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Stöbern, schlemmen und schnacken: Beim „Markttag mit Blauer Stunde“ wurde die Wyker Mittelstraße am Freitag zur Veranstaltungsfläche.
Volle Mittelstraße beim „Markttag mit Blauer Stunde“ in Wyk auf Föhr: 18 Geschäfte beteiligten sich mit besonderen Aktionen, dazu kamen Markt-, Essens- und Flohmarktstände. Hinter dem Straßenfest stehen die „Marktmädels“, die bereits an der nächsten gemeinsamen Aktion arbeiten.
Zwischen Popcornduft, Bratwurst, kleinen Marktständen und gut gefüllten Geschäften wurde die Wyker Mittelstraße am Freitag selbst zur Veranstaltungsfläche. Beim „Markttag mit Blauer Stunde“ konnten Einheimische und Gäste nicht nur stöbern und schlemmen, sondern über den Tag verteilt auch besondere Aktionen und Angebote in insgesamt 18 Geschäften entdecken. Hinter dem Straßenfest steckt keine große Veranstaltungsagentur, sondern eine kleine Gemeinschaft von Geschäftsleuten, die ihre Mittelstraße gemeinsam beleben möchte – und die gerade neuen Schwung bekommen hat.
Unsere Redaktion war am Freitag mittendrin und hat mit zwei der Neuzugänge gesprochen: Sintje Lorenzen vom Studio Sintje und Christina Scheel von Fischspezialitäten Scheel. Gemeinsam mit den anderen „Marktmädels“, wie sich die frühere Gemeinschaft der „Marktfrauen“ inzwischen mit einem Augenzwinkern nennt, haben sie die Veranstaltung in den vergangenen Wochen vorbereitet. Und obwohl der Markttag während unseres Besuchs noch längst nicht vorbei war, zeichnete sich bereits ab: Die Idee kommt an. Besucher berichteten von einer gut gefüllten Mittelstraße, externe Standbetreiber fragten bereits nach einer Teilnahme an einer möglichen nächsten Veranstaltung – und hinter den Kulissen wird sogar schon an einer neuen Aktion zur Weihnachtszeit gearbeitet.
Sintje und Christina gehören zu den Neuzugängen und durften nach eigener Aussage gleich kräftig mit anpacken. „Wir wurden hier aufgenommen und haben die Ehre gehabt, in den letzten Wochen diesen Markttag zu organisieren“, erzählt Christina im Gespräch mit unserer Redaktion. Dabei griffen die beiden nicht nur bestehende Erfahrungen früherer Aktionen auf, sondern brachten bewusst neue Ideen mit hinein. Ein wichtiger Baustein ist dabei die Verbindung zwischen dem, was in der Mittelstraße tatsächlich passiert, und der digitalen Sichtbarkeit. Für die Gemeinschaft entstand ein eigener Instagram-Auftritt, Geschäftsleute und Marktbetreiber wurden miteinander vernetzt und jeder konnte das beitragen, was er besonders gut kann. „Jeder hat einfach seine Kompetenz mit einfließen lassen – komplett kreativ, organisatorisch und alles kann, nichts muss“, beschreibt Christina die Zusammenarbeit. Genau diese Mischung soll dafür sorgen, dass nicht nur einzelne Geschäfte für sich werben, sondern die Mittelstraße als Ganzes stärker wahrgenommen wird.
Der Name kann zunächst ein wenig in die Irre führen, denn die „Blaue Stunde“ bezeichnete nicht eine einzige gemeinsame Stunde am Ende des Tages. Zwischen 11 und 17 Uhr beteiligten sich insgesamt 18 Geschäfte mit jeweils selbst gewählten Zeitfenstern. Mehrere Läden waren gleichzeitig an der Reihe und überlegten sich dafür eine besondere Aktion, einen Preisvorteil oder ein kleines Extra. Dadurch gab es über den gesamten Markttag hinweg immer wieder etwas Neues zu entdecken.
