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Warum so skeptisch?: HSV-Trainer Merlin Polzin durfte einen Tag vor seinem 36. Geburtstag einen wichtigen Sieg feiern. Foto: Marcus Brandt/dpa
Hamburg (dpa) – Für die kommenden Emotions-Wochen brachte sich der Hamburger SV schon einmal in die passende Stimmung. Das 3:1 gegen den Tabellenletzten Borussia Mönchengladbach in der Fußball-Bundesliga war der willkommene Aufheller vor den nächsten drei Wochen mit dem Comeback von Mario Vuskovic nach dessen Dopingsperre, dem Nordderby bei Werder Bremen und dem Gastspiel des deutschen Rekordmeisters Bayern München im Volksparkstadion.
Und dann war da noch der 36. Geburtstag von HSV-Trainer Merlin Polzin, in den er mit dem Erfolg angemessen reinfeiern durfte. Mit den Worten «Bevor wir noch singen müssen, sage ich vielen Dank für das Interesse an der Pk» beendete Pressesprecher Philipp Langer rechtzeitig vor Mitternacht die Pressekonferenz mit den Trainern – auch sehr zur Erleichterung von Polzins Gäste-Kollegen Alexander Blessin. «Das wäre nicht gut», meinte er lächelnd.
Auch ohne Ständchen dürfte der HSV-Trainer bestens gelaunt gewesen sein. Nach drei Pflichtspiel-Niederlagen stoppten die Hamburger einen Trend, bevor er zur Krise geworden wäre. «Es ist nicht selbstverständlich, wenn du eine Woche lang nur verlierst, viel abbekommst an Kritik, teilweise dann noch zu Recht, dass du dann die Tore machst, dass du da stabil bleibst», lobte Polzin.
Die Knaller von Miro Muheim (11.) aus 30 Metern und von Albert Grönbaek (70.) aus ähnlicher Distanz sowie das erste Tor für den 19 Jahre alten Shafiq Nandja (60.) waren Vorabgeschenke für ihren Trainer. Die Gelb-Rote Karte für den Gladbacher Ko Itakura kurz nach der Pause half bei der Erstellung des Polzin-Präsents mit. «Das tut sehr gut», sagte Muheim zum Sieg.
Der Schweizer und sein linker Fuß sind allmählich zu Sieggaranten geworden. Gegen die TSG Hoffenheim und den VfB Stuttgart hatte er mit Traumtoren aus großer Entfernung für die Entscheidungen gesorgt. «Ich glaube, dass es nicht nur Glück ist, weil ich viel meinen linken Fuß trainiere und weiß, dass ich einen guten Schuss habe.»
Mittlerweile ist seine Schießkunst fast schon Kult unter HSV-Fans. Sobald sich eine Gelegenheit andeutet, kommt von den Rängen ein langgezogenes «Schiiiiiieß!!!». «Wenn der Ball auf dem rechten liegt, wird es schwierig», meinte der Mittelfeldspieler mit Rechtsfuß-Schwäche. «Es ist natürlich trotzdem lustig, dass das dann von überall gerufen wird.»
Für seinen Trainer war eine andere Situation die Szene des Spiels: Als Abwehrchef Sebastiaan Bornauw (66.) beim Stand von 2:1 nach einem Fehlpass mit einer Rettungstat sein Missgeschick selbst wieder bereinigte. «Diese Szene beschreibt einfach, dass die Jungs auf dem Platz nicht nur miteinander spielen, sondern auch füreinander spielen wollen», meinte Polzin. «Und das war ein ganz, ganz toller Moment, der für uns sehr, sehr wichtig war.»
Durch den dritten Heimsieg müssen die Hamburger nicht mit der Aussicht auf Abstiegskampf in die Länderspielpause gehen, sondern mit dem Gefühl eines sicheren Tabellenplatzes und der Perspektive, dass sich die Personallage mit bis zu sechs verletzten Stammspielern entspannt.
Abwehrkämpfer Nicolas Capaldo und Spielmacher Fabio Vieira dürften am 22. November (17.30 Uhr/DAZN) in Bremen wieder dabei sein. Gegen Mönchengladbach waren schon Bornauw und Stürmer Yussuf Poulsen als Joker zurückgekehrt. Kapitän Nicolai Remberg (Kreuzbandriss) und Mittelfeldspieler Bilal Nadir (Sehnenriss) fallen indes langfristig aus.
Und dann steht da noch die Rückkehr von Mario Vuskovic. Der Abwehrspieler darf nach seiner vierjährigen Sperre wieder spielen. Einen Tag vor seinem 25. Geburtstag tritt der HSV am 15. November mit ihm im Volksparkstadion gegen seinen kroatischen Heimatverein Hajduk Split an. «Das wird etwas ganz, ganz Besonderes für uns alle sein», sagte Polzin.
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