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Lars Das in der heutigen Zeit gemeinsam auf einer Insel wie Föhr geht ist lobenswert und ihr habt unseren Respekt!! Liebes Team vom Radiosender und von der Zeitung ganz großartig . Und diese Kombi aus gemeinsamen Artikel und dann die Interviews zum Hören macht das Paket noch stärker und seitdem kaufen wi Iris Christiansen Ocke Hansen - Südstrand von Wyk Das Interview über Macani ist so schön geworden :-) MaxI Haben gesehen ihr macht mit dem Inselboten jetzt anscheinend etwas zusammen. Endlich , wurde auch Zeit und längst überfällig. Gefällt uns sehr gut also glückwunsch zu diesem Entschluss (Anm. Admin - wir freuen uns, das es euch gefällt)

Inselkultur

Föhrer Lyrikpreis 2026: Ida Müermann gewinnt mit „Gezeitenland“ – Publikum entscheidet im Kurgartensaal

todaySeptember 7, 2026 135 28 5

Hintergrund
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Erst traute sie sich kaum hinzusehen – dann gewann Ida Müermann mit „Gezeitenland“ den Föhrer Lyrikpreis

Ida Müermann ist die Gewinnerin des Föhrer Lyrikpreises 2026. Beim Auftakt von Föhr erLesen setzte sich die junge Autorin mit „Gezeitenland“ durch. Im Interview erzählt sie, wie das Siegergedicht entstand und warum sie selbst nicht mit dem ersten Platz gerechnet hatte.

Als im Kurgartensaal die Hände nach oben gingen, hatte Ida Müermann selbst noch keine Ahnung, wie eindeutig sich das Publikum gerade für ihr Gedicht entschieden hatte. Während von den Plätzen zahlreiche Arme in die Höhe schnellten, schaute die junge Autorin lieber weg. Zu groß war die Nervosität, zu wenig hatte sie selbst damit gerechnet, am Ende tatsächlich ganz vorne zu landen. Wenig später stand fest: Mit ihrem Gedicht „Gezeitenland“ hat Ida Müermann den Föhrer Lyrikpreis 2026 gewonnen. Am Freitagabend wurde die Auszeichnung zum fünften Mal vergeben und bildete zugleich einen der Höhepunkte zum Auftakt von Föhr erLesen 2026. Unsere Redaktion war bei der Preisverleihung dabei und konnte die Gewinnerin anschließend ausführlich kennenlernen.

Das diesjährige Festivalmotto „Gezeiten – Alles hat seine Zeit“ war zugleich die thematische Vorgabe des Wettbewerbs. Gesucht wurden Gedichte, die sich mit diesem Gedanken auseinandersetzen und gleichzeitig einen Bezug zur Insel Föhr herstellen. Eine Jury traf aus den Einsendungen zunächst die Vorauswahl. Wer von den drei Finalisten schließlich Platz eins, zwei und drei belegen würde, entschied jedoch nicht mehr die Fachjury – sondern das Publikum im Kurgartensaal.

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Drei Gedichte im Finale – das Publikum hatte das letzte Wort

Für die Vorauswahl verantwortlich war eine fünfköpfige Jury unter Vorsitz des Lyrikers Peter M. Röhm, der den Föhrer Lyrikpreis bereits seit seiner ersten Vergabe 2022 begleitet. Mit ihm bewerteten Amelie Ahrens, Britta-Cathleen Krebs, Caroline Kaum und Jochen Gemeinhardt die eingereichten Texte. Dabei sollten unter anderem sprachliche Qualität und Präzision, Eigenständigkeit, Innovationskraft und inhaltliche Tiefe berücksichtigt werden. Drei Gedichte schafften es schließlich in die Endauswahl. Die Finalbeiträge wurden am Freitagabend im Rahmen der Auftaktveranstaltung in kurzen Videos präsentiert. Danach waren die Besucherinnen und Besucher gefragt und bestimmten unmittelbar im Kurgartensaal, wie die drei Plätze verteilt werden. Ida Müermann gewann mit „Gezeitenland“, auf den zweiten Platz wählte das Publikum Mirjam Chaudhary mit ihrem Gedicht „Ohne Titel“, Rang drei ging an Tonguc Baykurt mit „Atemzeiten“.

