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Veranstaltungsjahr auf Föhr 2027: Sunset Bash fällt weg, Föhr Tanzt wird umgebaut und neues Stadtfest geplant

todaySeptember 4, 2026 842 12 5

Hintergrund
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Sunset Bash fällt weg, „Föhr Tanzt“ wird umgebaut – Das plant die FTG für 2027

Die Föhr Tourismus GmbH richtet ihr Veranstaltungsprogramm für 2027 neu aus. Der Sunset Bash fällt weg, Föhr Tanzt bekommt ein neues Konzept, Sundowner und White Dinner werden ausgebaut und für die Wyker Innenstadt ist ein neues Stadtfest geplant.

Mehr kleine Veranstaltungen, ein neues Stadtfest mitten in Wyk, zusätzliche Sundowner, White Dinner an mehreren Orten und eine neue Escape Rally für Föhr-Land – gleichzeitig aber auch das Aus für den Sunset Bash und eine grundlegende Veränderung bei „Föhr Tanzt“: Die Föhr Tourismus GmbH will ihr Veranstaltungsprogramm 2027 an mehreren Stellen neu ausrichten. Im Zweckverband Tourismusverband Föhr hat Geschäftsführer Jochen Gemeinhardt jetzt ausführlich vorgestellt, was fortgesetzt, verändert oder neu entwickelt werden soll. Dahinter steckt nicht nur die Kritik der vergangenen Monate. Die FTG reagiert auch auf ein verändertes Reiseverhalten und einen enger werdenden finanziellen Spielraum. Gemeinhardts Botschaft: Statt viel Geld in wenige große Veranstaltungen zu stecken, sollen Gäste künftig häufiger kleinere Angebote über die Saison verteilt erleben können.

Mehr kleine Veranstaltungen statt weniger großer Höhepunkte

Die grundsätzliche Richtung für 2027 formulierte Gemeinhardt gleich zu Beginn deutlich. Die FTG wolle mehrere kleinere Veranstaltungen anbieten. Die Erfahrungen aus der laufenden Saison hätten gezeigt, dass genau diese Angebote bei den Gästen gut ankämen. Dabei müsse es nicht immer die große Veranstaltung sein. Gemeinhardt nannte die Sundowner auf der Mittelbrücke, das White Dinner und selbst kleine Familienangebote wie Stockbrot am Pavillon als Beispiele. Gerade dafür habe die FTG in diesem Jahr nach seiner Darstellung sehr gutes Feedback erhalten.

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Große Veranstaltungen hätten weiterhin ihre Berechtigung. Doch das Reiseverhalten verändere sich. Gäste blieben kürzer, dadurch gebe es häufiger einen Wechsel. Für die Veranstaltungsplanung bedeutet das aus Sicht der FTG: Wer nur wenige große Höhepunkte über eine lange Saison verteilt, erreicht immer nur einen Teil der Urlauber. Gemeinhardt brachte die wirtschaftliche Seite dieser Überlegung sinngemäß sehr deutlich auf den Punkt: Man könne nicht das gesamte Geld für ein oder zwei Veranstaltungen ausgeben und anschließend fünf Monate lang kaum noch etwas anbieten. Gerade vor dem Hintergrund der angespannten finanziellen Situation der FTG, die im ersten Teil unseres Sitzungsberichtes ausführlich Thema war, bekommt diese Aussage zusätzliches Gewicht. Die neue Ausrichtung ist damit nicht nur eine programmatische Entscheidung, sondern auch eine Frage der verfügbaren Mittel.

Sundowner bleiben – trotz Beschwerden über die Lautstärke

Zu den Formaten, die 2027 ausdrücklich weitergeführt werden sollen, gehören die Sundowner auf der Mittelbrücke. Sie wurden in diesem Jahr erstmals angeboten und nach Angaben der FTG so gut angenommen, dass aus den ursprünglich vorgesehenen wenigen Terminen weitere entstanden. 2027 soll das Format nicht nur fortgesetzt, sondern weiter ausgebaut und musikalisch breiter aufgestellt werden. Neben DJs und Live-Bands kann sich Gemeinhardt beispielsweise auch ein klassisches Konzert vorstellen. Die Mittelbrücke soll damit regelmäßig Schauplatz kleinerer musikalischer Abende bleiben. Ganz ohne Kritik verlief die Premiere allerdings nicht. Gemeinhardt berichtete im Zweckverband ausdrücklich von Beschwerden über die Lautstärke. Als ungewöhnliches Beispiel schilderte er einen Menschen auf Langeneß, der eine Veranstaltung mit dem Fernglas verfolgt und sich anschließend beschwert habe, dass er zwar alles hören, aber keine Menschen sehen könne. Die Bitte sei sinngemäß gewesen, das Format wieder einzustampfen. Die FTG will daran dennoch festhalten. Gemeinhardt verwies darauf, dass bei den Veranstaltungen 22 Uhr als Ende strikt eingehalten werde. Wer eine Ferienwohnung unmittelbar am Sandwall habe, müsse seiner Ansicht nach zudem grundsätzlich damit rechnen, dass dort auch Veranstaltungen stattfinden.

