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Kitesurferin Nelly Heinsohn liebt die Nordsee und den Strand von Utersum auf Föhr.
Kitesurfen auf Föhr ist für Nelly Heinsohn weit mehr als ein Sport. Die 22-jährige Modedesignstudentin liebt spektakuläre Sprünge über die Nordsee und gehört inzwischen zum Team der Surf Pirates. Ihre Leidenschaft begann bereits als Kind auf Föhr. Heute zählen der Strand von Utersum und die südafrikanische Metropole Kapstadt zu ihren Lieblingsrevieren. Doch neben Adrenalin und sportlichen Herausforderungen sind es vor allem Freundschaften, Heimatgefühle und die gemeinsame Zeit mit ihrem Vater, die das Kitesurfen für sie so besonders machen.
Vormittags Modedesign studieren, bei passendem Wind meterhoch über die Wellen springen: Nelly Heinsohn liebt das Kitesurfen. Ihre Leidenschaft begann auf Föhr, heute gehört die 22-Jährige zu einem Surfteam und hat zwei Lieblingsreviere – Utersum und Kapstadt. Doch die wichtigsten Momente erlebt sie nicht unbedingt in der Luft.
Wenn der Wind über den Utersumer Strand fegt und sich auf der Nordsee weiße Schaumkronen zeigen, beginnt für Nelly Heinsohn die vielleicht schönste Zeit des Tages. Der Kite wird aufgepumpt, das Board vorbereitet, dann geht es hinaus. Wenig später gleitet die 22-Jährige über die Wellen, nimmt Fahrt auf und hebt mehrere Meter ab. Für Zuschauer spektakulär, für Nelly ein Gefühl, das sie schon beim Erzählen lächeln lässt. „Es ist einfach ein geiles Gefühl“, sagt sie.
Die Hamburgerin studiert Vollzeit Modedesign, doch die Windvorhersage hat sie ständig im Blick. Besonders gerne zieht es sie nach Föhr. Hier liegen ihre sportlichen Wurzeln, hier entstanden enge Freundschaften. Und hier begann eine Leidenschaft, die sie inzwischen bis nach Südafrika und Mauritius geführt hat.
Schon als kleines Mädchen verbrachte Nelly mit ihrer Familie viel Zeit auf der Insel. Ihr Vater, selbst seit seiner Kindheit begeisterter Windsurfer, wollte seine Liebe zum Wassersport an seine drei Kinder weitergeben. Bei Nelly traf er damit ins Schwarze. Mit etwa sieben Jahren lernte sie in Nieblum das Windsurfen. Wasser spielte ohnehin eine große Rolle in ihrem Leben: 13 Jahre lang betrieb sie Leistungsschwimmen.
Als das Kitesurfen immer populärer wurde, ermutigte ihr Vater sie, auch diesen Sport auszuprobieren. Zunächst betrieb sie beide Disziplinen. Während der Corona-Zeit fand Nelly mit Unterstützung ihres Kumpels Ole in Nieblum wieder intensiver zum Kitesurfen zurück. Spätestens 2022 war daraus eine Leidenschaft geworden, die sie nicht mehr losließ.
Während eines Auslandsjahres in Kapstadt stand sie nahezu täglich auf dem Wasser und lernte andere begeisterte Kitesurfer kennen. Auf Mauritius absolvierte sie ihre Ausbildung zur Kitelehrerin. Ende 2024 begann sie, Videos ihrer Sprünge aufzunehmen. Darüber entstand der Kontakt zu den Surf Pirates, zu deren Team sie inzwischen gehört. Sie erhält Material und hält ihre Tricks mit der Kamera fest. Ihre sportliche Heimat aber bleibt Föhr.
Besonders begeistert Nelly die Disziplin Big Air. Dabei geht es darum, möglichst hoch zu springen und anspruchsvolle Tricks in der Luft zu zeigen. Zu ihren Lieblingsmanövern gehören Kite-Loops, bei denen sich der Schirm vollständig dreht und die Sportlerin mit großer Kraft nach vorne zieht. Höhe, Geschwindigkeit und Adrenalin gehören dazu. Aber auch Angst.
