Inselradio Föhr Friesische Karibik für die Ohren
Der größte Batteriespeicher Hamburgs hat eine Kapazität von 5 Megawattstunden. (Archivbild) Foto: Marcus Brandt/dpa
Hamburg (dpa/lno) – Die Zahl der Batteriespeicher in Hamburg hat sich seit 2022 mehr als versiebenfacht. Sie wuchs von rund 2.400 auf jetzt knapp 17.800, wie aus einer Antwort des Senats auf eine Anfrage der Linken in der Bürgerschaft hervorgeht. Die Speicherkapazität vergrößerte sich von 24 auf 177 Megawattstunden. Fast alle Speicher (97 Prozent) sind aber mit einer Kapazität von jeweils weniger als 20 Kilowattstunden (0,02 Megawattstunden) sehr klein.
Nach Angaben des Senats können Stromspeicher grundsätzlich zur Netzstabilität beitragen. Das ist gegenwärtig aber kaum der Fall. Das Geschäftsmodell der Betreiber von Großspeichern richte sich nach Preisschwankungen an der Leipziger Strombörse, nicht nach den fluktuierenden Strommengen im Übertragungsnetz, erläuterte der Sprecher der Hamburger Energienetze GmbH, Axel Schröder. Betriebswirtschaftlich lohnten sich die Speicher, aber ihr Strombedarf könnte bei einem weiteren Wachstum die zur Verfügung stehenden Netzkapazitäten übersteigen.
Das Hamburger Stromverteilungsnetz ist auf eine Höchstleistung von 1.800 Megawatt ausgelegt. Der Strom kommt über nur drei Hauptumspannwerke, was die Kapazität begrenzt. Die vielen kleinen Speicher, die etwa Eigenheimbesitzer in Kombination mit Solaranlagen betreiben, haben für die Netzstabilität keine Bedeutung. Sie perspektivisch als «Schwarmspeicher» zu steuern, sei noch ein Fernziel, sagte Schröder.
Als größter Batteriespeicher der Stadt wurde im April eine Anlage in Hamburg-Nord in Betrieb genommen. Sie soll eine Kapazität von 5 Megawattstunden haben. Aber auch diese Anlage hat keine Bedeutung für das Netz. «Das ist keine Größe, mit der wir arbeiten können», sagte Schröder. Zum Vergleich: Hamburg verbrauchte im Jahr 2025 rund 10,7 Terawattstunden Strom. Das sind 10.700.000 Megawattstunden.
In diesem Monat hat das schwedische Energietechnikunternehmen Flower mit dem Bau eines Batteriegroßspeichers in Hamburg-Allermöhe begonnen. Die Anlage mit einer Leistung von 100 Megawatt und einer Kapazität von 400 Megawattstunden soll nach Angaben des Unternehmens bis Ende 2028 in Betrieb genommen werden.
In diesem Fall wollen die Hamburger Energienetze testen, ob der Speicher zur Netzstabilität beitragen kann. Es gehe um ein Pilotprojekt, sagte der Sprecher der städtischen Netzbetreibergesellschaft. Ob Batteriegroßspeicher das Hamburger Stromnetz in naher Zukunft stabilisieren können, ist jedoch fraglich. Nach Einschätzung von Experten reichen die geeigneten Flächen in der Stadt nur für vier bis fünf Anlagen dieser Art.
Östlich von Hamburg, im schleswig-holsteinischen Geesthacht, gibt es seit 1958 ein Pumpspeicherwerk von Vattenfall. Diese Anlage hat nach Angaben des Senats eine Bedeutung für die Stabilität im Hamburger Stromnetz. In Geesthacht können rund drei Millionen Kubikmeter Wasser in einem gut 80 Meter über der Elbe gelegenen Becken gespeichert werden. Bei Bedarf wird das Wasser über Rohre in den Fluss abgelassen. Dabei treibt es drei Turbinen an, die Strom erzeugen.
Das Speicherwerk hat eine Leistung von 119 Megawatt. Es kann eine Energiemenge von maximal 600 Megawattstunden speichern. Allerdings gibt es im oberen Wasserbecken Schlickablagerungen, die mit Schwermetallen und organischen Schadstoffen belastet sind. Darum ist das Wasservolumen des Oberbeckens nicht voll nutzbar.
Batteriespeicher Energie Erneuerbare Energie Hamburg Strom Stromnetz
Teezeit – Entspannte Musik für einen gemütlichen Sonntagnachmittag. Perfekt zum Lesen, Träumen, Kaffee- oder Teetrinken und einfach zum Abschalten.
close
Beitrags-Kommentare (0)