Eine weitere Konsequenz soll bessere Kommunikation sein: Die Termine für 2027 sollen deutlich früher festgelegt und anschließend unter anderem Vermietungsagenturen und Geschäften zur Verfügung gestellt werden. So sollen Einheimische, Vermieter und Gäste frühzeitig wissen, wann mit Veranstaltungen zu rechnen ist.

White Dinner künftig an mehreren Orten

Auch das White Dinner bleibt Bestandteil des Programms und soll weiterentwickelt werden. Nach den vorgestellten Planungen sind White Dinner 2027 in Nieblum, Utersum und an der Mittelbrücke in Wyk vorgesehen. Gemeinhardt sieht darin genau jene Art von „kleinen, feinen Veranstaltungen“, die nach seiner Einschätzung bei Gästen gut funktioniert. Die FTG sorgt dabei unter anderem für Live-Musik, während die Besucher gemeinsam an langen beziehungsweise selbst gestalteten Tafeln zusammensitzen können. Beim White Dinner zum zweiten Geburtstag der Mittelbrücke in diesem Sommer fiel seine Bilanz allerdings differenziert aus. Der Veranstaltungstag insgesamt sei sehr gut besucht gewesen und die Stimmung gut. Das White Dinner selbst habe aus seiner Sicht dort nur „mittelmäßig“ funktioniert. Gemeinhardt vermutete, dass sich manche Teilnehmer an der exponierten Lage unmittelbar neben der Mittelbrücke beobachtet gefühlt hätten. Grundsätzlich hält die FTG aber an dem Format fest – und weitet es sogar auf mehrere Inselorte aus.

Aus für das Sunset Bash – neues Format für Utersum gesucht

An anderer Stelle wird es dagegen einen klaren Schnitt geben: Das Sunset Bash soll 2027 nicht mehr angeboten werden. Gemeinhardt erklärte, dass bereits über eine Alternative nachgedacht werde. Zwei oder drei Ideen seien im Gespräch, eine konkrete Nachfolgeveranstaltung könne er derzeit allerdings noch nicht präsentieren. Aus den vorgestellten Planungen geht hervor, dass stattdessen eine neue Veranstaltung in Utersum angedacht ist. Was genau dort entstehen soll, ist noch offen. Damit ist wichtig zu unterscheiden: Das Ende des bisherigen Sunset Bash steht nach den Aussagen der FTG fest – das Nachfolgeformat dagegen noch nicht.

„Föhr Tanzt“ bekommt nach schwachem Jahr einen neuen Charakter

Noch deutlicher fällt die Veränderung bei „Föhr Tanzt“ aus. Vier Jahre lang habe die Veranstaltung gut funktioniert, berichtete Gemeinhardt. In diesem Jahr sei das anders gewesen. „Dieses Jahr lief es nicht gut“, sagte der FTG-Geschäftsführer. Es seien deutlich weniger Tickets verkauft worden als in den Jahren zuvor. Das sei nicht nur für den Veranstalter problematisch. Auch Standbetreiber müssten aufbauen und hätten bei einer ticketpflichtigen Veranstaltung lediglich an den beiden Veranstaltungsabenden die Möglichkeit, Geld zu verdienen. Anders als beispielsweise beim Hafenfestival gebe es keinen kontinuierlichen Besucherstrom. Die Konsequenz: „Föhr Tanzt“ soll in seiner bisherigen DJ-Ausrichtung nicht fortgeführt werden. Stattdessen soll das musikalische Spektrum verbreitert werden. Nach den im Zweckverband vorgestellten Planungen ist für den Freitag eine 90er- und 2000er-Party mit Live-Band und DJ vorgesehen. Am Samstag soll ein Live-Act im Mittelpunkt stehen. Damit will die FTG offenbar ein größeres Publikum erreichen als mit dem bisherigen Konzept. Gemeinhardt sprach ausdrücklich von einer neuen Grundausrichtung „für die breitere Masse“. Gespräche dazu laufen bereits.

