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Nach 18 Jahren ist das Großprojekt abgeschlossen: Die umfangreich sanierte Öömrang Skuul auf Amrum wurde am 16. September offiziell eröffnet. Allein im letzten Bauabschnitt kamen 156 Bausitzungen zusammen. Foto: Amt Föhr-Amrum/Andreas Hansen.
18 Jahre, 156 Bausitzungen allein im letzten Bauabschnitt und rund 19 Millionen Euro Kosten: Die umfangreiche Sanierung der Öömrang Skuul auf Amrum ist abgeschlossen. Von den Erfahrungen sollen künftig auch Schulprojekte auf Föhr profitieren.
Es ist eine Zahl, die ziemlich deutlich macht, wie lang dieser Weg gewesen ist: 18 Jahre liegen zwischen den ersten Schritten und dem Abschluss der umfangreichen Sanierung der Öömrang Skuul auf Amrum. Allein im letzten Bauabschnitt kamen 156 Bausitzungen zusammen. Immer dienstags um 10 Uhr wurde geplant, abgestimmt und nach Lösungen gesucht – während Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte ihren Schulalltag zwischen Baustelle, Umzügen und immer wieder neu genutzten Räumen organisieren mussten. Jetzt ist dieses Kapitel abgeschlossen: Am 16. September wurde die umfassend erneuerte Schule in Nebel offiziell eröffnet.
Und auch finanziell ist das Projekt außergewöhnlich. Rund 19 Millionen Euro wurden nach Angaben des Amtes Föhr-Amrum investiert. Lediglich 5,2 Prozent der Baukosten seien durch Fördermittel gedeckt worden. Dafür präsentiert sich die Schule heute in vielen Bereichen grundlegend verändert: mit helleren Unterrichtsräumen, modernisierten Fachbereichen, neuer Technik und einer Umgebung, bei der andere Schulen vermutlich nur schwer mithalten können – denn unmittelbar vor der Tür beginnt die Amrumer Natur.
Die Geschichte des Umbaus reicht bis ins Jahr 2008 zurück. Damals begann das Vorhaben mit einem Architektenwettbewerb. 2010 folgten die weitere Bauplanung und die Arbeit der beteiligten Fachleute. Ein Jahr später startete der erste große Bauabschnitt mit der Sporthalle und dem Grundschultrakt. Bis 2015 wurde dieser Teil fertiggestellt. Damit war die Öömrang Skuul allerdings noch lange nicht am Ziel. Weitere Bauabschnitte folgten, zwischenzeitlich sorgte auch die Corona-Pandemie für eine Unterbrechung. 2021 begann schließlich die Umsetzung der letzten beiden Bauphasen. Gerade dieser abschließende Abschnitt zeigt, welcher organisatorische Aufwand hinter einem Schulumbau steckt, der parallel zum laufenden Betrieb bewältigt werden muss.
156 Bausitzungen allein in diesem Abschnitt zählt das Amt Föhr-Amrum. Für die Schule bedeutete die lange Bauzeit immer wieder Veränderungen. Räume mussten geräumt, Unterricht verlegt und Materialien ein- und wieder ausgepackt werden. In der Mitteilung des Amtes wird das treffend mit dem ständigen Wechsel zwischen „rein in die Umzugskartons“ und „raus aus den Umzugskartons“ beschrieben. Umso größer dürfte die Erleichterung darüber sein, dass dieser Zustand nun vorbei ist und die Schule wieder zur Ruhe kommen kann.
Das Ergebnis der jahrelangen Arbeiten zieht sich durch zahlreiche Bereiche der Schule. Die Räume wirken heller, modern und funktional. Erneuert beziehungsweise umgestaltet wurden unter anderem der Kunstraum, der Werk- und Technikraum, der Computerraum, der Aula- und Mensabereich, die große Schulküche sowie das Lehrerzimmer. Dabei ging es nicht ausschließlich darum, Räume optisch zu modernisieren. Auch die Bedingungen für das Lernen sollten verbessert werden. Ein Beispiel ist die Akustik: Durch eine Verringerung des Lärmpegels soll konzentriertes Arbeiten in den Unterrichtsräumen erleichtert werden.