Während der Abstimmung deutete sich für die Beobachter im Saal ziemlich schnell an, wohin die Reise gehen könnte. Bei „Gezeitenland“ gingen auffällig viele Hände nach oben. Nur die Autorin selbst bekam davon zunächst nicht viel mit. „Ich hatte zu viel Bammel. Ich habe mich nicht getraut zu gucken“, erzählte Müermann anschließend im Gespräch mit unserer Redaktion. Sie habe lieber abgewartet. Dass sie überhaupt zu den drei Finalisten gehörte, hatte sie bereits überrascht. Bei einer kleinen Generalprobe hatte sie zuvor Einblicke in die anderen Texte bekommen. Die Qualität der Konkurrenz habe sie beeindruckt – und ihre eigenen Chancen schätzte sie entsprechend vorsichtig ein. Auf die Frage, ob sie vor der Abstimmung das Gefühl gehabt habe, gewinnen zu können, kam deshalb eine eindeutige Antwort: „Überhaupt nicht. Ich unterschätze mich generell immer selbst.“

Im Allgäu aufgewachsen – und trotzdem „schon immer ein Inselkind“

Hinter dem Siegergedicht steckt eine junge Autorin, deren Weg zur Literatur inzwischen weit über gelegentliches Schreiben hinausgeht. Müermann studiert in Jena im Master Professionelles Schreiben. Aufgewachsen ist sie allerdings weit entfernt von Nordsee, Watt und Föhr – im Allgäu zwischen Bergen. Eine Verbindung zum Meer gab es trotzdem schon früh. „An sich bin ich schon immer ein Inselkind gewesen, weil ich es liebe, am Meer zu sein“, erzählt sie. Ihre Eltern seien mit der Familie häufig ans Meer und auf Inseln gefahren. Diese Erinnerungen haben schließlich auch bei „Gezeitenland“ eine wichtige Rolle gespielt.

Dass das Schreiben einmal einen derart großen Teil ihres Lebens einnehmen würde, zeichnete sich schon früh ab. Bei ihrer Mutter existiert noch heute eine Sammlung mit Geschichten, die Müermann als Kind geschrieben hat. Später schlug sie zunächst einen anderen Weg ein und begann ein Lehramtsstudium, ehe die Kurskorrektur hin zu dem folgte, was sie eigentlich machen wollte. Heute sagt sie über ihren Master: „Es erfüllt mich total.“ Und das Schreiben beschränkt sich längst nicht mehr auf das Studium. Müermann arbeitet bei der Jenaer Universitätszeitung „Akrützel“ mit, war in einer Romanwerkstatt und ist besonders intensiv in der Poetry-Slam-Szene unterwegs. Mehr als 50 Auftritte in zwei Jahren hat sie nach eigener Aussage inzwischen absolviert. Trotz dieser Bühnenerfahrung gibt es für sie eine klare Antwort auf die Frage, was ihr lieber ist: Schreiben oder Sprechen. „Lieber schreiben im stillen Kämmerlein“, sagt sie und lacht. Ein Poetry-Slam vor Publikum mag mittlerweile zu ihrem Alltag gehören – die Aufregung ist trotzdem geblieben. Auch bei der Preisverleihung auf Föhr sei sie ausgesprochen nervös gewesen.