Neues Stadtfest soll bewusst weg vom Hafen

Eine weitere neue Veranstaltung soll 2027 mitten in der Wyker Innenstadt entstehen. Den Anstoß für das Thema gab während der Sitzung Klaus Pott. Er erinnerte daran, dass bereits zuvor über die Ausrichtung eines Stadtfestes gesprochen worden war. Gemeinhardt reagierte mit einem selbstironischen „vergessen – erwischt“ und bestätigte anschließend die Planungen. Die Idee für das neue Stadtfest sei aus dem ersten Gespräch der FTG mit der Wyker Kaufmannschaft nach den Diskussionen der vergangenen Monate hervorgegangen. Dabei ist die Lage ausdrücklich Teil des Konzepts: Die Veranstaltung soll weg vom Hafen und hinein in die Innenstadt. Die Einzelhändler sollen sich mit eigenen Programmpunkten beteiligen können. Die FTG würde unter anderem die musikalische Begleitung organisieren. Das Stadtfest ist damit zugleich ein konkreter Versuch, aus der zuletzt häufig geforderten stärkeren Zusammenarbeit zwischen Tourismusgesellschaft und Einzelhandel ein gemeinsames Projekt zu entwickeln. Die Details stehen allerdings noch nicht fest. Nach Gemeinhardts Angaben findet in Kürze das nächste Treffen mit der Kaufmannschaft statt. Dort soll das Stadtfest erneut auf den Tisch kommen.

Ostern: Ostereiersuche, Wald, Musik – und möglicherweise eine große Show

Auch für Ostern 2027 hat die FTG bereits ein umfangreicheres Paket in Planung. Vorgesehen ist eine Ostereiersuche am Wyker Strand. Hinzu kommt am Gründonnerstag erneut ein Angebot im Wrixumer Forst rund um den Grüffelo, das gegenüber den vergangenen Jahren etwas verändert werden soll. Außerdem will die FTG wieder stärker den Musikpavillon bespielen. Gemeinhardt wurde an dieser Stelle ungewöhnlich selbstkritisch. Im vergangenen Jahr beziehungsweise bei einem der bisherigen Osterprogramme hätten zeitweise nicht einmal die Bänke vor dem Pavillon gestanden. Das müsse man klar sagen, so Gemeinhardt. 2027 wolle die FTG deshalb nicht nur für Sitzgelegenheiten sorgen, sondern den Bereich auch tatsächlich „mit Leben füllen“. Zusätzlich sollen Strandkörbe herausgestellt werden – nach Uli Hess Worten notfalls selbst dann, wenn es schneien sollte. Auch ein Osterfeuer soll nach Möglichkeit umgesetzt werden.

Der größte mögliche Höhepunkt wäre allerdings eine Laser- oder Drohnenshow. Eine Lasershow hatte es bereits einige Jahre zuvor gegeben. Die FTG würde ein solches Angebot gerne wieder aufgreifen – allerdings steht dahinter eine erhebliche finanzielle Frage.

15.150 Euro für eine Lasershow – Sponsoren sollen helfen

Wie teuer ein einzelner größerer Veranstaltungshöhepunkt werden kann, zeigte Gemeinhardt anhand einer konkreten Kalkulation. Auf Basis der Kosten aus dem Jahr 2023 wurden für eine Lasershow insgesamt 15.150 Euro angesetzt. Darin enthalten waren 1.550 Euro für Gutachten und Gestattung, 11.000 Euro für die eigentliche Lasershow, 2.100 Euro für Technik und Musik sowie weitere 500 Euro für Band beziehungsweise Musik. Diese Summe möchte die FTG möglichst nicht allein aus dem eigenen Veranstaltungsbudget finanzieren. Stattdessen soll in Kürze mit der Sponsorensuche begonnen werden. Gemeinhardt sieht darin möglicherweise einen grundsätzlichen Weg für die kommenden Jahre: Wenn auf Föhr weiterhin kostenintensive Veranstaltungshighlights angeboten werden sollen, müsse verstärkt versucht werden, Sponsoringgelder einzuwerben. Einfach werde das nicht, räumte er ein. Einen Versuch sei es aber wert.