Bei der Eröffnungsfeier war entsprechend zu spüren, dass hinter den Beteiligten nicht einfach irgendeine Sanierung liegt. Schulleiter Jörn Tadsen blickte auf einen Prozess zurück, der die Öömrang Skuul über viele Jahre begleitet hat. Nun können Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte die erneuerten Räume endlich dauerhaft nutzen – ohne dass schon der nächste Umzug innerhalb des Gebäudes wartet.
Neben der langen Bauzeit ist vor allem die Finanzierung bemerkenswert. Amtsdirektor Christian Stemmer brachte es bei der Eröffnung auf einen passenden Begriff: „Schulbau ist ein Langstreckenlauf. Sowohl zeitlich als auch finanziell.“ Die Dimension dieses Langstreckenlaufs zeigt sich an den Gesamtkosten. Rund 19 Millionen Euro flossen in das Bauvorhaben. Nach Angaben des Amtsdirektors wurden davon lediglich 5,2 Prozent gefördert. Den weitaus größten Teil musste die kommunale Seite somit selbst stemmen. Die finanzielle Belastung sei entsprechend groß und habe letztlich auch Auswirkungen auf die Haushaltslage.
Hinzu kam, dass ein Projekt über einen derart langen Zeitraum nicht einfach nach einem einmal aufgestellten Plan abgearbeitet werden kann. Grundrisse mussten angepasst, Räume neu gedacht und Anforderungen immer wieder an veränderte Bedingungen angepasst werden. Was eine Schule 2008 benötigte, musste schließlich auch noch zu den Anforderungen des Jahres 2026 passen. Trotz der erheblichen finanziellen Belastung versteht das Amt den Umbau gleichzeitig als Bekenntnis zum Schulstandort und zur Zukunft der Insel Amrum. Schülerinnen und Schüler sollen dort von der ersten Klasse bis zu ihrem weiteren Bildungsweg über viele Jahre lernen und leben können.
Mit der Fertigstellung endet die Geschichte des Projekts allerdings nicht vollständig. Denn die Erfahrungen aus 18 Jahren Planung und Bau sollen nun auch an anderer Stelle genutzt werden – und damit wird das Amrumer Großprojekt unmittelbar für Föhr interessant. Nach Angaben des Amtes sollen Erkenntnisse aus der Sanierung in die anstehenden Schulneu- und -umbauten einfließen. Genannt werden ausdrücklich der Fachklassentrakt der Eilun Feer Skuul in Wyk sowie der geplante neue Grundschulstandort Föhr-Land. Was auf Amrum funktioniert hat, aber auch das, was während des langen Prozesses Schwierigkeiten bereitet hat, kann damit bei den nächsten großen Schulprojekten berücksichtigt werden. Gerade angesichts von 156 Bausitzungen allein im letzten Abschnitt dürfte der Erfahrungsschatz beträchtlich sein. Die Öömrang Skuul wird damit gewissermaßen auch zum Anschauungsprojekt dafür, wie umfangreich moderne Schulbauten auf den Inseln inzwischen sind – organisatorisch, baulich und finanziell.
Und dann besitzt die Schule noch etwas, das sich mit keinem Millionenbudget bauen lässt: ihre Lage. Von Teilen des Schulgeländes reicht der Blick hinaus in die Amrumer Landschaft. Natur und Schule liegen hier unmittelbar nebeneinander. Nach all den Jahren mit Bauarbeiten, Provisorien und Umzügen soll deshalb nun wieder das in den Mittelpunkt rücken, worum es bei dem gesamten Projekt eigentlich ging: der Schulalltag der Kinder und Jugendlichen auf Amrum. Wenn in der Schulküche auf Friesisch gebacken wird, in den erneuerten Fachräumen Unterricht stattfindet oder sich nach Schulschluss die Türen nach draußen öffnen, bleiben die 18 Jahre Baugeschichte zwar Teil der Öömrang Skuul. Doch nach 19 Millionen Euro Investition und 156 Bausitzungen allein auf der letzten Etappe beginnt für die Schule jetzt vor allem eines: ein Alltag ohne Baustelle.
Fotos: Andreas Hansen/Amt Föhr-Amrum
Geschrieben von: admin
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