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Eine neue Ausstellung in Bremen widmet sich dem «Kult Katze!». Foto: Focke Strangmann/dpa
Bremen (dpa) – Katzenfans können sich auf einen besonderen «Catwalk» durchs Übersee-Museum freuen: Wer ab dem Wochenende die neue Sonderausstellung «Kult Katze!» in Bremen besucht, wird gleich von einer lauernden Katze vor einem Mauseloch empfangen.
Durch Regenwald und Savanne geht es vorbei an ausgestopften Wildkatzen wie Jaguar, Tiger Löwe, die auf Knopfdruck zu schnurren oder zu brüllen anfangen. «Manche der Katzen, die wir vielleicht als groß empfinden, wie der Puma und auch der Gepard, gehören eigentlich gar nicht zu den Großkatzen», erklärte Kuratorin Renate Noda. «Die brüllen auch nicht.» Die Tiere in Originalgröße kommen aus Münster, Mainz und Bonn.
Nun wird es majestätisch: Verschiedene Kultur befinden sich ab 1.500 Jahren vor Christus im Bann der Katze, wie Noda erzählte. Katzenmumien aus dem Alten Ägypten erzählen von einer anderen Zeit, Leoparden zieren den Thron von Königen in Westafrika, Beamte im alten China setzten ein Löwensiegel und Palastwachen in Korea trugen Mäntel aus Tigerpelz.
Katzen seien übernatürliche Kräfte nachgesagt worden, sagte die Kuratorin. Ägypter verehrten eine Katzenkönigin, auch im Buddhismus und Hinduismus werden die Tiere vergöttert. Als Opfergabe und bis heute beliebter Glücksbringer gelten in Asien die Winkekatzen «Maneki-neko», die auch die Besucher der Ausstellung begrüßen.
Wer genug vom pompösen Prunk hat, kann mit Katzen gegen Rassismus, Kolonialismus und sogar gegen US-Präsident Donald Trump protestieren.
Rastafari-Lieder über aufmüpfige Katzen tönen aus einem Lautsprecher, die Wände zieren Sticker der ehemaligen US-Vizepräsidentin Kamala Harris als «Cat Lady» im Wahlkampf gegen Trump.
Was die Tiere bis heute so alles bewirken können, zeigt auch ein Film über die zugelaufene Katze «Tama» an einem kleinen Bahnhof in Japan: Die dortige Bahnstrecke sollte eigentlich stillgelegt werden, doch als Fotos von ihr mit Schaffnermütze viral gingen, reisten immer mehr Touristen an und belebten die Strecke wieder.
So erfährt der Stubentiger, der ursprünglich gegen Mäuse gehalten wurde, eine neue Beliebtheit: Online werden Katzen-Memes geteilt, Serien machen Katzen zu neuen Helden und Einkäufer werden von den Vierbeinern in Tante-Emma-Läden in New York gelockt. Gäste der Ausstellung können sich in einem nachgebauten Laden – ganz in Pink – selbst ein Bild davon machen.
Für Entspannung sorgt ein in Flausch ausgekleidetes Kino, in dem Ausschnitte aus bekannten Anime und Zeichentrickfilmen mit Katzen in der Hauptrolle gezeigt werden. Wer es ruhiger mag, kann in Sitzsäcken Katzenliteratur aus aller Welt entdecken – darunter «Der gestiefelte Kater» von Erich Kästner und Garfield-Comics.
Auch Musiker lassen sich von Katzen inspirieren: Eine Hörstation spielt Kompositionen von Ravel, Rossini oder Songs von Freddie Mercury und The Cure. Zum Abschluss dürfen die Besucherinnen und Besucher im «Cat Club» unter Discokugeln zu Katzen-Hits tanzen oder sich bei einer Fotostation in Katzenkostümen ablichten lassen. Die neue Ausstellung ist bis Ende Mai zu sehen.
Wer am Ende noch nicht genug hat, kann eine Katze aus dem Bremer Tierheim adoptieren. Im Museum hängen Steckbriefe von «Georgina», «Carla» und «Mazo», die ein neues Zuhause suchen. Alternativ lohnt sich eine Fahrt zum Museum am Rothenbaum in Hamburg, das in einer Ausstellung bis Ende November ebenfalls der Faszination für die Vierbeiner nachgeht – von der Katze verehrten Göttin bis zum Internetstar.
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