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Übergabe des offenen Briefes im Ministerium in Kiel: (V.l.) Staatssekretär Olaf Tauras, der Landtagsabgeordnete für Nordfriesland Manfred Uekerman, Ministerin Kerstin von der decken, Amtsvorsteherin Heidi Braun, Amtsdirektor Christian Stemmer und der Vertreter der niedergelssenen Hausärzte auf Föhr Immo Borth. Foto: Amt Föhr-Amrum/Andreas Hansen
Das Amt Föhr-Amrum kritisiert die geplante Klinikreform scharf. Ein offener Brief an das Gesundheitsministerium fordert eine inselspezifische Lösung, da die Notfallversorgung wegfallen soll.
Das Amt Föhr-Amrum wehrt sich. Nachdem am Donnerstag, 1. Oktober, in Husum auf der Regionalkonferenz West zur Krankenhausreform bekannt gegeben wurde, dass die Inselklinik Föhr-Amrum zu einer sektorenübergreifenden Versorgungseinrichtung (SÜV) umgebaut werden soll, regt sich Unmut auf der Insel. In einem offenen Brief machen das Amt Föhr-Amrum und die niedergelassenen Haus- und Klinikärzte nun gegenüber dem Gesundheitsministerium in Kiel klar, dass es so nicht gehen kann.
Der Brief wurde am Dienstagmittag, 6. Oktober, im Kieler Gesundheitsministerium an die Ministerin Kerstin von der Decken und Staatssekretär Olaf Tauras übergeben. Von Inselseite waren Amtsvorsteherin Heidi Braun, Amtsdirektor Christian Stemmer und Insel-Mediziner Immo Borth anwesend. Ebenfalls vor Ort war der nordfriesische Landtagsabgeordnete Manfred Uekermann. Insbesondere die Aufgabe der Klinik-Notfallversorgung stufen die Vertreter von der Insel „medizinisch und versorgungsstrukturell als hochproblematisch“ ein.
„Wie soll das geschultert werden, wenn um 16 Uhr niemand mehr im Krankenhaus ist“, erklärt Amtsdirektor Christian Stemmer am Telefon gegenüber der Redaktion. Die angedachte Lösung: Bei einer sektorenübergreifenden Versorgungseinrichtung sollen die Kräfte der Inselklinik, die Rettungsdienste und die Hausärzte der Insel in gemeinsamer Abstimmung die Notfallversorgung schaffen. Doch statt einer 24/7-Versorgung soll in einer SÜV-Einrichtung lediglich tagsüber für mindestens acht Stunden ein Arzt vor Ort präsent sein. Die restliche Zeit soll über Rufbereitschaften gewährleistet werden.
Die niedergelassenen Ärzte könnten die wegfallende Notaufnahme (Ziel ist Anfang 2028) nicht kompensieren. „Auch kann kein Rettungshubschrauber die reguläre Insel-Notaufnahme ersetzen, zumal bei schweren Erkrankungen zunächst häufig eine klinische Diagnostik und Stabilisierung erforderlich ist, bevor überhaupt entschieden werden kann, ob und wohin ein Patient verlegt werden muss“, schreiben die Verfasser. Dr. Immo Borth, der seit über 20 Jahren auf der Insel im Rettungsdienst und als niedergelassener Arzt tätig ist, fügt hinzu: „Wir brauchen das kleine Rettungskrankenhaus rund um die Uhr mit einem Internisten, einem Chirurgen, einem Anästhesisten und dem Zugriff auf die Radiologie.“ Zudem sei eine Verdreifachung der Hubschraubereinsätze zu befürchten. Die Verfasser befürchten erhebliche Einschränkungen für ältere Inselbewohner. Auch der Zuzug von essenziell wichtigen Fachkräften könnte dadurch gemindert werden.
Die Inselklinik in Wyk ist vor allem im Sommer durch den Tourismus geprägt. Offizielle Zahlen des Klinikums Nordfriesland, die Inselklinik gehört zu dem Husumer Haus, weisen für die zentrale Notaufnahme im vergangenen Jahr 3052 ambulant behandelte Menschen aus. Das sind im Jahresschnitt über acht Patienten, die hier täglich versorgt werden. Hinzu kommen 841 stationäre Aufnahmen. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass die Inselklinik ohne einen Sicherstellungszuschlag aus der Gemeinschaft der Krankenversicherten wirtschaftlich nicht tragfähig wäre.
