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Kritik, Rückhalt und die Frage nach dem zukünftigen Kurs: Im Zweckverband wurde ausführlich über die Arbeit der FTG und die weitere Entwicklung des Tourismus auf Föhr diskutiert.
Nach der deutlichen Kritik an der Föhr Tourismus GmbH stand im Zweckverband erneut die Zukunft des Tourismus auf der Insel im Mittelpunkt. Bürgermeister Uli Hess bleibt bei seinem Bild vom „gepackten Koffer“, der Aufsichtsrat stellt sich hinter Geschäftsführer Jochen Gemeinhardt – spricht zugleich aber von erheblichen finanziellen Problemen. Ein Tourismusexperte schlägt unterdessen einen grundsätzlich neuen Weg für Föhr vor.
Der „Koffer“ war wieder da. Jenes Bild, mit dem Wyks Bürgermeister Uli Hess bei der vergangenen Sitzung unmissverständlich klargemacht hatte, dass die Föhr Tourismus GmbH nach Monaten voller Kritik liefern müsse. Am Donnerstagabend wurde im Zweckverband Tourismusverband Föhr nun ausführlich darüber gesprochen, was seitdem passiert ist – und wohin die Reise gehen soll. Dabei gab es deutliche Worte zur finanziellen Situation der FTG, aber auch ein klares Bekenntnis zu Geschäftsführer Jochen Gemeinhardt. Gleichzeitig wurde grundsätzlich darüber diskutiert, ob Föhr überhaupt ein weiteres klassisches Tourismuskonzept braucht. Ein externer Tourismusexperte kam zu einem bemerkenswerten Schluss: Das eigentliche Problem der Insel sei längst nicht mehr fehlendes Wissen, sondern fehlende Verständigung und Umsetzung. Und Bürgermeister Hess griff zu einem weiteren Bild: Das Pflänzchen Tourismus müsse gepflegt werden – manchmal müsse aber eben auch etwas zurückgeschnitten werden.
Schon die Einwohnerfragestunde machte deutlich, dass die Debatte der vergangenen Monate auf der Insel längst nicht beendet ist. Wolfgang Laube aus Nieblum griff die von Hess in der vorherigen Sitzung verwendete Formulierung vom „Koffer packen“ auf und wollte wissen, wie groß dieser Koffer inzwischen eigentlich sei – sinngemäß: Handgepäck oder schon Übergepäck? Vor allem aber stellte Laube eine Frage, die nach den deutlichen Diskussionen der vergangenen Monate im Raum stand: Wie viel Unterstützung bekommt FTG-Geschäftsführer Jochen Gemeinhardt eigentlich noch?
Hess stellte zunächst klar, dass die Formulierung vom gepackten Koffer von ihm selbst stammte – und dass er sie weiterhin für angemessen hält. Mehrere Themen seien Gemeinhardt und der FTG mitgegeben worden. Nicht ohne Grund habe der Zweckverband seine Sitzungen zuletzt in kürzeren Abständen durchgeführt, um die Entwicklungen enger zu begleiten. Hess machte dabei keinen Hehl daraus, dass die politischen Gremien „nicht immer nur zufrieden“ seien. Es gehöre schließlich auch zu ihren Aufgaben, Arbeitsaufträge zu formulieren und deren Umsetzung zu kontrollieren. Die vielleicht deutlichste Antwort auf die Frage nach Gemeinhardts Rückhalt kam allerdings von Volker Stoffel. Der Vorsitzende des FTG-Aufsichtsrates machte klar, dass das Gremium geschlossen hinter dem Geschäftsführer stehe. „Wir begleiten ihn und fordern auch“, sagte Stoffel. Unterstützung bedeute also keineswegs, dass es keine kritische Begleitung gebe. Im selben Atemzug sprach Stoffel allerdings einen Punkt an, der für die kommenden Monate noch erheblich an Bedeutung gewinnen dürfte: die finanzielle Situation. Der Aufsichtsrat habe schließlich insbesondere die Aufgabe, die wirtschaftliche Entwicklung im Blick zu behalten. Seine Bewertung fiel bemerkenswert deutlich aus: „Da haben wir echt, echt Probleme dieses Jahr.“
Konkrete Zahlen zu einem möglichen Defizit wurden im öffentlichen Teil der Sitzung nicht genannt. Dass der finanzielle Spielraum enger wird, zog sich dennoch wie ein roter Faden durch den Abend. Hess formulierte die entscheidende Frage später so: „Was wollen wir und was können wir uns am Ende des Tages noch leisten?“ Der Wirtschaftsplan werde derzeit vorbereitet. Gerade mit Blick auf 2027 müsse deshalb genau geprüft werden, welche Erwartungen noch erfüllt werden könnten.