Ob sie sich bei solchen Sprüngen fürchte, werde sie am Strand häufig gefragt. Ihre Antwort fällt eindeutig aus: „Ja, haben wir, also jede Menge.“
Entscheidend sei, zwischen Angst und Respekt zu unterscheiden. Wenn der Wind zu stark ist oder sie sich unsicher fühlt, probiert Nelly keine neuen Tricks. Helm und Prallschutzweste gehören für sie selbstverständlich zur Ausrüstung. Manche Manöver kosten viel Überwindung, an anderen arbeitet sie seit einem Jahr. Dass nicht jeder Versuch gelingt, gehört für sie dazu. „Man darf auch nicht so verbissen da rangehen, weil wir genießen das ja trotzdem immer noch auf dem Wasser“, sagt sie.
Utersum ist für die 22-Jährige weit mehr als ein gutes Surfrevier. Dort trifft sie ihre kleine „Inselgang“. Wenn der Wind stimmt, müssen sich die Freunde oft nicht einmal verabreden. Jeder weiß, dass die anderen am Strand sein werden. Sie feuern sich gegenseitig an, helfen einander bei schwierigen Manövern und verbringen auch nach dem Kitesurfen Zeit miteinander. Viele ihrer engsten Freundschaften sind hier entstanden.
Neben Utersum bezeichnet Nelly Big Bay bei Kapstadt als ihren zweiten Homespot. Zwei Orte, die Tausende Kilometer voneinander entfernt liegen und für sie dennoch etwas gemeinsam haben. „Beide Orte riechen für mich nach Zuhause“, erzählt sie.
Ihre Mutter habe ihr beigebracht, an neuen Orten zunächst einmal tief einzuatmen. Die salzige, frische Luft Südafrikas erinnere sie an Föhr. Sportlich schlägt ihr Herz zwar etwas stärker für Kapstadt. Doch die Rückkehr an den Utersumer Strand, zu den vertrauten Menschen und den rauen Nordseetagen bleibt etwas Besonderes.
Bei aller Begeisterung für spektakuläre Sprünge sind es ohnehin nicht allein die sportlichen Erfolge, die Nelly antreiben. Besonders wichtig ist ihr die gemeinsame Zeit auf dem Wasser. Vor allem mit ihrem Vater.
Er brachte ihr als Kind das Windsurfen bei. Heute stehen beide noch immer gemeinsam auf dem Wasser: er auf dem Windsurfbrett, sie mit dem Kite. Manchmal springt Nelly sogar über ihn hinweg. Auf die Frage, was ihr ohne das Kitesurfen am meisten fehlen würde, nennt sie das Meer, ihre Freunde und die gemeinsamen Erlebnisse. „Und vor allen Dingen auch die Zeit mit meinem Papa auf dem Wasser.“
An einem Kitesurf-Wettbewerb hat Nelly bereits teilgenommen. Weitere Wettkämpfe oder sogar eine Profikarriere schließt sie nicht aus. Zunächst möchte sie jedoch ihr Modedesignstudium abschließen. Was danach kommt, lässt sie offen. Sie möchte Möglichkeiten nutzen, Neues ausprobieren und andere ermutigen, ihre eigenen Träume zu verfolgen.
Dass ihr nicht immer alles leichtgefallen ist, verschweigt sie nicht. Ihre Schulzeit sei schwierig gewesen, Rückschläge habe es viele gegeben. Trotzdem machte sie weiter und schaffte schließlich ihr Abitur. „Wenn deine Träume dir keine Angst machen, dann sind sie nicht groß genug“, sagt die 22-Jährige. Ein Satz, der zu ihrem Ehrgeiz passt – und zu einer Sportlerin, die immer wieder ihre Grenzen austestet, dabei aber weiß, wann Vorsicht wichtiger ist als der nächste Sprung.
Wenn Nelly heute in Utersum am Strand steht, der Wind stimmt und ihre Freunde bereits ihre Kites vorbereiten, braucht sie nicht viel zum Glück. Das Handy bleibt für Stunden im Schuppen. Auf dem Wasser zählen nur der Wind, die Wellen und die Menschen um sie herum.
Während Nelly von meterhohen Sprüngen und großen Träumen erzählt, wird deutlich, dass die schönsten Augenblicke für sie manchmal ganz einfach sind: ein windiger Tag auf Föhr, Freunde am Strand und die gemeinsame Zeit mit ihrem Vater auf der Nordsee.
Geschrieben von: admin
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todayOktober 21, 2026 167 52
todayOktober 21, 2026 3911 70
Wenn die Insel schläft, sind wir für euch da. Musik, die euch durch die Nacht begleitet.
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Ulla Dutz am Oktober 21, 2026
Was ein schönes Interview Stefan 🙂 Wir sind so begeistert von deinen Berichten auch in der Zeitung die wir jetzt täglich auf Föhr kaufen. Mach bitte weiter so