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Während sich Wyk auf die drohende Sturmflut vorbereitet, wird am Kult-Fischwagen von Michael „Michi“ Denker direkt neben der geschlossenen Hafenstöpe weiterhin fleißig Fisch gekauft. Foto: Stefan Gaul
Orkantief „Manja“ bringt unruhige Tage an die Nordseeküste. Wegen der angekündigten Sturmflut hat die Stadt Wyk auf Föhr bereits am Freitagmittag die Hafenstöpen vorsorglich geschlossen. Wer sein Fahrzeug im Hafengebiet abgestellt hat, sollte es schnellstmöglich in Sicherheit bringen. Andernfalls drohen Abschleppkosten und mögliche Schäden durch Hochwasser.
Das bevorstehende Sturmwochenende hat auf Föhr erste konkrete Auswirkungen. Während sich die nordfriesischen Inseln auf kräftigen Wind und mögliche Orkanböen einstellen, bereitet sich die Stadt Wyk auf erhöhte Wasserstände vor. Aufgrund der aktuellen Sturmflutprognose des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) wurden die Stöpen im Hafengebiet bereits am Freitagmittag geschlossen.
Besonders kritisch könnte die Lage in der Nacht zum Montag werden. Nach der derzeitigen Vorhersage ist für Montag gegen 1.30 Uhr ein Wasserstand von 1,50 bis 2 Metern über dem mittleren Hochwasser möglich. Sollte das BSH seine Prognose weiter nach oben korrigieren, will die Stadtverwaltung zusätzliche Schutzmaßnahmen einleiten.
Die Stadt Wyk richtet deshalb einen dringenden Appell an alle Fahrzeughalter, die ihre Autos oder Zweiräder innerhalb des Hafengeländes abgestellt haben. Sie sollen ihre Fahrzeuge rechtzeitig entfernen und außerhalb des gefährdeten Bereichs parken. Der Grund: Bei einer Sturmflut kann das Hafengebiet überflutet werden. Zurückgelassene Fahrzeuge könnten dadurch erheblich beschädigt werden und zudem notwendige Schutzmaßnahmen behindern.
Die Stadtverwaltung kündigt an, dass Fahrzeuge, die trotz der Aufforderung nicht entfernt werden, kostenpflichtig abgeschleppt werden können. Ein Anspruch auf Schadensersatz wegen einer solchen Gefahrenabwehrmaßnahme besteht nach Angaben der Verwaltung nicht.
Die vorsorgliche Schließung der Hafenstöpen bedeutet allerdings nicht, dass das gesamte Hafengebiet für Besucher gesperrt ist. Geschäfte und gastronomische Betriebe können weiterhin zu ihren regulären Öffnungszeiten besucht werden. Auch die Betriebe rund um den Hafen, darunter Heimathafen, Lille Drøm und Klein Helgoland, bleiben nach Angaben der Stadt erreichbar. Die Regelung entspricht dem Vorgehen bei den gewohnten Stöpenschließungen zum Jahreswechsel.
Fußgänger können außerdem die Treppe über den Deich am Amtsgebäude nutzen, um von der Innenstadt in Richtung Binnenhafen zu gelangen. Dennoch mahnt die Stadtverwaltung zur Vorsicht. Gerade bei starkem Wind und steigenden Wasserständen kann es im Hafengebiet gefährlich werden.
Während die Hafenstöpen bereits geschlossen sind und sich Wyk auf die mögliche Sturmflut vorbereitet, läuft das Geschäft nur wenige Meter entfernt weiter. Michael „Michi“ Denker hält mit seinem Kult-Fischwagen direkt neben der Stöpe die Stellung. Und die Kundschaft lässt sich vom bevorstehenden Sturm offenbar nicht abschrecken: Auch bei geschlossener Stöpe wird hier weiterhin fleißig Fisch gekauft. Ein Stück Föhrer Gelassenheit mitten in den Sturmvorbereitungen.
Die Hafenstöpen gehören zu den zentralen Hochwasserschutzanlagen der Stadt. Sie ermöglichen im Alltag die Durchfahrt und den Durchgang durch den Deich. Droht eine Sturmflut, können diese Öffnungen verschlossen werden, damit das Wasser nicht in die tiefer gelegenen Bereiche der Innenstadt eindringt.
Der Wyker Hafendeich entstand in den Jahren 1965 und 1966. Zuvor konnte die Nordsee bei schweren Sturmfluten deutlich weiter in die Stadt vordringen. Noch heute erinnern erhöhte Hauseingänge und Freitreppen in der Großen Straße an diese Gefahr. Die Straßenstöpe wird mit einem Aluminiumtor gesichert, während für den Fußgängerdurchgang ein sogenannter Dammbalkenverschluss verwendet wird.
Mit der frühzeitigen Schließung reagiert die Stadt auf die unsichere Wetterentwicklung. Ob weitere Maßnahmen erforderlich werden, hängt von den kommenden Sturmflutprognosen ab.
Für Fahrzeughalter gilt deshalb schon jetzt: Wer im Wyker Hafengebiet geparkt hat, sollte sein Fahrzeug umgehend umparken und nicht erst auf das Eintreffen der Sturmflut warten.
Geschrieben von: admin
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