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Drei Polizisten stehen in Hamburg vor Gericht. (Archiv) Foto: Ulrich Perrey/dpa
Hamburg (dpa/lno) – Mit der Sichtung eines Videos ist der Prozess gegen drei Polizisten neun Jahre nach den gewaltsamen Ausschreitungen beim G20-Gipfel in Hamburg fortgesetzt worden. Die Aufnahmen, die den mutmaßlichen Tathergang zeigen sollen, stammen aus der Berichterstattung eines Online-Newsportals vom Tattag und sind bis heute auf der Platform YouTube abrufbar.
Vor dem Amtsgericht angeklagt sind die Polizeibeamten, weil sie einen Mann bei den Protesten gegen den Gipfel auf dem Bismarck-Denkmal oberhalb der Hamburger Landungsbrücken mit Schlagstöcken und Fäusten geschlagen und verletzt haben sollen. Ihnen wird gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzung im Amt vorgeworfen. Der Mann trug Prellungen und Hämatome davon.
Zwei der drei Angeklagten hatten am ersten Prozesstag eingeräumt, dass ihr Vorgehen aus heutiger Sicht nicht gerechtfertigt gewesen sei. Beide entschuldigten sich beim anwesenden Opfer und boten jeweils 500 Euro Schmerzensgeld an.
Das Opfer nahm die Entschuldigungen an und erklärte vor Gericht, diese bedeuteten ihm mehr als das Geld. Einer der Angeklagten übergab die angebotenen 500 Euro Schmerzensgeld noch im Gerichtssaal.
Die Ermittlungen gegen die Polizisten waren laut Staatsanwaltschaft zunächst eingestellt worden – wie auch alle anderen im G20-Kontext gegen Polizeibeamte eingeleiteten Verfahren. Erst nach einer Überprüfung sei in diesem Fall doch noch Anklage erhoben worden, da die Beamten nach Ansicht der Generalstaatsanwaltschaft mutmaßlich nicht gerechtfertigt gehandelt hätten, hieß es.
Während des G20-Gipfels im Juli 2017 waren die Proteste im Schanzenviertel und in Altona in Gewalt eskaliert. Autos wurden beschädigt, Geschäfte zerstört. Eine Bankfiliale brannte aus. Die Innenbehörde schätzte den entstandenen Schaden auf mehr als zwölf Millionen Euro.
Nach älteren Behördenangaben wurden 797 Polizeibeamte bei dem Einsatz verletzt. Die Sicherheitskosten für den Gipfel beliefen sich nach Senatsangaben auf 64,7 Millionen Euro.
Der Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt.
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