Inselradio Föhr Friesische Karibik für die Ohren
Gesundheitsministerin Kerstin von der Decken ist mit der Krankenhausreform beschäftigt. (Archivbild) Foto: Frank Molter/dpa
Kiel (dpa/lno) – Die Krankenhausreform schürt weiter Sorgen darüber, wie die Notfallversorgung auf Schleswig-Holsteins Inseln und Halligen künftig aussieht. «Insbesondere für Föhr, Amrum und Helgoland brauchen wir Lösungen, die auch funktionieren, wenn Stürme eine Verlegung auf das Festland verzögern oder ganz verhindern», sagte Ex-Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) nach einer Sitzung des Sozialausschusses. Die Frage sei weiter unbeantwortet, wie die chirurgische Notfallversorgung dort künftig sichergestellt werde.
Gesundheitsministerin Kerstin von der Decken (CDU) berichtete den Abgeordneten über die Umstrukturierung des Klinikstandortes auf der Ostseeinsel Fehmarn in ein rein ambulantes Versorgungszentrum. Dort habe es bereits Gespräche mit der Klinik, dem Träger, dem Bürgermeister, dem Landrat, der Kassenärztlichen Vereinigung und den Kostenträgern gegeben. Es seien aber weitere Prüfungen nötig.
Für die Klinikstandorte auf den Nordseeinseln Föhr und Helgoland seien Gespräche geplant, sagte von der Decken. Ihr Haus hätten Schreiben von Bürgern, Ärzten und Kommunalpolitikern erreicht. «Wir nehmen all diese Schreiben ernst und sammeln die darin angesprochenen Themen.»
Auf Föhr mit 18 Planbetten und Notaufnahme könne die Versorgung nicht in bisheriger Form weitergehen, sagte die Ministerin. «Mit dem Wegfall der stationären Chirurgie wäre dann auch eine Teilnahme an der Notfallversorgung nicht mehr möglich.» Ziel bleibe die Sicherstellung einer 24/7-Notfallerstversorgung. Bereits heute würden Notfälle dort trotz bestehender Chirurgie nur erstversorgt und dann aufs Festland verlegt.
Das Krankenhaus auf Föhr und die insolvente Klinik auf Helgoland sollen nach Angaben von der Deckens nicht zum 1. Januar umstrukturiert werden. Für beide Häuser gebe es Übergangszeiträume. «Die Krankenhausreform insgesamt ist nicht der Grund für die Insolvenz der Klinik», sagte die CDU-Politikerin zum Krankenhaus auf Helgoland. Die ambulanten und stationären Strukturen auf der Insel müssten aber gebündelt werden. «Eine andere Möglichkeit gibt es nicht.»
Garg betonte, die von Schwarz-Grün angekündigte Initiative über die Gesundheitsministerkonferenz sei richtig. «Die Landesregierung muss sich in den Beratungen zwischen Bund und Ländern mit aller Vehemenz für die besonderen Versorgungsbedarfe unserer Inseln und Halligen einsetzen und Verbündete gewinnen.»
Die Krankenhausreform sieht vor, dass Kliniken Leistungen nur noch anbieten und abrechnen dürfen, wenn sie die jeweiligen Qualitätskriterien erfüllen, etwa in Bezug auf Personal, Ausstattung und Fallzahlen. Dadurch sollen Kosten gesenkt und die Qualität der Versorgung erhöht werden. Als Folge spezialisieren sich Kliniken und schließen Angebote.
Gesundheit Krankenhaus Krankenhausreform Landtag Regierung Schleswig-Holstein
Die perfekte Begleitung für euren Nachmittag. Gute Musik, beste Unterhaltung und die passende Portion Inselgefühl bis zum Feierabend.
close
Beitrags-Kommentare (0)