So entstand das Siegergedicht „Gezeitenland“

Auf die Ausschreibung des Föhrer Lyrikpreises stieß Müermann selbst. Das Thema weckte bei ihr sofort Erinnerungen an ihre Aufenthalte am Meer und auf Inseln. Daraus entwickelte sich nach und nach die Idee für „Gezeitenland“. Dabei wollte sie nicht einfach ein klassisches Gedicht über Ebbe und Flut schreiben. Ihr ging es auch um ein bestimmtes Lebensgefühl, das sie mit Inseln verbindet. „Ich habe dann versucht, noch ein bisschen in mein Gedicht einfließen zu lassen die Beständigkeit auf den Inseln, das Gefühl, dass man hat, dass hier alles entschleunigt ist“, erzählt sie. Diesen Rhythmus stellt sie einer Welt gegenüber, die aus ihrer Sicht vielerorts immer technisierter und schneller wird. Genau dieser Gegensatz zieht sich durch „Gezeitenland“. Müermann verbindet das Watt, Priele, Möwen, Schafe, Nieblum, Strand und Dünen mit der Frage, was sich verändert und was trotz aller Veränderungen bestehen bleibt. Die Gezeiten werden damit nicht nur zum Naturphänomen, sondern zum Bild für Zeit selbst. Besonders deutlich wird das dort, wo die Geschwindigkeit der modernen Welt auf den Rhythmus der Insel trifft. Fähren und digitale Anzeigen gehören längst zum Alltag – trotzdem scheint die Zeit auf der Insel anders zu vergehen. Nicht die ununterbrochenen Nachrichten bestimmen den Takt, sondern immer noch Ebbe und Flut. Damit trifft das Gedicht ziemlich genau den zweiten Teil des Festivalmottos: Alles hat seine Zeit.

Anderthalb Stunden schreiben – danach beginnt die eigentliche Arbeit

Wer nun vermutet, dass Müermann wochenlang an der ersten Fassung ihres Siegergedichts gesessen hat, liegt daneben. Ihr Schreibprozess funktioniert anders. Die Grundfassung entsteht meistens ziemlich schnell. Für „Gezeitenland“ habe sie ungefähr anderthalb Stunden gebraucht. Fertig ist ein Text damit allerdings noch lange nicht. „Danach kommt dann der Überarbeitungsprozess“, erklärt sie. Das Gedicht landet zunächst für einen Tag in der Schublade. Mit etwas Abstand liest sie es erneut, verändert Passagen und arbeitet an einzelnen Wörtern. Gerade bei Lyrik können schließlich wenige Begriffe darüber entscheiden, welchen Rhythmus ein Text bekommt und welches Bild beim Leser entsteht. Irgendwann hilft dann etwas, das vermutlich viele Schreibende kennen: eine Abgabefrist. Denn ohne sie ließe sich an einem Text wahrscheinlich immer noch etwas verändern. „Dann ist immer ganz gut, dass es eine Frist gibt für die Abgaben und dass man irgendwann fertig werden muss“, sagt Müermann. Bei „Gezeitenland“ hat sich das Loslassen gelohnt.

Vom Föhrer Lyrikpreis zum Traum vom eigenen Buch

Der erste Platz auf Föhr soll für Müermann keineswegs der Schlusspunkt sein. Für die kommenden Monate und Jahre hat sie ziemlich konkrete Ziele. Kurzfristig möchte sie sich für die deutschsprachigen Meisterschaften im Poetry Slam qualifizieren, die im kommenden Jahr ausgerechnet in Jena und Weimar stattfinden sollen. Parallel möchte sie ihren Master erfolgreich abschließen. Über allem steht allerdings ein noch größeres Ziel: ein eigenes Buch. „Eins meiner großen Lebensziele ist es, ein eigenes Buch fertig zu schreiben und bei einem Verlag zu veröffentlichen“, erzählt sie. Das sei ihr „Top-Lebenstraum“. Wie sich dieser Traum anfühlen könnte, bekam sie unmittelbar nach ihrer eigenen Preisverleihung noch einmal vor Augen geführt. Bei der anschließenden Auftaktlesung erlebte sie SPIEGEL-Bestsellerautorin Beatrix Gerstberger auf der Bühne. Müermann hörte zu, wie Gerstberger über ihr Buch und dessen Entstehung erzählte, und dachte dabei nach eigener Aussage nur: „Wow, das ist der Traum und die lebt den einfach schon.“ Genau dort möchte sie selbst irgendwann hin.

