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Inselnews

W.D.R. steigt mit MS „INSEL FÖHR“ in die Frachtschifffahrt ein – neuer Frachter bekommt Windantrieb

todaySeptember 16, 2026 587 56 5

Hintergrund
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Nicht nur Fähren: Mit der „INSEL FÖHR“ steigt die W.D.R. erstmals in die Frachtschifffahrt ein

Die Wyker Dampfschiffs-Reederei erweitert ihr Geschäft: Mit der knapp 90 Meter langen MS „INSEL FÖHR“ besitzt die W.D.R. erstmals einen Shortsea-Frachter. Das Schiff geht für sieben Jahre in Charter und soll künftig zusätzlich Windkraft nutzen.

Der Name ist vertraut, das Einsatzgebiet dagegen völlig neu: Mit der MS „INSEL FÖHR“ erweitert die Wyker Dampfschiffs-Reederei Föhr-Amrum GmbH ihr Geschäft erstmals um einen eigenen Shortsea-Frachter. Während die W.D.R. seit Generationen vor allem für den Fährverkehr zwischen dem Festland und den nordfriesischen Inseln steht, soll der knapp 90 Meter lange Neubau künftig Ladung im Nord- und Ostseeraum transportieren. Für die Reederei ist das mehr als die Anschaffung eines weiteren Schiffes: Sie erschließt damit ein zusätzliches Geschäftsfeld außerhalb ihres bisherigen Kerngeschäfts und setzt auf ein langfristiges Investment in die Frachtschifffahrt.

Gebaut wurde die „INSEL FÖHR“ in China bei Dajin Heavy Industry und dort von der W.D.R. übernommen. Nach ihrer Überführung nach Europa beginnt für den Neubau allerdings nicht etwa ein regelmäßiger Dienst von und nach Föhr. Das Schiff wird für sieben Jahre an die Baltic Shipping Company A/S mit Sitz in Kopenhagen verchartert und während dieser Zeit unter dem Charternamen MS „BALTIC STRENGTH“ eingesetzt. Es fährt unter der Flagge Madeiras, während das nautisch-technische Management von der Kontor 17 MPM GmbH in Hamburg übernommen wird.

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Neuer Kurs für die W.D.R. – und ein langfristiges Investment

Mit der Anschaffung wagt sich die W.D.R. in einen Bereich vor, der sich deutlich von ihrem bekannten Inselverkehr unterscheidet. Geschäftsführer Axel Meynköhn bezeichnet die Investition als langfristige Ergänzung des bisherigen Geschäfts. Bei der Auswahl des Schiffes habe die Reederei besonderen Wert darauf gelegt, in einen modernen Neubau mit möglichst geringem Brennstoffverbrauch zu investieren.

Genau darauf ist das Konzept der „INSEL FÖHR“ ausgelegt. Grundlage ist das niederländische „Eco Freighter“-Konzept. Zwar besitzt das Schiff einen konventionellen Antrieb, durch eine optimierte Konstruktion soll der Brennstoffbedarf gegenüber vergleichbaren Frachtern jedoch reduziert werden. Die W.D.R. geht noch einen Schritt weiter: Der Neubau ist für einen zusätzlichen Antrieb durch Windkraft vorbereitet. In den kommenden Monaten sollen zwei sogenannte VentoFoils installiert werden. Die senkrecht stehenden, flügelähnlichen Systeme nutzen den Wind, um den Hauptantrieb des Schiffes zu unterstützen.

Die notwendigen Fundamente wurden bereits während des Baus berücksichtigt. Je nachdem, auf welcher Strecke das Schiff unterwegs ist und welche Windbedingungen herrschen, soll der zusätzliche Windantrieb den Brennstoffverbrauch nach Herstellerangaben um bis zu 20 Prozent senken können. Gerade für ein Schiff, das über viele Jahre im Charterbetrieb unterwegs sein wird, können sich solche Einsparungen entsprechend summieren.