Der Verbandsvorsteher machte im Laufe des Abends noch einmal klar, dass seine Wortwahl in der vergangenen Sitzung keineswegs zufällig gewesen sei. Man gehe kritisch mit Gemeinhardt um und mache daraus auch kein Geheimnis. Die zugespitzte Formulierung mit dem Koffer sei durchaus beabsichtigt gewesen. Mittlerweile, so Hess sinngemäß, dürfte jeder verstanden haben, was damit gemeint war. An Gemeinhardt gerichtet formulierte er, dieser könne den Koffer an diesem Abend nun gewissermaßen wieder auspacken und zeigen, was seit der vergangenen Sitzung passiert sei. Dabei warnte Hess zugleich davor, die Diskussion über Föhrs Tourismus auf einzelne Veranstaltungen zu reduzieren. Im „Koffer“ steckten wesentlich mehr Aufgaben. Es gehe um Kommunikation, Zusammenarbeit, strategische Ausrichtung und letztlich auch um die Frage, was die Insel unter den veränderten wirtschaftlichen Bedingungen künftig noch leisten könne und wolle. Ein Satz von Hess zog sich dabei wie eine Aufforderung durch die Diskussion: Man müsse lernen, „nicht übereinander zu reden, sondern miteinander zu reden“. Genau an dieser Kommunikationskultur versuche man seit Monaten zu arbeiten. Dass wieder Bürgerinnen und Bürger zu den öffentlichen Sitzungen kämen, wertete Hess ausdrücklich positiv. Über lange Zeit habe man bei solchen Sitzungen mehr oder weniger unter sich gesessen. Das inzwischen deutlich gestiegene Interesse könne helfen, die Zusammenarbeit konstruktiver zu gestalten.
Hess richtete den Blick aber nicht ausschließlich auf FTG und Politik. Auch die eigene Wahrnehmung auf der Insel stellte er infrage. „Wir können immer so verdammt gut nörgeln“, sagte der Bürgermeister sinngemäß mit Blick auf die Diskussionen über den Tourismus. Gäste würden die Situation teilweise wesentlich positiver wahrnehmen als die Menschen auf der Insel selbst. Viele Urlauber seien schlicht zufrieden und kämen immer wieder. Nicht jede Kritik dürfe deshalb den Eindruck vermitteln, der Tourismus auf Föhr befinde sich insgesamt in einer Abwärtsspirale. Gleichzeitig bedeute das nicht, bestehende Probleme kleinzureden. Vielmehr müsse genauer unterschieden werden zwischen Dingen, die tatsächlich verändert werden müssten, und einer teilweise sehr negativen Selbstwahrnehmung.
Auch Kirsten Müller-Weckenmann (Grüne) nahm die Menschen auf der Insel selbst in die Pflicht. Freundlichkeit und Gastfreundschaft könne man nicht verordnen. Gleichzeitig lebe Föhr in erheblichem Maße vom Tourismus. Gerade in Einzelhandel und Gastronomie müsse ein freundlicher Umgang mit Gästen ebenso wie mit Einheimischen und Kunden selbstverständlich sein. Dabei gehöre zur Wahrheit allerdings auch, dass nicht jeder Gast seinerseits freundlich auftrete. Hess griff diesen Gedanken auf und appellierte an die Vertreter der Gemeinden, das Thema weiterzutragen. Vielleicht müsse an manchen Stellen auch die eigene Haltung neu justiert werden. „Es ist nie zu spät“, sagte er.
