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Im Gespräch über die Zukunft der Inselklinik Föhr-Amrum: SPD-Bundestagsabgeordneter Truels Reichardt (links) kritisiert die Krankenhausplanung der Landesregierung und will mögliche Ausnahmeregelungen für die medizinische Versorgung auf den Inseln prüfen lassen. An seiner Seite: Peter Schaper, Vorsitzender der SPD Föhr. Foto: Stefan Gaul
Die Zukunft der Inselklinik Föhr-Amrum sorgt weiter für große Verunsicherung. Ab 2028 soll das Krankenhaus in eine sektorenübergreifende Versorgungseinrichtung umgewandelt werden. Damit steht auch die bisherige Notaufnahme infrage. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Truels Reichardt sieht dringenden Handlungsbedarf. Im Interview mit unserer Redaktion erklärt er, was er für die beiden Inseln erreichen will, warum er die Landesregierung kritisiert und welches Versprechen er den Menschen vor Ort geben kann.
Eigentlich führte ihn ein Gespräch über die ambulante Pflege nach Föhr. Auf Einladung des örtlichen Pflegedienstbetreibers Marco Hägermann tauschte sich Truels Reichardt mit Vertretern der Branche über die geplanten Veränderungen in der Pflege aus. Doch auch die Zukunft der Inselklinik stand bei seinem Besuch im Mittelpunkt.
Die Sorgen der Bevölkerung kann der Bundestagsabgeordnete nachvollziehen. „Notfälle passieren nicht nur zu üblichen Arbeitszeiten von acht bis 16 Uhr“, sagt Reichardt. Die rund 8.500 Einwohner Föhrs und die zahlreichen Urlaubsgäste seien auch nachts und an Wochenenden auf eine verlässliche medizinische Versorgung angewiesen. Dass sich die Inselgesellschaft und ihre politischen Vertreter für den Erhalt der Notfallversorgung einsetzen, begrüßt er ausdrücklich. Die derzeitigen Bemühungen bezeichnet Reichardt als „Lobbyarbeit im besten Sinne“.
Die Krankenhausreform sehe bereits Ausnahmen für Regionen mit besonderen Versorgungslücken vor. Ob diese Regelungen allerdings ausreichen, um die speziellen Bedingungen auf Inseln und Halligen zu berücksichtigen, will Reichardt nun prüfen lassen.
„Da halte ich es durchaus für möglich, dass das im bisherigen Gesetzgebungsprozess nicht genug auf dem Schirm war“, erklärt er. Schließlich unterscheide sich die Situation auf einer Nordseeinsel erheblich vom übrigen ländlichen Raum. Bei einem Orkan sei es beispielsweise nicht ohne Weiteres möglich, ein Krankenhaus auf dem Festland zu erreichen. Sollten die bestehenden Regelungen nicht ausreichen, will Reichardt klären, ob der gesetzliche Rahmen nachgebessert werden muss. Eine konkrete Gesetzesänderung stellt er allerdings nicht in Aussicht.
Die Verantwortung für die konkrete Krankenhausplanung sieht Reichardt vor allem beim Land Schleswig-Holstein. Besonders kritisch bewertet er den bisherigen Umgang mit der geplanten Umwandlung der Inselklinik.
Er finde es „wirklich problematisch“, dass die Landesregierung bei der Regionalkonferenz West ihre Pläne vorgestellt habe, ohne eine überzeugende und umsetzbare Lösung für die medizinische Versorgung auf Föhr und Amrum präsentieren zu können. Mit Gesundheitsministerin Kerstin von der Decken hat Reichardt nach eigenen Angaben bislang nicht persönlich gesprochen, wohl aber mit dem zuständigen Staatssekretär. Dabei habe er seinen Unmut über die fehlende konkrete Perspektive deutlich gemacht.
Gleichzeitig sieht der SPD-Politiker Chancen für eine Lösung. Die Geschlossenheit der Inselvertreter und die bevorstehende Landtagswahl könnten den politischen Druck erhöhen. Eine verbindliche Zusage für den Erhalt der bisherigen Notaufnahme kann er daraus jedoch nicht ableiten.
