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Gleichstellungsministerin Aminata Touré (Grüne) bei der Vorstellung des neuen Förderprogramms für 200 neue Frauenhausplätze. Foto: Christian Charisius/dpa
Kiel/Neustadt (dpa/lno) – Schleswig-Holstein investiert 30 Millionen Euro in den Ausbau der Frauenhausplätze im Land. Damit sollen 200 zusätzliche Schutzplätze für von Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder entstehen, sagte Gleichstellungsministerin Aminata Touré in der Frauenberatungsstelle in Neustadt (Kreis Ostholstein).
Das Geld stammt aus dem Infrastruktur-Sondervermögen des Bundes. Schleswig-Holstein erhält daraus insgesamt 3,4 Milliarden Euro. Ein Teil der Mittel verwendet die Landesregierung im Rahmen eines Investitionsprogramms für zusätzliche Infrastrukturprojekte.
Landesregierung und Parlament hätten bereits in den vergangenen Jahren immer mehr Geld in den Ausbau von Frauenhausplätzen und Frauenberatungsstellen gesteckt, sagte Touré. Man habe aber festgestellt, dass die Bemühungen bisher nicht ausreichen.
«Zu viele Frauen und ihre Kinder haben bislang keinen Platz gefunden. Deshalb war es mir ein großes Anliegen, 200 zusätzliche Plätze für Frauen in Not zu schaffen, so dass wir von 473 Plätzen auf über 600 Plätze kommen», betonte die Ministerin. Die Frauenhausplätze im Land seien nahezu durchgängig voll belegt. Gewalt gegen Frauen sei leider immer noch eine bittere Realität. Im Jahr 2025 sind nach Angaben des Ministeriums 5.035 Frauen Opfer partnerschaftlicher Gewalt gewesen.
Ab sofort könnten interessierte Kommunen und Träger ihre Projekte für eine Förderung bis zum 15. Dezember 2026 bei der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) anmelden, erklärte Touré. Im Anschluss folge das offizielle Antragsverfahren.
Gefördert werden Investitionsvorhaben mit einem Mindestvolumen von 50.000 Euro. Dazu zählen der Neubau von Frauenhäusern mit mindestens 24 Plätzen, der Erwerb von Immobilien, einschließlich erforderlicher Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen sowie die Erweiterung bestehender Frauenhäuser um mindestens die Hälfte der Plätze.
Auch Schutzwohnungen können gefördert werden, wenn sie in unmittelbarer Nähe und Anbindung an ein Frauenhaus geschaffen werden. Das Programm läuft bis Ende 2030. Bei der Auswahl der Projekte werde unter anderem auch der regionale Bedarf berücksichtigt.
Die Finanzierung des Betriebs der neuen Frauenhausplätze ist im Rahmen der Finanzplanung des Landes zur Umsetzung des Gewalthilfegesetzes in Schleswig-Holstein vorgesehen. 2026 stelle die Landesregierung rund 13 Millionen Euro für den Betrieb der Frauenhäuser und der Frauenberatungsstellen zur Verfügung.
«Wir haben ein landesweites Hochrisikomanagement und als erstes Land die elektronische Fußfessel auf den Weg gebracht», sagte Touré, «und gleichzeitig wünschte ich, wir bräuchten all das nicht. Deshalb setze ich mich eindringlich dafür ein, dass wir die Ursachen von männlicher Gewalt in den Blick nehmen, Täter zur Verantwortung ziehen und dass Gleichstellung endlich Realität wird.»
Die Schaffung von Frauenhausplätzen sei nur ein erster Schritt, damit Frauen sich aus gewaltvollen Beziehungen lösen könnten, so die Ministerin. Der nächste Schritt sei, dass Frauen und ihre Kinder auch Wohnraum finden – was mit Blick auf die Wohnkrise eine große Herausforderung sei.
Frauenhäuser Politik Schleswig-Holstein Soziales
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