FTG-Geschäftsführer Jochen Gemeinhardt machte seinerseits deutlich, dass die Botschaften aus der Veranstaltung „Quo Vadis“ und der vorherigen Zweckverbandssitzung angekommen seien. Die öffentliche Diskussion über Föhrs Tourismus hatte bereits Anfang Juni rund 100 Insulaner und Gäste zu einer Podiumsdiskussion gelockt; schon damals waren Kommunikation, Zusammenarbeit und die zukünftige Ausrichtung zentrale Themen. Als eine konkrete Konsequenz hat die FTG inzwischen einen neuen Arbeitskreis Kommunikation eingerichtet. Acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Geschäftsführung, Veranstaltungsbereich, PR, Online-Marketing und Beschwerdemanagement treffen sich nach Gemeinhardts Angaben wöchentlich. Ziel sei es, die Ansprache von Handel und weiteren touristischen Akteuren zu verbessern, Ergebnisse stärker nach außen zu kommunizieren und schneller zu erkennen, wo es Probleme oder Wünsche gibt.
Auch auf die Wyker Kaufmannschaft sei die FTG mehrfach zugegangen. Mitarbeiter hätten Geschäfte persönlich besucht und Schreiben verteilt, um Betriebe stärker in die Kommunikation einzubinden. Das Ergebnis fällt bislang allerdings überschaubar aus: Nach Gemeinhardts Angaben haben lediglich zehn Betriebe ihre E-Mail-Adresse für einen neuen Verteiler hinterlegt. Er selbst habe mit mehr Rückmeldungen gerechnet. Auch beim zweiten Geburtstag der Mittelbrücke habe man versucht, die Geschäfte stärker einzubinden. Die Resonanz auf die Möglichkeit eigener Aktionen sei mit vier Rückmeldungen ebenfalls begrenzt gewesen. Gemeinhardt will daraus dennoch keinen Schlussstrich ziehen. Zusammenarbeit müsse wachsen. Seine grundsätzliche Rollenbeschreibung der FTG formulierte er klar: Die Gesellschaft sehe sich als „Dienstleister im touristischen Segment der Insel“. Bürgermeister, Gemeindevertreter, Agenturen, Handel und andere Akteure sollten sich deshalb unmittelbar melden, wenn Probleme auftauchten. Nicht jedes Gespräch könne innerhalb weniger Tage stattfinden – entscheidend sei aber, miteinander zu sprechen, bevor Missverständnisse größer würden.
Genau dieser Punkt wurde auch aus den Reihen der Sitzung mehrfach aufgegriffen. Jennifer Zenner aus dem Publikum warnte in der Bürgerfragestunde davor, sämtliche Erwartungen in einen einzigen großen „FTG-Koffer“ zu packen. Vielleicht brauche es vielmehr mehrere Koffer, die gemeinsam von FTG, Stadt, Ordnungsamt, Vermittlungsagenturen, Einzelhandel, Gastronomie, DEHOGA und weiteren Beteiligten getragen würden. Tourismus bestehe schließlich aus erheblich mehr als Veranstaltungen. Nicht jede Verbesserung koste Geld. Auch die Stimmung in Gastronomie und Einzelhandel und das Zusammenspiel der unterschiedlichen Akteure seien entscheidend. Die FTG müsse Gespräche suchen und koordinieren – die einzelnen Branchen müssten aber ebenfalls Verantwortung übernehmen. Gemeinhardt stimmte dem Grundgedanken zu. Mit den genannten Gruppen werde gesprochen. Keine einzelne Institution könne den Tourismus auf Föhr allein positiv entwickeln.
Thomas Strelow (CDU) weitete den Blick sogar über die Insel hinaus aus. Für Gäste beginne das Urlaubserlebnis schließlich nicht erst nach der Ankunft auf Föhr. Auch der Zustand und die Wahrnehmung des Fährhafens in Dagebüll gehörten zur Reisekette und damit zum Gesamteindruck einer Föhr-Reise.
Bemerkenswert war, dass die intensive Debatte erneut auf eine touristische Entwicklung trifft, die sich anhand der von der FTG präsentierten Zahlen keineswegs als dramatischer Einbruch beschreiben lässt. 2023 registrierte die FTG 193.293 Ankünfte und 1.668.943 Übernachtungen. 2024 waren es 191.311 Ankünfte und 1.631.179 Übernachtungen. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Ankünfte auf 200.055, während 1.661.602 Übernachtungen gezählt wurden. Bei den Tageskarten gab es im selben Zeitraum einen deutlichen Anstieg von 29.525 im Jahr 2023 über 32.196 im Jahr 2024 auf 41.038 im Jahr 2025. Für das laufende Jahr weist die FTG mit Stand vom 2. September 141.566 Ankünfte, 1.186.924 Übernachtungen und 30.539 Tageskarten aus. Da das Jahr noch läuft, sind diese Werte naturgemäß nicht mit den vollständigen Jahreszahlen der Vorjahre vergleichbar.