Bei Sintje Lorenzen konnten Besucher beispielsweise Taschen oder Caps individuell besticken lassen und dafür aus verschiedenen Motiven oder eigenen Schriftzügen wählen. Während ihrer Blauen Stunde wurde die Personalisierung zu einem vergünstigten Preis angeboten. Christina Scheel und ihr Team wiederum machten aus ihrer Stunde bei Fischspezialitäten Scheel eine kleine Gewinnaktion: Zu jeder Bestellung gab es ein Los mit einem Sofortgewinn, unter anderem war auch ein Gutschein dabei. „Wir haben es quasi wie McDonald’s Monopoly gemacht“, beschreibt Christina die Idee. Und gerade diese Unterschiedlichkeit war gewollt: Nicht alle Geschäfte sollten dasselbe anbieten, sondern jeder Betrieb etwas entwickeln, das zum eigenen Angebot passt.
Das eigentliche Straßenfest ging gleichzeitig weit über die Geschäfte hinaus. Zusätzliche Markt- und Verkaufsstände sorgten dafür, dass auf der Mittelstraße gegessen, gestöbert und zwischendurch einfach miteinander geschnackt werden konnte. Auch Händler des Föhrer Bauernmarktes waren vertreten. Für die Organisatorinnen war besonders erfreulich, dass nicht nur die Besucher positiv reagierten. Nach Christinas Schilderung meldeten sich bereits während der Veranstaltung externe Standbetreiber mit dem Wunsch, beim nächsten Mal wieder dabei zu sein. Teilweise gebe es sogar weitere Interessenten, die bei einer kommenden Ausgabe dazukommen möchten.
Wie gut der Tag besucht war, zeigte sich für Sintje Lorenzen auf eine ganz eigene Art: Viel von dem, was draußen passierte, hatte sie während unseres Gesprächs noch gar nicht selbst gesehen. „Ich war bisher nur im Laden. Ich bin noch gar nicht so viel rausgekommen“, erzählte sie lachend. Dafür erreichte sie die Resonanz direkt über ihre Kundschaft. Immer wieder hätten Menschen im Geschäft davon erzählt, wie viel auf der Mittelstraße los sei und wie gut ihnen die Veranstaltung gefalle.
Christina hatte dagegen bereits einen großen Teil des Geschehens gesehen. Sie war auf der Straße unterwegs, sammelte Eindrücke und produzierte gleichzeitig Material für ein Reel in den sozialen Netzwerken. Genau darin zeigt sich auch die neue Ausrichtung der Gemeinschaft: Das Straßenfest soll nicht nur an diesem einen Tag funktionieren. Die Mittelstraße und ihre Geschäfte sollen auch online gemeinsam sichtbarer werden. Dazu passen ebenfalls die Wimpelketten über der Straße, die auf die Initiative zurückgehen und künftig je nach Jahreszeit oder Veranstaltung angepasst werden sollen.
Wer nun glaubt, dass sich die „Marktmädels“ nach den Vorbereitungen erst einmal zurücklehnen, dürfte sich täuschen. Noch während des Markttages verrieten Sintje und Christina unserer Redaktion, dass bereits die nächste gemeinsame Aktion in den Köpfen steckt. „Ich möchte jetzt nicht spoilern, aber wir sind auch schon in der Planung für eine Weihnachtsaktion“, sagte Christina. Mehr wollten die beiden noch nicht verraten – schließlich seien die Details noch nicht abschließend geklärt.
Damit könnte der Markttag zugleich ein Vorgeschmack darauf gewesen sein, wohin sich die Initiative entwickeln soll. Statt einzelner, voneinander losgelöster Geschäfte entsteht eine Gemeinschaft, die Veranstaltungen zusammen plant, Händler und weitere Akteure einbindet und ihre Aktivitäten gleichzeitig über soziale Medien nach außen trägt. Der Freitag hat zumindest gezeigt, dass sich damit Menschen in die Mittelstraße holen lassen: Zum Schlemmen und Stöbern, für das eine oder andere besondere Angebot – vor allem aber auch für das, was zu einem Straßenfest in der Wyker Innenstadt dazugehört: stehen bleiben, Bekannte treffen und miteinander schnacken.
Und wer wissen möchte, was die „Marktmädels“ als Nächstes vorhaben, sollte die Gemeinschaft im Blick behalten. Auf Instagram ist sie unter mittelstrasse_wyk zu finden. Spätestens wenn aus der bislang nur angedeuteten Weihnachtsidee ein konkretes Programm wird, dürfte dort mehr zu erfahren sein.
Fotos: Stefan Gaul
Geschrieben von: admin
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todaySeptember 14, 2026 71 23
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