Auch Stephan Unger, Geschäftsführer des Klinikums Nordfriesland, sieht mit der geplanten Umwandlung der Inselklinik Föhr-Amrum zum sektorenübergreifenden Versorger (SÜV) deutliche Veränderungen. Und offenbar gibt es schon konkrete Planungen, wie die Inselklinik künftig organisatorisch und personell ausgestattet werden soll. Demnach soll der Krankenhausstandort erhalten bleiben, die internistische Basisversorgung und die bestehende chirurgische Praxis sollen fortgeführt werden. Gleichzeitig bestätigt Unger Einschnitte: „Die zentrale Notaufnahme ist in dem System nicht vorgesehen, und eine akutstationäre chirurgische Versorgung wird es auch nicht mehr geben.“
Außerhalb der ärztlichen Präsenzzeiten sieht das derzeitige Modell zudem keine Röntgenleistungen und keinen dauerhaft anwesenden Arzt vor. Für stationäre Patienten soll rund um die Uhr eine Pflegekraft vor Ort sein, ergänzt durch einen Arzt im Rufdienst. Zwei überwachungsfähige Plätze, an denen Patienten auch beatmet werden können, sollen erhalten bleiben. Wie die Notfallversorgung nachts und am Wochenende konkret organisiert wird, ist noch nicht abschließend geklärt. „Die technischen Voraussetzungen haben wir. Die Struktur dazu gilt es zu erarbeiten“, sagt Unger.
Dafür soll das Übergangsjahr 2027 genutzt werden. Federführend sieht Unger die Kassenärztliche Vereinigung; gemeinsam mit Rettungsdienst und Kreis Nordfriesland, Gesundheitsministerium und Klinikum müsse eine Lösung gefunden werden. „Mitnichten ist das Krankenhaus allein verantwortlich für die Notfallversorgung.“ Ziel sei, die entstehende Lücke „bestmöglich“ zu schließen. Ob eine sichere Versorgung ab 2028 gelingen könne, beantwortet Unger mit: „Aus meiner Sicht kann das gelingen.“
Auch für die Beschäftigten gibt er ein wichtiges Signal. Betriebsbedingte Kündigungen könne er nach heutigem Stand ausschließen. „Ich gehe Stand heute davon aus, dass wir jeden, der heute beschäftigt ist, auch in Zukunft beschäftigen werden.“ Sorge bereitet ihm vielmehr der Fachkräftemangel: Rund ein Viertel der Beschäftigten werde in den kommenden drei bis fünf Jahren in den Ruhestand gehen.
Ob diese Vorstellungen allerdings den Beifall von Föhr bekommen werden, darf bezweifelt werden. Die Verfasser des offenen Briefes machen einen hohen lokalen Versorgungsbedarf aus und fordern das Gesundheitsministerium auf, eine inselspezifische Lösung zu finden. „Wir sind nicht mit irgendeiner Region auf dem Festland vergleichbar. Es bedarf einer besonderen Lösung für unsere besondere Insel“, erklärt Amtsvorsteherin Heidi Braun. Das Ministerium zeigte angesichtes der Argumente Gesprächsbereitschaft. Am 18. November kommt Staatssekretär Olaf Tauras auf die Insel, um mit den Verantwortlichen weiter zu verhandeln.
Geschrieben von: admin
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R.Gaede am Oktober 7, 2026
Guten Abend ins Studio. Möchte mal Lob los werden denn seitdem ihr mit dem Inselboten mehr zusammen macht sind die Artikel noch besser und schön das es auch in der Zeitung zu lesen ist 🙂 Absoluter Mehrwert für alle Insulaner und Gäste. Wir nutzen auch die eigene App des SHZ da ist uns aufgefallen gibt es eine Beschreibung zum jeweiligen Autor und ein Foto dazu. Ein Gesicht hinter einem Artikel finde ich sehr wichtig das fehlt leider noch bei euch. Über die App sind die Autoren leider überhaupt nicht zu sehen was sehr schade ist. Bei euch finden wir allerdings die Internet Seite noch viel besser und informativer. 🙂 Echt gut. Das bitte nur als Anregungen verstehen nicht als Kritik. Uns ist das Miteinander positiv aufgefallen und das hatten wir eurem Stefan auch heute persönlich gesagt auf der Insel 🙂 Sind auf Föhr für 2 Wochen 🙂 Freuen uns über viele weitere gemeinsame Artikel vom SHZ und dem Inselradio.
Lars am Oktober 7, 2026
Das in der heutigen Zeit gemeinsam auf einer Insel wie Föhr geht ist lobenswert und ihr habt unseren Respekt!! Liebes Team vom Radiosender und von der Zeitung ganz großartig . Und diese Kombi aus gemeinsamen Artikel und dann die Interviews zum Hören macht das Paket noch stärker und seitdem kaufen wir auch wieder den Inselbote
Wir schicken beste Grüsse
Familie Aschau am Oktober 7, 2026
Werden Kommentare hier nicht veröffentlicht?
admin am Oktober 7, 2026
Da Sie hier einen Kommentar verfasst haben, kann ich Ihre Frage nicht nachvollziehen. Bitte präzisieren Sie.
Familie Aschau am Oktober 7, 2026
Wir und auch bekannte von uns hatten hier etwas zu verfasst unsere Meinungen und wurde bis jetzt alles nicht veröffentlicht
admin am Oktober 7, 2026
Das kann gut sein. Sehr viele Kommentare landen im Spam Ordner. Diese werden erst gesichtet und dann manuell freigegeben. Meisten bei Personen, die das erste mal Kommentare abgeben oder mehrmals direkt hintereinander schreiben.