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Ein Ehrenplatz über dem Schreibtisch – und noch zwei Tage Föhr

Für den Föhrer Lyrikpreis gibt es derweil schon einen ziemlich konkreten Ehrenplatz. Über Müermanns Schreibtisch befindet sich ein kleines Regalbrett. Besonders repräsentativ ist dessen bisherige Dekoration offenbar nicht. Dort stünden momentan lediglich „ein paar vertrocknete Kakteen“, verriet sie uns lachend. Der neue Preis dürfte sich dort deutlich besser machen. Nach der Veranstaltung musste die Gewinnerin Föhr zudem nicht sofort wieder verlassen. Noch zwei Nächte konnte sie auf der Insel bleiben, bevor es für sie am 6. September zunächst nach Hamburg und von dort zu weiteren Poetry-Slam-Terminen gehen sollte. Zeit also, genau jene Inselatmosphäre noch ein wenig zu genießen, die sie in „Gezeitenland“ beschrieben hat. Auch für das Team von Föhr erLesen fand Müermann nach ihrem ersten Festivaltag ausgesprochen warme Worte. Sie sei herzlich empfangen worden und habe erlebt, „wie viel Liebe da im Detail steckt“. Besonders gefallen habe ihr zudem die Preisverleihung des Geschichten-Wettbewerbs für die Föhrer Grundschulkinder am Nachmittag. Dass bereits junge Menschen zum Schreiben und Erfinden eigener Geschichten ermutigt würden, empfinde sie als etwas Besonderes.

Erstmals auch Jugendlyrik und ein eigener friesischer Wettbewerb

Zum fünften Geburtstag hat sich der Föhrer Lyrikpreis 2026 zugleich weiterentwickelt. Erstmals wurde parallel ein Föhrer Lyrikpreis Jugend für junge Autorinnen und Autoren zwischen 12 und 18 Jahren ausgeschrieben. Die Auszeichnung ging an Emilie Bollak Kirazkaya für ihren Text „Gezeitenprotokoll Föhr“. Die Jugendjury bestand aus Anna Marleen Apel, Leiterin der Stadtbücherei Wyk, und Paula Röhm, die selbst junge Lyrikerin und Jahresgewinnerin 2026 beim Bundeswettbewerb „lyrix“ ist. Und weil Literatur auf Föhr nicht nur auf Hochdeutsch stattfindet, bekam 2026 auch die nordfriesische Sprache einen eigenen Wettbewerb. Beim Friisk Lüürik Pris, dessen Preisverleihung am folgenden Samstag im Kurgartensaal stattfand, belegte Gesche Roeloffs mit „Eeb an Flud“ den ersten Platz. Ellin Nickelsen wurde mit „Blanke Hans“ Zweite, Enken Tholund erreichte mit „Ales hee sin tidj“ Platz drei. Damit spannte Föhr erLesen an seinem ersten Festivalwochenende einen bemerkenswert breiten literarischen Bogen: von den Geschichten der Grundschulkinder am Freitagnachmittag über junge Lyrik und den großen Föhrer Lyrikpreis bis hin zu Gedichten in nordfriesischer Sprache. Im Mittelpunkt des Freitagabends aber stand eine junge Frau aus Jena, die sich selbst kaum traute, bei der entscheidenden Abstimmung hinzusehen. Das Publikum tat es für sie – und entschied sich für „Gezeitenland“. Ida Müermann ist die Gewinnerin des Föhrer Lyrikpreises 2026.

Fotos: Stefan Gaul 

Das Siegergedicht des Föhrer Lyrikpreises 2026

Gedicht

Gezeitenland


Wenn das Wasser geht,
bleibt das Watt zurück
wie eine Handschrift,
die keiner endgültig lesen kann.
Zwischen den Prielen
liegt die Zeit offen.

Die Möwen
werfen ihre Schreie
in den Morgenwind,
und irgendwo hinter Nieblum
dreht ein alter Garten
sein Gesicht zur See.

Die Schafe
stehen wie verstreute Gedanken
im Gras,
und das Licht wandert langsam
über die Insel,
als wolle es prüfen,
wer geblieben ist.

Nichts bleibt,
wie es war.

Nicht der Strand,
nicht die Dünenkante,
nicht die Menschen.
Selbst die Friesenhäuser ducken sich
tiefer gegen die Jahre.

Die Tide
löscht alle Spuren am Ufer.

Alles bleibt,
wie es war.

Zwischen Fähren und
blinkenden Displays
bleibt die Insel langsam.
Tage gemessen
am Wechsel der Gezeiten
und nicht
am Takt der Nachrichten, die rastlos um die
Welt gehen.

Alles hat seine Zeit.
Das Kommen.
Das Gehen.
Das Warten auf die Flut.

— Ida Müermann
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Geschrieben von: admin

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