Auch beim Hafenfestival gibt es den Wunsch nach einem zusätzlichen besonderen Höhepunkt. Die FTG prüft deshalb derzeit bei verschiedenen Anbietern, welche Möglichkeiten es gibt und mit welchen Kosten zu rechnen wäre. Eine konkrete Zusage für ein solches Highlight gibt es bislang nicht.

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Lichterwoche bleibt ein Reiseanlass in der Nebensaison

Festhalten will die FTG auch an der Lichterwoche. Das Format habe sich in den vergangenen fünf Jahren sehr positiv entwickelt, sagte Gemeinhardt. Deshalb soll es auch 2027 wieder stattfinden. Für ihn erfüllt die Lichterwoche einen besonders wichtigen Zweck: Sie sei inzwischen zu einem kleinen Reiseanlass in der Nebensaison geworden. Genau solche Angebote brauche Föhr, um auch außerhalb der klassischen Hauptsaison zusätzliche Gründe für einen Inselbesuch zu schaffen. Die vergangenen Ausgaben seien sehr gut besucht gewesen. Gleichzeitig setzt die FTG auf die Beteiligung der Partner vor Ort, die beispielsweise Musik, Tanz oder gastronomische Angebote beisteuern können. Bereits für die Lichterwoche 2026 arbeitet die FTG mit mehreren Partnern auf der Insel zusammen. In der Wyker Innenstadt ist am 30. Oktober zudem ein Late-Night-Shopping im Zusammenhang mit Halloween vorgesehen. Die Idee entstand ebenfalls aus Gesprächen mit dem Einzelhandel. Eine Kinder-Halloweenparty soll Eltern beispielsweise Gelegenheit geben, währenddessen durch die Geschäfte zu gehen; zusätzlich soll die Innenstadt punktuell illuminiert werden.

Neue Escape Rally soll Gäste mit dem Fahrrad über Föhr-Land führen

Aus Wyk hinaus entwickelt werden soll zudem die Escape Rally. Das bisherige Angebot in der Stadt wurde nach Gemeinhardts Angaben bislang von knapp 700 Teilnehmern genutzt. Für knapp 30 Euro erwerben die Teilnehmer das Spiel und lösen anschließend Aufgaben auf ihrem Weg durch Wyk. Besonders bei Jugendlichen werde das Angebot gut angenommen. Von Anfang an habe die Überlegung bestanden, bei entsprechend positiver Resonanz eine zweite Variante für Föhr-Land zu entwickeln. Genau daran arbeitet die FTG jetzt. Voraussichtlich soll die neue Rally mit dem Fahrrad absolviert werden. Thema und genaue Ausgestaltung werden derzeit entwickelt. Die Rally soll damit nicht nur ein weiteres Angebot für Familien und Jugendliche schaffen, sondern Gäste gezielt dazu bringen, weitere Teile der Insel zu entdecken.

Stempeltour durch sämtliche Gemeinden

Ein ähnliches Ziel verfolgt die neue „Stempeltour – Onerwai üüb Feer“. Das Prinzip knüpft an eine frühere Stempeltour der Föhr-Green-Partner an, die nach Angaben der FTG sehr gut angenommen worden sei. Künftig soll es in jeder Gemeinde sowie zusätzlich in Hedehusum und Goting eine Stempelbox geben. Teilnehmer sollen die verschiedenen Orte besuchen, dabei Wissenswertes erfahren und Fragen zu den jeweiligen Gemeinden beantworten. Die Standorte sollen in der Fahrradkarte vermerkt werden. Gemeinhardt berichtete, dass mögliche Plätze bereits ausgewählt und fotografiert worden seien. Diese sollen den Bürgermeistern noch einmal zur Zustimmung vorgelegt werden. Wer am Ende alle Stempel gesammelt hat, soll eine kleine Belohnung erhalten. Gerade für Familien, die Föhr mit dem Fahrrad erkunden, sieht die FTG darin ein zusätzliches niedrigschwelliges Freizeitangebot.

