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Lars Das in der heutigen Zeit gemeinsam auf einer Insel wie Föhr geht ist lobenswert und ihr habt unseren Respekt!! Liebes Team vom Radiosender und von der Zeitung ganz großartig . Und diese Kombi aus gemeinsamen Artikel und dann die Interviews zum Hören macht das Paket noch stärker und seitdem kaufen wi Iris Christiansen Ocke Hansen - Südstrand von Wyk Das Interview über Macani ist so schön geworden :-) MaxI Haben gesehen ihr macht mit dem Inselboten jetzt anscheinend etwas zusammen. Endlich , wurde auch Zeit und längst überfällig. Gefällt uns sehr gut also glückwunsch zu diesem Entschluss (Anm. Admin - wir freuen uns, das es euch gefällt)

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Wollflur auf Föhr schließt nach 38 Jahren: Gaby Brandt über ihr Lebenswerk und den Abschied

todayOktober 28, 2026 1040 80 5

Hintergrund
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38 Jahre Wollflur auf Föhr: Gaby Brandt muss ihr Lebenswerk aufgeben – und erzählt ihre bewegende Geschichte

Ein Schaf als Gastgeschenk, ein Geschäft im eigenen Hausflur und unzählige Begegnungen, aus denen Freundschaften wurden: 38 Jahre lang hat Gaby Brandt mit ihrem „Wollflur“ ein Stück Föhrer Handwerksgeschichte geprägt. Eigentlich sollte das Geschäft unter seinem vertrauten Namen weiterleben. Doch die geplante Übergabe scheiterte nach ihrer Darstellung kurz vor dem Ziel. Im Interview mit unserer Redaktion erzählt sie von ungewöhnlichen Anfängen, spontaner Hilfsbereitschaft und einem Abschied, der ihr schwerfällt.

Die Geschichte beginnt auf Amrum, lange bevor es einen Laden gab. Gabys Mann Klaus war damals Lehrer und Boxer. Bei einer Boxveranstaltung erhielt er von einem Gastverein ein ungewöhnliches Geschenk: ein lebendiges Schaf namens Olympia. Damit es nicht allein blieb, kam Helena dazu. Bald gab es Nachwuchs – und aus zwei Tieren wurde eine kleine Herde, die später auf bis zu 33 Schafe anwuchs.

1989 eröffnete Gaby Brandt in Toftum ihren ersten „Wollflur“. Der Name war wörtlich gemeint: In dem sechs Meter langen und zwei Meter breiten Flur ihres Wohnhauses stellte sie Regale auf und bot Wolle und Felle an. Die Schneidermeisterin brachte ihre Begeisterung für Textilien mit, die sie schon von Mutter und Großmutter kannte. Auf Amrum hatte sie außerdem in einer Handweberei das Spinnen gelernt. Dieses Können gab sie an Klaus weiter: Er verarbeitete die Wolle der eigenen Schafe zu Garn, während sie daraus Kleidungsstücke strickte.

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Ein Dokument, das für ihre handwerklichen Wurzeln steht: Stolz zeigt Gaby Brandt ihren Meisterbrief als Damenschneidermeisterin. Die Leidenschaft für Stoffe, Wolle und traditionelle Handarbeit begleitet sie seit ihrer Jugend – und wurde später zur Grundlage ihres eigenen Geschäfts auf Föhr. Foto: Stefan Gaul

Vom Hausflur zum festen Bestandteil des Insellebens

Aus dem kleinen Anfang wurde über die Jahrzehnte ein Geschäft mit wechselnden Standorten. Nach Jahren auf Märkten eröffnete Gaby 2006 ein Ladenlokal in der Boldixumer Straße in Wyk. Anfang 2015 zog der Wollflur in die Wilhelmstraße. Neben Wolle, Strickwaren und Fellen gehörte auch die Arbeit an der traditionellen Föhrer Tracht zu ihrem Handwerk. Dabei achtete sie besonders auf die überlieferten Materialien. „Das gehört zur Kultur der Insel und das ist mir sehr wichtig, dass sie auch erhalten bleibt“, erzählt sie.

Was ihr besonders in Erinnerung bleibt, sind die Menschen. Viele Stammkunden kamen bei jedem Inselbesuch wieder, manche wurden zu Freunden. Besonders freute sich Gaby, wenn Kundinnen später mit Pullovern zurückkamen, die sie aus ihrer Wolle selbst gestrickt hatten. „Der erste Gang ist immer zum Wollflur, wenn wir auf der Insel sind“, hätten ihr Gäste oft erzählt. Solche Begegnungen, sagt sie, werde sie am meisten vermissen.

Die friesische Tradition lag ihr immer besonders am Herzen: Gaby Brandt zeigt eine Fotografie, auf der sie selbst in der Föhrer Tracht zu sehen ist. Auch die Bewahrung der traditionellen Handarbeit und der originalen Materialien war ihr während ihrer 38 Jahre im Wollflur ein wichtiges Anliegen. Foto: Stefan Gaul

Geplante Nachfolge scheitert in letzter Minute

Nach 38 Jahren wollte Gaby Brandt kürzertreten. Ein Nachfolger war gefunden, und ihr größter Wunsch schien erfüllt: Der Wollflur sollte unter seinem bisherigen Namen weitergeführt werden. Doch kurz vor der für den 1. Oktober vorgesehenen Übergabe platzte die Vereinbarung. Nach Gabys Darstellung sollten wesentliche Absprachen zur Übernahme des Warenbestands und der Einrichtung nicht mehr gelten. Eine Stellungnahme des vorgesehenen Nachfolgers liegt Inselradio Föhr dazu nicht vor.