Gemeinhardt berichtete außerdem, dass die FTG nach den Diskussionen über unterschiedliche Tourismuszahlen bei etwa 15 bis 20 Einrichtungen und Institutionen auf der Insel weitere Daten und Einschätzungen abgefragt habe. Dazu gehören nach seinen Angaben unter anderem Museen, Vermittlungsagenturen und Kliniken. Einzelne Ergebnisse könnten aus Datenschutzgründen derzeit nicht veröffentlicht werden. Die erkennbare Tendenz bezeichnete er jedoch als „nicht negativ“.
Genau an diesem Punkt bekam die Diskussion eine grundsätzlich neue Richtung. Gemeinhardt hatte den Tourismusexperten Frank Simoneit von der Fachhochschule Westküste zugeschaltet. Simoneit sollte einen Blick von außen auf die Situation werfen. Sein Auftritt war keine Detailanalyse einzelner Veranstaltungen oder Marketingmaßnahmen, sondern stellte eine viel grundsätzlichere Frage: Weiß Föhr eigentlich gemeinsam, wohin sich die Insel entwickeln will? Simoneits Diagnose fiel deutlich aus. Viele Herausforderungen, die auf Föhr diskutiert würden, seien keineswegs außergewöhnlich. Kürzere Aufenthalte, spontanere Buchungen, wirtschaftlicher Druck auf touristische Betriebe, Leerstände, eingeschränkte Öffnungszeiten, Fachkräftemangel und steigende Erwartungen der Gäste beschäftigten zahlreiche Destinationen. Seine zentrale Botschaft an Föhr lautete deshalb überraschend: „Ihr braucht kein Tourismuskonzept.“
Damit meinte Simoneit nicht, dass Föhr keine Strategie benötige. Im Gegenteil. Ein klassisches Tourismuskonzept könne Märkte analysieren, Handlungsfelder definieren und Maßnahmen entwickeln. Es könne aber nicht automatisch Konflikte lösen, Vertrauen herstellen oder dafür sorgen, dass unterschiedliche Akteure gemeinsam Verantwortung übernehmen. Ein neues klassisches Konzept würde nach seiner Einschätzung schnell 60.000 bis 80.000 Euro kosten. Solange es aber keine gemeinsam getragene Vorstellung davon gebe, wohin Föhr eigentlich wolle, könne dieses Geld am Ende wirkungslos verpuffen. Seinen Befund brachte Simoneit in einem Satz auf den Punkt: „Föhr hat weniger ein Erkenntnisproblem als ein Verständigungs- und Umsetzungsproblem.“
Statt sofort das nächste umfangreiche Konzept in Auftrag zu geben, schlägt Simoneit deshalb eine „Zukunftskonferenz Föhr“ vor. Dort sollen möglichst viele unterschiedliche Akteure zusammenkommen und zunächst gemeinsam klären, welches Föhr sie eigentlich in Zukunft wollen. Dabei gehe es nicht darum, dass ein externer Berater der Insel erklärt, wie sie zu funktionieren habe. Simoneit machte deutlich, dass externe Fachleute zwar Methoden liefern und Prozesse moderieren könnten – die eigentlichen Probleme lösen und die Ziele festlegen müsse Föhr selbst. Die Idee einer solchen Zukunftskonferenz stieß in der Sitzung auf breite Zustimmung. Holger Frädrich (SPD) sah darin einen wesentlich umfassenderen Ansatz als bisherige kleinere Gesprächsrunden einzelner Branchen und Gruppen. Man könne immer neue Konzepte erstellen, entscheidend sei aber, die Dinge gemeinsam anzupacken, die Föhr tatsächlich selbst beeinflussen könne. Thomas Strelow (CDU) bezeichnete den Ansatz ebenfalls als sehr gut. Ihm sei wichtig, möglichst viele mitzunehmen – von Gastronomie und Handel bis zu den Bürgerinnen und Bürgern. Hark Riewerts, Bürgermeister von Oldsum, verwies auf seine Eindrücke aus Heiligenhafen und betonte, dass es letztlich nicht beim Reden bleiben dürfe: Es müsse anschließend tatsächlich etwas in Bewegung kommen. Eine Entscheidung über eine Zukunftskonferenz fiel an diesem Abend allerdings noch nicht. Hess nahm den Vorschlag zunächst auf. Gemeinhardt erklärte, dass der Ansatz bereits zuvor im FTG-Aufsichtsrat vorgestellt worden sei und auf einen Arbeitsauftrag aus der vergangenen Zweckverbandssitzung zurückgehe. Die Präsentation soll den Fraktionen zur weiteren Beratung zur Verfügung gestellt werden. Danach müsse innerhalb eines klaren Zeitrahmens entschieden werden, ob Föhr diesen Weg gehen wolle.