Kurgartensaal soll stärker an den Saisonrändern punkten

Neben den Veranstaltungen unter freiem Himmel bleibt der Kurgartensaal ein wichtiger Baustein. Gemeinhardt hält dessen Bedeutung teilweise für unterschätzt. Zahlreiche Veranstaltungen seien vollständig ausverkauft. Allerdings habe die FTG auch dort aus den vergangenen Jahren gelernt. Vor etwa drei Jahren habe man stärker auf hochwertige Künstler aus den Bereichen Klavier und Gesang gesetzt. Das Angebot sei nach Gemeinhardts Worten „schlichtweg nicht angenommen“ worden. Das Publikum suche stärker nach Unterhaltung und teilweise auch nach Künstlern, deren Namen bereits bekannt seien. Diese Ausrichtung soll 2027 fortgeführt werden.

In der vorgestellten Planung finden sich unter anderem am 19. Februar „Mary Celeste – Das Geheimnis des Geisterschiffs“, ein Podcast von Honig & Gold und NDR, vom 29. Mai bis 5. Juni ein Bridgefestival sowie am 24. August Ralf Bauer. Darüber hinaus sollen möglichst monatlich Highlights aus Kabarett, Lesungen und Konzerten angeboten werden. Auch mit Wigald Boning laufen Gespräche. Zugleich will die FTG die Randzeiten der Saison stärker nutzen. Wenn bereits Gäste auf der Insel seien, solle ihnen auch außerhalb der absoluten Hochsaison ein attraktives Kultur- und Unterhaltungsprogramm geboten werden.

Für größere Namen soll es in die Nationalparkhalle gehen

Der Kurgartensaal hat allerdings eine klare Grenze: 199 Plätze. Bei Künstlern, von denen die FTG erwartet, dass deutlich mehr Tickets verkauft werden können, soll deshalb künftig stärker die Nationalparkhalle genutzt werden. Gemeinhardt erläuterte, dass dort zwar zusätzliche technische Mietkosten anfielen. Es sei aber wenig sinnvoll, bei einem entsprechend attraktiven Künstler nach 199 verkauften Karten Schluss machen zu müssen. Schließlich würden die Veranstaltungen für die Gäste organisiert. Ein ausverkaufter Kurgartensaal sei erfreulich – noch besser sei es aber, wenn bei einem entsprechenden Angebot 300 oder 400 Menschen in die Nationalparkhalle kämen. Perspektivisch stellt sich Gemeinhardt ungefähr ein bis drei solcher größeren Termine vor – abhängig davon, welche Künstler gewonnen werden können. Ein prominenter Name befindet sich bereits in der Planung: Gitte Haenning ist für den 30. Dezember 2026 vorgesehen. Für 2027 steht außerdem Wolfgang Niedecken von BAP in der Planung. Bei Niedecken steht der genaue Termin nach den Angaben in der Sitzung noch nicht fest.

Mehr Zusammenarbeit mit der DEHOGA

Neue Ideen könnten außerdem aus der inzwischen intensivierten Zusammenarbeit mit der DEHOGA entstehen. Gemeinhardt berichtete von ersten Gesprächen und sprach von zwei oder drei Ideen, die er für vielversprechend halte. Konkreter wollte er bewusst noch nicht werden. Er wolle der DEHOGA nicht vorgreifen und erst darüber sprechen, wenn tatsächlich feststehe, was umgesetzt werden könne. Für ihn ist bereits der Austausch selbst ein Fortschritt. Eine solche Zusammenarbeit habe es zuvor in dieser Form nicht gegeben. Für 2027 ist ausdrücklich eine weitere Kooperation vorgesehen.

Veranstaltungen besser abstimmen – aber nicht jede Überschneidung verhindern

Die umfangreiche Planung führte im Zweckverband zugleich zu einer Diskussion darüber, wie sich die vielen Veranstaltungen der FTG, der Gemeinden, Vereine und privaten Initiativen besser aufeinander abstimmen lassen. Utersums Bürgermeister Hark Steinert verwies auf die zahlreichen Veranstaltungen in den einzelnen Dörfern und von Vereinen. Gerade diese Angebote seien für Gäste attraktiv und gewissermaßen „regionale Rosinen“. Problematisch werde es aber, wenn vergleichbare Veranstaltungen zur gleichen Zeit stattfänden und dieselben Zielgruppen ansprächen. Sein Wunsch: Die Termine sollten frühzeitiger miteinander abgestimmt werden. Es gehe ihm dabei ausdrücklich nicht darum, jegliche Parallelveranstaltung zu verhindern. Unterschiedliche Dorffeste und andere Angebote könnten durchaus gleichzeitig stattfinden. Vermeidbar seien aber möglicherweise Situationen, in denen zwei thematisch nahezu identische Veranstaltungen um dasselbe Publikum konkurrierten. FTG-Aufsichtsratsvorsitzender Volker Stoffel (KG) wies darauf hin, dass sich Überschneidungen nie vollständig vermeiden ließen. Es habe Wochenenden mit vier oder fünf Veranstaltungen gegeben. Gerade die Dorffeste seien für Föhr wichtig und hätten ihre Berechtigung. Dort gebe es bereits Abstimmungen über unterschiedliche Termine.