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Fast 90 Meter lang und für unterschiedlichste Ladungen ausgelegt

Mit den Fähren, die täglich zwischen Dagebüll, Föhr und Amrum verkehren, hat die neue „INSEL FÖHR“ außer ihrem Eigentümer und ihrem Namen nur wenig gemeinsam. Der 2026 gebaute Mehrzweckfrachter ist 89,98 Meter lang und 15,45 Meter breit. Seine Tragfähigkeit liegt bei rund 5.200 Tonnen, die Bruttoraumzahl bei 3.850. Das Laderaumvolumen für Schüttgut beträgt 7.645 Kubikmeter. Herzstück des Schiffes ist der große Laderaum mit einer Länge von rund 61,60 Metern. Dadurch kann der Frachter ganz unterschiedliche Güter aufnehmen. Vorgesehen sind beispielsweise Getreide, Dünger, Kalk, Splitt oder Holz. Anders als ein Linienschiff wird die „INSEL FÖHR“ dabei nicht ständig dieselbe Route bedienen. Sie ist für die sogenannte Trampfahrt konzipiert: Ladung, Abfahrts- und Zielhafen richten sich nach den jeweiligen Transportaufträgen.

Das künftige Revier liegt vor allem im Nord- und Ostseeraum. Damit wird ein Schiff mit dem Namen „INSEL FÖHR“ künftig möglicherweise zahlreiche europäische Häfen anlaufen, ohne regelmäßig an seiner Namensgeberin vorbeizukommen. Nach außen wird der Föhr-Bezug während der siebenjährigen Charter ohnehin weniger offensichtlich sein: Im täglichen Charterbetrieb ist der Frachter als „BALTIC STRENGTH“ unterwegs.

Ein Föhrer Schiffsname für ein völlig neues Kapitel

Für die W.D.R. markiert die Übernahme einen bemerkenswerten Schritt. Ihr öffentliches Gesicht prägen bislang vor allem die Fähren zwischen Dagebüll, Föhr und Amrum sowie der touristische Schiffsverkehr. Mit der „INSEL FÖHR“ investiert das Unternehmen nun erstmals in einen Frachter, dessen wirtschaftlicher Einsatz weitgehend unabhängig vom Inselverkehr erfolgt. Gerade die siebenjährige Charter macht deutlich, dass es sich nicht um einen kurzfristigen Versuch handelt. Die Reederei verbindet die Erweiterung ihres Geschäfts mit einem langfristigen Einsatzkonzept und setzt gleichzeitig auf Technik, die den Brennstoffbedarf des Schiffes reduzieren soll. Die geplanten VentoFoils machen den Neubau dabei auch optisch ungewöhnlich: Sobald die beiden Windzusatzantriebe montiert sind, wird die „INSEL FÖHR“ Wind nicht nur auf dem Weg über Nord- und Ostsee ausgesetzt sein, sondern ihn aktiv für ihren Vortrieb nutzen.

Für die traditionsreiche Wyker Reederei beginnt damit ein Kapitel, das mit dem klassischen Fährgeschäft zunächst wenig zu tun hat. Wo W.D.R. draufsteht, muss künftig also nicht zwangsläufig eine Fähre drinstecken.

Die „INSEL FÖHR“ in Zahlen

Schiffsname: MS „INSEL FÖHR“
Chartername: MS „BALTIC STRENGTH“
Schiffstyp: Mehrzweck-/Stückgutfrachter
Baujahr: 2026
Länge: 89,98 Meter
Breite: 15,45 Meter
Maximaler Tiefgang: 6,20 Meter
Tragfähigkeit: rund 5.200 Tonnen
Bruttoraumzahl: 3.850
Laderaumvolumen: 7.645 Kubikmeter
Laderaumlänge: 61,60 Meter
Werft: Dajin Heavy Industry, China
IMO-Nummer: 1133907
Charter: sieben Jahre
Fahrtgebiet: vor allem Nord- und Ostsee
Besonderheit: Vorbereitung für zwei VentoFoils als Windzusatzantrieb

Fotos: Kontor 17 MPM GmbH

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Geschrieben von: admin

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