Dass dabei nicht unbegrenzt Zeit verstreichen soll, machte Klaus Pott von der FDP deutlich. Er reagierte skeptisch auf Gemeinhardts Überlegung, eine Fortschreibung der bisherigen touristischen Strategie möglicherweise 2027 vorzubereiten und 2028 umzusetzen. Das sei aus seiner Sicht viel zu spät.
Pott stellte zugleich eine Frage, die bereits frühere Diskussionen geprägt hatte: Wer stößt einen solchen Prozess eigentlich an? Ist die FTG dafür verantwortlich, der Zweckverband oder ein anderes Gremium? Gerade weil die Zuständigkeit immer wieder offenbleibe und einer auf den anderen warte, entstehe am Ende ein „gewisser Stillstand“. Hess setzte dem entgegen, dass zunächst auch die vorhandenen Ressourcen und die eigene Kreativität genutzt werden müssten. Nicht jede Veränderung benötige sofort ein neues Konzept oder einen externen Auftrag. Teile der vorhandenen Strategie könnten schon heute stärker mit Leben gefüllt werden.
Zum Ende der Grundsatzdebatte fand Hess schließlich ein neues Bild für die Situation. Föhr verfüge nicht über große Industrieunternehmen oder andere bedeutende Wirtschaftszweige, die den Tourismus ersetzen könnten. Die Insel sei eine der wichtigen touristischen Destinationen an der Westküste. Deshalb müsse man sehr genau darauf achten, wie sich dieser Wirtschaftszweig entwickle. „Dieses Pflänzchen muss weiterhin gut gepflegt werden“, sagte Hess. Und fügte hinzu: „Hin und wieder muss man auch ein bisschen was schneiden – dabei sind wir gerade.“
Damit fasste der Verbandsvorsteher einen Abend zusammen, an dem weder alles schöngeredet noch der Untergang des Föhr-Tourismus ausgerufen wurde. Die FTG steht weiterhin unter Beobachtung und muss Ergebnisse liefern. Gleichzeitig steht der Aufsichtsrat geschlossen hinter Geschäftsführer Jochen Gemeinhardt. Die finanziellen Möglichkeiten werden enger. Die Kommunikation soll besser werden. Und möglicherweise steht vor dem nächsten großen Tourismuskonzept zunächst eine viel grundsätzlichere Aufgabe: Die Insel muss sich darauf verständigen, welchen Tourismus sie in Zukunft eigentlich gemeinsam will.
Der „Koffer“, den Hess vor einigen Monaten gepackt hatte, ist damit noch längst nicht vollständig ausgepackt. Aber erstmals wurde an diesem Abend deutlicher, was darin liegen könnte: weniger Gegeneinander, klarere Zuständigkeiten, mehr gemeinsame Verantwortung – und die Bereitschaft, nicht nur über Veränderungen zu sprechen, sondern sie tatsächlich umzusetzen.
Im zweiten Teil unseres ausführlichen Berichts aus dem Zweckverband Tourismus geht es um die konkreten Pläne für 2027: Warum der Sunset Bash nicht mehr stattfinden soll, wie „Föhr Tanzt“ verändert wird, wo neue White Dinner geplant sind, was hinter dem neuen Wyker Stadtfest steckt und welche bekannten Künstler für Kurgartensaal und Nationalparkhalle im Gespräch beziehungsweise bereits in Planung sind.
Fotos: Stefan Gaul u. Benjamin Lehmann
Geschrieben von: admin
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Feierabend. Durchatmen. Musik genießen. Mit dem passenden Soundtrack und einem Hauch Nordsee begleiten wir euch entspannt durch den Abend. Träumt euch nach Föhr.
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