Eine zentrale Anlaufstelle für neue Veranstalter

Thomas Strelow (CDU) setzte an einem anderen Punkt an: Nicht jeder Verein oder Veranstalter verfüge über direkte Kontakte zur FTG. Deshalb müsse noch sichtbarer werden, wo neue Veranstaltungen gemeldet werden können. Seine Idee: beispielsweise eine deutlich kommunizierte E-Mail-Adresse oder eine entsprechende Information auf den digitalen Kanälen der FTG. So könnte die Tourismusgesellschaft frühzeitig wissen, was geplant ist, und Veranstalter gegebenenfalls auf bereits bestehende Termine hinweisen. Gemeinhardt griff den Vorschlag unmittelbar auf. Auf der Veranstaltungsseite könne man beispielsweise mit einer unkomplizierten Ansprache erklären, an wen sich ein neuer Veranstalter wenden könne – inklusive Ansprechpartner und E-Mail-Adresse. Auch über Social Media ließe sich das stärker kommunizieren. „Das können wir schnell umsetzen“, sagte Gemeinhardt. Damit wurde aus der grundsätzlichen Forderung nach besserer Kommunikation an diesem Abend zumindest eine kleine, konkrete Maßnahme.

Silvester mit Festmeile – Eisschwimmen 2027 fällt aus

Auch rund um den Jahreswechsel soll es ein umfangreiches Programm geben. Gemeinhardt nannte unter anderem die Festmeile, das traditionelle Neujahrsschwimmen sowie Veranstaltungen in Nationalparkhalle und Kurgartensaal. Nicht umgesetzt werden kann dagegen ein zusätzlich geplantes Eisschwimmen im Jahr 2027. Die FTG bekomme dieses Vorhaben organisatorisch nicht gestemmt, erklärte Gemeinhardt. Wichtig ist dabei die Unterscheidung: Das bekannte Neujahrsschwimmen bleibt Bestandteil der Planungen. Bei dem nicht umsetzbaren Eisschwimmen handelt es sich um ein zusätzliches geplantes Format.

Der Veranstaltungskalender wird nicht kleiner – aber anders

Am Ende zeichnet sich für 2027 deshalb keineswegs ein Rückzug der FTG aus dem Veranstaltungsgeschäft ab. Vielmehr verändert sich die Gewichtung. Das Sunset Bash verschwindet, „Föhr Tanzt“ wird neu ausgerichtet. Gleichzeitig werden die Sundowner ausgebaut, White Dinner an mehreren Orten geplant, ein neues Stadtfest mit der Wyker Kaufmannschaft vorbereitet und mit Escape Rally und Stempeltour zusätzliche Angebote geschaffen, die Gäste über die Insel führen sollen. Hinzu kommen Lichterwoche, Osterprogramm, Kulturveranstaltungen und einzelne größere Namen in der Nationalparkhalle. Hinter all diesen Planungen steht jedoch eine Grenze, die in der Sitzung mehrfach deutlich wurde: Geld und personelle Möglichkeiten sind nicht unbegrenzt vorhanden.

Genau deshalb soll bei größeren Highlights künftig verstärkt Sponsoring helfen. Gleichzeitig setzt die FTG auf Veranstaltungen, die mit überschaubarem Aufwand häufiger stattfinden können und damit möglichst viele der immer kürzer auf der Insel bleibenden Gäste erreichen. Gemeinhardts Rechnung ist letztlich einfach: Nicht ein oder zwei große Veranstaltungen sollen einen Großteil des Budgets verschlingen. Stattdessen soll über möglichst viele Wochen auf Föhr etwas zu erleben sein.

Ob dieser neue Mix funktioniert, wird sich 2027 zeigen. Klar ist nach der Sitzung des Zweckverbandes aber bereits jetzt: Föhrs Veranstaltungskalender wird sich sichtbar verändern.

Fotos: Stefan Gaul

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Geschrieben von: admin

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