Auch die Situation der ambulanten Pflegedienste bereitet Reichardt Sorgen. Beim geplanten Pflegeneuordnungsgesetz sieht er die Gefahr, dass bestimmte Leistungen künftig nicht mehr von Pflegediensten, sondern ausschließlich von anerkannten Alltagshelfern übernommen werden dürfen. Gerade im ländlichen Raum könnten dadurch bestehende Versorgungsstrukturen geschwächt werden. Hinzu kämen lange Fahrtwege und der bereits spürbare Fachkräftemangel.
Auf die Frage nach Verbesserungen für die Pflegedienste antwortet Reichardt ungewöhnlich deutlich: „Es geht gerade darum zu gucken, dass wir Abwehrkämpfe führen, also dass wir die Situation nicht verschlechtern.“ Als einen möglichen Beitrag zur finanziellen Entlastung der Pflegeversicherung nennt er einen Risikoausgleich zwischen privater und sozialer Pflegeversicherung. Damit ließe sich nach seiner Einschätzung ein erheblicher Teil des erwarteten Defizits ausgleichen.
Neben der Gesundheitsversorgung beschäftigt sich Reichardt mit weiteren Herausforderungen seines Wahlkreises. Dazu gehören die Finanzierung von Fähranlegern, der zweigleisige Ausbau der Marschbahn und besondere Regelungen für Familien auf Inseln ohne Geburtsstation.
Als bisherigen Erfolg seiner Wahlkreisarbeit nennt er unter anderem die erstmals im Bundeshaushalt 2026 vorgesehene institutionelle Förderung der friesischen Volksgruppe. Auch bei der Sportstättenförderung seien Mittel in die Region geflossen.
Zum Abschluss des Interviews will unser Reporter von Reichardt wissen, woran ihn die Menschen auf Föhr und Amrum in den kommenden Monaten messen dürfen.
Seine Antwort: Er werde klären, ob die bestehende Rechtslage ausreichende Ausnahmen für die Notfallversorgung auf Inseln ermöglicht. Zudem wolle er sich gegenüber der schleswig-holsteinischen Landesregierung mit seiner Stimme als Bundestagsabgeordneter und mit Hartnäckigkeit für eine Lösung einsetzen. Den Erhalt der bisherigen Notfallversorgung kann Reichardt jedoch nicht garantieren. Er macht deutlich, dass die konkrete Entscheidung beim Land liegt und er keine Versprechen abgeben möchte, deren Einhaltung nicht in seiner Macht steht.
Für Föhr und Amrum bleibt damit die entscheidende Frage offen: Wie wird eine verlässliche medizinische Notfallversorgung auch nach 2028 sichergestellt?
Zum Abschluss des Interviews will unser Reporter von Reichardt wissen, woran ihn die Menschen auf Föhr und Amrum in den kommenden Monaten messen dürfen.
Seine Antwort: Er werde klären, ob die bestehende Rechtslage ausreichende Ausnahmen für die Notfallversorgung auf Inseln ermöglicht. Zudem wolle er sich gegenüber der schleswig-holsteinischen Landesregierung mit seiner Stimme als Bundestagsabgeordneter und mit Hartnäckigkeit für eine Lösung einsetzen. Den Erhalt der bisherigen Notfallversorgung kann Reichardt jedoch nicht garantieren. Er macht deutlich, dass die konkrete Entscheidung beim Land liegt und er keine Versprechen abgeben möchte, deren Einhaltung nicht in seiner Macht steht.
Für Föhr und Amrum bleibt damit die entscheidende Frage offen: Wie wird eine verlässliche medizinische Notfallversorgung auch nach 2028 sichergestellt?

Reporter & Redaktion | Inselradio Föhr
Stefan Gaul ist mit Mikrofon, Kamera und Notizblock auf Föhr unterwegs. Als Gründer und Betreiber vom Inselradio Föhr berichtet er als Radiomoderator und Reporter über das Leben auf der Insel. Besonders am Herzen liegen ihm die Menschen und ihre Geschichten – von den kleinen Momenten des Alltags bis zu den großen Themen, die Föhr bewegen. Ein besonderes Interesse gilt auch der Blaulichtberichterstattung und der Arbeit von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten. Seit 2026 schreibt er als freier Mitarbeiter für den Insel-Boten. Er ist überzeugt, dass sich durch die journalistische Zusammenarbeit noch aktueller und vielfältiger über das Geschehen auf den Inseln berichten lässt.
Geschrieben von: admin
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todayOktober 28, 2026 179 38
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