. J.Bechter am September 30, 2026

    Guten Abend. Ist das ein Artikel von dem Herrn Brökel aus der Zeitung? Wäre schön wenn das Radio und Zeitung mehr „ZUSAMMEN“ arbeiten als GEGENEINANDER“. Hatten wir vor Jahren selbst angeregt bei ihnen aber nie eine Rückmeldung erhalten.

    • admin am September 30, 2026

      Ja, das ist, wie es dort steht, ein Artikel von Herrn Brökel. Eine Zusammenarbeit muss wachsen und diese Kooperation ist nun der Beginn.

      Mit freundlichem Gruß, der Admin.

  2. BerndS am Oktober 1, 2026

    Zusammen ist immer besser und für alle Föhr Interessenten und Bewohner ein Gewinn 🙂 Glückwunsch und schön das es in der heutigen Zeit noch geht.

  3. Ingrid am Oktober 1, 2026

    Moin auf die Insel und Glückwunsch zu diesem Entschluss

    Freuen uns dann schon auf erste Artikel von euch in der Zeitung und hier auf Berichte vom Boten

    Unsere Mutter hat Zeitung und freut sich sehr wir bevorzugen Radio und freuen uns jetzt hier auch was aus dem Blatt von Föhr zu bekommen


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