Für Gaby war das ein schwerer Schlag. Das bisherige Ladenlokal hatte sie bereits aufgegeben, nun musste sie kurzfristig eine Lösung für die gesamte Einrichtung und die verbliebenen Waren finden. Sie beschreibt den Moment als einen, in dem ihr der Boden unter den Füßen weggezogen worden sei. Wie sehr sie die Ereignisse belasteten, schildert sie im Gespräch sehr offen.

Das Schaf gehört seit den Anfängen untrennbar zur Geschichte des Wollflurs. Gaby Brandt zwischen Wolle, Strickwaren und Schafmotiven in ihrem Geschäft in Wyk. Nach 38 Jahren fällt ihr der Abschied von ihrem Lebenswerk nicht leicht. Foto: Stefan Gaul

Große Hilfsbereitschaft: Umzug innerhalb weniger Stunden

Eine Lösung für die Übergangszeit fand sich gleich nebenan: In der Wilhelmstraße 8 konnte Gaby kurzfristig ein anderes Ladenlokal nutzen. Freunde und Nachbarn packten mit an, trugen Waren und Einrichtung hinüber und richteten alles wieder ein. Nach ihrer Erinnerung dauerte der gesamte Umzug nur einen Tag und drei Stunden.

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„Wir hatten eine Solidarität hier, das war wirklich grenzenlos“, sagt Gaby. Besonders dankbar ist sie ihren Freundinnen, die im neuen Laden alles wieder auspackten. Dass sie ihren Wollflur noch für einige Wochen öffnen konnte, verdankt sie auch dieser spontanen Unterstützung. Ende Oktober soll nun endgültig Schluss sein.

Noch einmal mitten in ihrem Element: Gaby Brandt zwischen den Regalen ihres Wollflurs in der Wyker Wilhelmstraße. Über Jahrzehnte hat sie hier nicht nur Wolle und Handarbeiten verkauft, sondern auch unzählige persönliche Begegnungen erlebt. Aus vielen Stammkunden wurden im Laufe der Jahre Freunde. Foto: Stefan Gaul

„Ich würde es genauso wieder machen“

Ihre eigenen Schafe haben Gaby und Klaus inzwischen nicht mehr. Nach der Schließung möchte sie vor allem eines: zur Ruhe kommen. Einen Abschied hatte sie sich anders vorgestellt. „Das wäre schön gewesen, wenn der Wollflur so wie in meinem Sinne weitergeführt worden wäre“, sagt sie. Dass daraus nichts wurde, schmerzt.

Trotzdem bereut sie die vergangenen Jahrzehnte nicht. Auf die Frage, was sie ihrem jüngeren Ich mit auf den Weg geben würde, antwortet sie ohne Zögern: „Ich würde es genauso wieder machen. Auf jeden Fall.“

Und wenn sie die Ladentür zum letzten Mal hinter sich schließt? Da muss Gaby Brandt kurz überlegen. Dann sagt sie einen Satz, der zeigt, wie viel ihr der Wollflur bedeutet: „Ich denke schon, dass die Tränen fließen.“

Auch Klaus Brandt hat die Geschichte des Wollflurs über Jahrzehnte begleitet. Während sich das Geschäft auf seine endgültige Schließung vorbereitet, nimmt er die letzten Kleidungsstücke von der Auslage. Ein stiller Moment zum Abschied von einem gemeinsamen Lebenswerk. Foto: Stefan Gaul
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Inselradio Föhr
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Bis zum Schluss für ihre Kunden da: Gaby Brandt hinter der Ladentheke ihres Wollflurs in Wyk auf Föhr. Der persönliche Kontakt und die vielen Gespräche gehörten für die Schneidermeisterin immer zu den schönsten Seiten ihres Berufs. Ende Oktober geht diese 38-jährige Geschichte zu Ende. Foto: Stefan Gaul

Über den Autor*in

Porträt von Stefan Gaul

Stefan Gaul

Reporter & Redaktion | Inselradio Föhr

Stefan Gaul ist mit Mikrofon, Kamera und Notizblock auf Föhr unterwegs. Als Gründer und Betreiber vom Inselradio Föhr berichtet er als Radiomoderator und Reporter über das Leben auf der Insel. Besonders am Herzen liegen ihm die Menschen und ihre Geschichten – von den kleinen Momenten des Alltags bis zu den großen Themen, die Föhr bewegen. Ein besonderes Interesse gilt auch der Blaulichtberichterstattung und der Arbeit von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten. Seit 2026 schreibt er als freier Mitarbeiter für den Insel-Boten. Er ist überzeugt, dass sich durch die journalistische Zusammenarbeit noch aktueller und vielfältiger über das Geschehen auf den Inseln berichten lässt.

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Geschrieben von: admin

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